Den Starköchen kann man nicht nur im Fernsehen beim Kochen zusehen, sondern die Kochkünste am eigenen Leib erleben. Denn die Fernsehköche führen neben ihren zahlreichen Auftritten eigene Restaurants, die sie oft schon lange vor dem Start ihrer Medienkarriere besaßen. Wer sich in die Restaurants der Stars begibt, kann in den Genuss eines Menüs aus dem Repertoire der Starköche kommen oder manchmal von den Gourmetköchen selbst begrüßt und bekocht werden.

Bei Stars zu Gast in Deutschland

Der fröhliche Rheinländer Horst Lichter gehört zu den bodenständigsten Stars der Küche und hat mit seiner "Oldiethek" ein ganz besonderes Kleinod geschaffen. Vor vielen Jahren, als er noch nicht zum Starkoch aufgestiegen war, eröffnete er in seiner Heimatstadt Rommerskirchen für Freunde und Bekannte eine renovierte Halle, in der er ohne großen Aufwand Leckereien zubereitete. Horst Lichter ist ein leidenschaftlicher Sammler und daher spendeten ihm Besucher und Freunde unzählige Einrichtungsgegenstände, von Kaffeekannen bis zu Stühlen und Sofas, die allesamt in der Oldiethek Platz gefunden haben. Auch anderer Kitsch und Trödel, von Motorrädern bis hin zu alten Schreibmaschinen, gehören zur Innenausstattung und so ist das Restaurant zu einem kleinen Privat-Museum zum Wohlfühlen geworden. Das Restaurant ist nur geöffnet, wenn Horst Lichter anwesend ist und selbst für seine Gäste kocht, die Termine gibt er regelmäßig bekannt. Das direkt angeschlossene Café ist dagenen jederzeit zu besichtigen und ein Bistro-Team versorgt die Besucher mit Leckereien, die sich der Fernsehkoch ausgedacht hat.

Johann Lafer hat dagegen eine ganz andere Umgebung zu seinem Reich gemacht. Zusammen mit seiner Frau betreibt er die Stromburg, die mit Restaurant, Bistro und Hotel vor allem Feinschmecker und Genießer anspricht, und nebenbei mit historischen Gemäuern und einem gehobenen Ambiente lockt. Hoch oben in der Nähe des rheinland-pfälzischen Guldentals thront die im 11. Jahrhundert erbaute Stomburg, die heute das vielfach prämierte Gourmetrestaurant "Le Val d'Or" beherbergt. In der gehobenen Küche wird auf wertvolle Zutaten geachtet: Im hauseigenen Kräutergarten, malerisch zwischen den alten Mauern eingebettet, ernten die Köche frische Kräuter für ihre Gerichte. Johann Lafer betreibt in der Nähe auch seine eigene Kochschule, in der er selbst und verschiedene Gastköche die Kunst des Kochens an alle, die sich dafür interessieren, lehren. Hier oder im Restaurant kann man hin und wieder auf Johann Lafer treffen, wenn er nicht igrendwo auf der Welt unterwegs ist, um seine Kochkünste zu zeigen.

Bei Stars zu Gast in Europa

Jamie Oliver ist einer der größten Stars am Herd. Der Brite zählt nicht nur zu den modernsten Köchen im Fernsehen, sondern er hat durch seine flippigen Kochsendungen den Trend um Starköche erst richtig ausgelöst. Sein erstes Restaurant eröffnete er allerdings erst 2002, nachdem er durch Bücher und Fernsehsendungen berühmt geworden war. Dem 34-jährigen Starkoch  liegt es besonders am Herzen, mit seinem Einfluss und seinem Geld soziale Projekte zu unterstützen. "Fifteen" heißt sein modernes Restaurant in London, in dem er arbeitslosen und sozial benachteiligten Jugendlichen die Kunst des Kochens beibringt und ihnen die Ausbildung im Gastronomiebereich ermöglicht. Inzwischen gibt es Ableger dieses Restaurants auch in Melbourne, Amsterdam und in Cornwall, in denen Jamie Oliver regelmäßig vorbeischaut, um seine Nachwuchsköche bei der Kochausbildung und dem Schritt in ein erfolgreiches Berufsleben zu unterstützen.

Der Franzose Gérard Depardieu ist zwar kein Sternekoch mit Kochausbildung, aber hat sich durch seine Bücher über traditionellen Rezepte einen Namen als Gourmet gemacht. Der französische Schauspieler ist ein Genussmensch und einer der berühmtesten Stars, die sich den Traum von der eigenen Gastronomie erfüllt haben. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin bewirtschaftet er nicht nur einen Weinberg in der Toscana, sondern hat auch bereits zwei Restaurants in Paris eröffnet. "La Fontaine Gaillon" heißt sein erstes Restaurant, das in einem Hotel aus dem 17. Jahrhundert untergebracht und ganz stilgerecht eingerichtet ist. Direkt gegenüber liegt das "L’ecaille de la fontaine", ein kleineres Restaurant und Bistro, das vor allem Gerichte mit Austern und Krebstieren anbietet. Dieses Kleinod ist nicht nur im Besitz des Schauspielers, sondern ist ein Teil von ihm selbst. Die gemütliche Inneneinrichtung mit weichen Sofas und schweren Stoffen hat Depardieu mitbestimmt, die Wände sind mit Bildern aus seiner Karriere dekoriert, und auch was in der Küche vorgeht, beschäftigt den passionierten Koch, der sich rühmt, die Lieferanten persönlich zu kennen und über alle Vorgänge in der Küche Bescheid zu wissen. In seinen Restaurants gehen Künstler, Stars und Schauspieler ein und aus, und auch Depardieu selbst kommt so oft es geht vorbei.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion