Was hat der Flohmarkt mit Flöhen zu tun?

Schon lange haben Flohmärkte ihr verstaubtes Image abgelegt. Und auch ihren tierischen Namensgeber muss man auf Flohmärkten heute weniger fürchten als zu Zeiten des späten Mittelalters. Denn damals überließen die Fürsten dem Volke ihre Kleider, die von den Menschen eifrig gehandelt wurden. Dabei wechselten nicht nur Kleider ihre Besitzer, sondern auch Flöhe ihre Wirte. Heutzutage hat der Austausch – ein Glück – andere Komponenten.

Der Genuss der Langsamkeit

Anders als beim gezielten Einkauf in Supermärkten oder Warenhäusern bringt der Besucher von Flohmärkten vor allem Eines mit: Zeit. Zeit zu bummeln, sich in Ruhe umzuschauen, Menschen zu begegnen oder einfach nur ein Schwätzchen zu halten. Dementsprechend ist auch die Atmosphäre auf den meisten Flohmärkten gelassen, offen, fröhlich – und kommunikativ: Gesprächsthemen liegen schließlich genug herum. Auf Decken, Tapeziertischen und in Kisten stapeln sich Gegenstände, die voller Geschichte(n) sind. Interessante Buchtitel, eine vollkommen zerkratzte Schallplatte, eine durchgehangene Hängematte, ein ausgesprochen hässliches Kaffeegeschirr, ein antiquierter Fotoapparat – einfacher werden Sie nie wieder an Aufhänger für mögliche Gespräche kommen, wenn Sie das denn wollen. Spätestens, wenn es an das Bezahlen der Ware geht, kommen Sie um ein Gespräch nicht mehr herum: Denn auf dem Flohmarkt ist das Feilschen natürlich Ehrensache!

Flohmarkt : Die bunte Vielfalt

Flohmärkte sind so unterschiedlich wie die Sachen, die auf ihnen verkauft werden. In jeder größeren Stadt finden an Wochenenden kleinere, professionell organisierte Flohmärkte statt. Während die Ware hier nicht auf ein bestimmtes Spektrum begrenzt wird, spezialisieren sich andere Flohmärkte auf bestimmte Themen oder Waren. Zu diesen Themenflohmärkten gehören Computer-, Schallplatten-, Spielzeug, und Briefmarkenbörsen ebenso, wie Handwerker- und Antikmärkte. Unter den Besuchern solcher Märkte finden sich viele Spezialisten und echte Sammler. Neben den vielen, kleineren Flohmärkten organisieren manche Städte auch große, traditionelle Flohmärkte, die nur ein- bis zweimal pro Jahr stattfinden. Da einige dieser Flohmärkte auch über die eigenen Stadtgrenzen hinaus bekannt sind, ziehen sie auch Neugierige aus umliegenden Gebieten an. Wem es tagsüber zu hell ist, kann an manchen Orten auch zu einem Nachtflohmarkt aufbrechen.

Generell gilt: Die ersten oder die letzten Käufer können die besten Schnäppchen ergattern. Während Sie beim Aufbau der Flohmarktstände davon profitieren, noch das komplette Warenangebot durchforsten zu können, sind Sie kurz vor Flohmarktende oft in der glücklichen Situation, dass die Verkäufer ihre Sachen günstiger abgeben, weil sie sie nicht mehr mit nach Hause nehmen möchten.

Autorin: Kerstin Brenig, Platinnetz-Redaktion