In der Jugend denkt man, dass alles für immer bleibt, wie es ist. Freundschaften sollen für die Ewigkeit halten und man verspricht sich, in Kontakt zu bleiben. Doch dann kommt der Schulabschluss und jeder geht seinen eigenen Weg. Freunde verlieren sich aus den Augen und Jahrzehnte später fragt man sich, wie es dazu kommen konnte. Schnell kommt die Idee: Ein Klassentreffen muss her. Ein Klassentreffen ist ein organisiertes treffen ehemaliger Klassenkameraden nach einer bestimmten Zeitspanne. Sinn und Zweck ist es, alte Kontakte oder Freundschaften aufzufrischen und Erinnerungen auszutauschen. Nicht immer spielt Sehnsucht die wesentliche Rolle, um ein Klassentreffen zu organisieren. Häufig ist es auch die reine Neugier, erfahren zu wollen, wie es bestimmten Personen heute ergeht oder was sie machen.

Der Zweck von Klassentreffen

Klassentreffen werden von Menschen aus Schulformen organisiert, die eine Klassenstruktur aufweisen, zum Beispiel Grundschulen, Hauptschulen, Gesamtschulen, Realschulen, Gymnasien oder Berufsschulen. Dabei ist es üblich, dass sich die Klassen geschlossen treffen, das heißt, jede Klasse organisiert ein eigenes Klassentreffen. Abiturtreffen sind Klassentreffen, bei denen sich die Absolventen eines ganzen Jahrgangs treffen, da es in der gymnasialen Oberstufe keine festen Klassen mehr gibt. Auch in Amerika folgen die Klassentreffen eher jahrgangsmäßigen Strukturen, weswegen auch die Teilnehmerzahl über die übliche Klassenstärke hinausgeht. Neben den ehemaligen Schülern werden auch die ehemaligen Klassenlehrer oder beliebte Lehrer aus der damaligen Zeit eingeladen.

Je nachdem, wie lange der Abschluss zurückliegt, gestaltet sich die Organisation von Klassentreffen unterschiedlich schwer. Je länger ein Schulabschluss her ist, umso schwieriger wird es, die alten Klassenkameraden ausfindig zu machen. Viele sind verzogen, dazu kommt, dass die Frauen teilweise nach ihrer Hochzeit ihren Nachnamen abgegeben haben. Ehemalige Lehrer oder auch Mitschüler sind vielleicht schon verstorben oder einfach nicht in Telefonbüchern registriert.

Wie man ein Klassentreffen organisiert

Bevor es das Internet gab, war das Organisieren von Klassentreffen noch mühsamer, denn man hatte oft nur ein Telefonbuch zur Hilfe. Wenn ehemalige Mitschüler weggezogen waren oder ihren Namen geändert hatten, reichte das Telefonbuch jedoch nicht mehr aus. Zum einen musste man wissen, in welche Stadt eine Person gezogen war oder welchen Nachnamen eine ehemalige Mitschülerin angenommen hatte. Eine Möglichkeit, die auch heute noch genutzt wird, ist die Zeitungsannonce. Doch um die Verzogenen ausfindig zu machen bzw. zu informieren reicht das nicht. Dennoch gibt es ein paar hilfreiche Tipps, wie man ehemalige Klassenkameraden ausfindig macht und ein Klassentreffen organisiert:

Zunächst mal ist es sinnvoll, sich einen Mitstreiter für die Organisation zu suchen. Am besten sind ehemalige Mitschüler, zu denen man noch Kontakt hat oder von denen man zumindest weiß, wo sie wohnen. Der Vorteil hierbei ist, dass es zu zweit oder zu dritt viel mehr Spaß macht und durch die Arbeitsteilung die Motivation nicht verloren geht.

Um ein Klassentreffen zu organisieren, muss man sich zunächst über den Termin im Klaren sein. Es empfiehlt sich ein halbes Jahr Vorlauf einzukalkulieren, denn erstens nimmt die Suche nach Personen unter Umständen viel Zeit in Anspruch und zweitens kann sich jeder Eingeladene terminlich und organisatorisch darauf einstellen. Man sollte auf jeden Fall beachten, dass im Sommer die meisten verreisen. Um Personen ausfindig zu machen, eignet sich ein Klassenfoto anhand dessen man die Namen zusammenträgt. Bei verzogenen Klassenkameraden kann man versuchen, Verwandte anzurufen, um nach der neuen Adresse zu fragen. Dank des Internets gibt es zahlreiche Onlineportale, über die man zumindest versuchen kann, mit alten Mitschülern Kontakt aufzunehmen. Für die Lokalität von Klassentreffen eignen sich Restaurants mit einem separaten Raum zum Feiern, am besten in der Nähe des Schulorts. Ein eventuelles Kaffeetrinken oder Essen sollte so eingerichtet werden, dass auch die weit Angereisten rechtzeitig da sind.

Die Einladungen sollten drei Monate vorher feststehen und auch verschickt werden, damit die Eingeladenen wissen wann und wo das Klassentreffen stattfindet. Außerdem sollte man eine Frist für die Rück- bzw. Anmeldung setzen. Wer nicht auf seinen Unkosten für Telefongespräche und Briefsendung sitzen bleiben möchte, sollte in der Einladung schon um Rückerstattung bitten und die Adresse sowie Betreffzeile der Überweisung mit entsprechender Kontonummer und Bankverbindung angeben. Um das Klassentreffen unterhaltsam zu gestalten und für genug Gesprächsstoff zu sorgen, empfiehlt es sich, bei der Einladung darum zu bitten, alte Fotos oder ähnliches mitzubringen.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion