Der Wiener Opernball – "Alles Walzer"

Der Wiener Opernball ist der Klassiker unter den Bällen. Immer zur Faschingszeit trifft sich in der Wiener Staatsoper die High Society, vom österreichischen Kanzler bis zum amerikanischen Filmstar. Berühmt ist der Wiener Opernball vor allem für die Einführung der Debütanten. 180 Paare, die Damen in unschuldiges Weiß gehüllt, die Herren natürlich mit Frack, eröffnen mit dem Walzer die rauschende Ballnacht. Nach dem offiziellen Teil wird mit den berühmten Worten von Johann Strauß, "Alles Walzer", die Tanzfläche für jedermann freigegeben. Am 11. Februar 2010 findet bereits der 54. Wiener Opernball statt. Zwar darf man auch als Normalsterblicher zum Wiener Opernball, doch die Eintrittspreise sind happig. Eine normale Karte ist ab 230 Euro zu haben, für eine Loge werden sagenhafte 17.000 Euro fällig. Wer sich das Spektakel der Debütantinnen einmal anschauen möchte, kann bei der Generalprobe einen Abend vorher zuschauen. Für 15 bis 40 Euro ist man dabei, festliche Kleidung erwünscht. Auch wenn man hierbei nicht zum Walzer tanzen kommt, kann man dennoch die Atmosphäre der Staatsoper, die bereits größtenteils für den Opernball geschmückt ist, auf sich wirken lassen.

Prestigeträchtig Walzer tanzen in Frankfurt

Auch in Deutschland gibt es einige Opernbälle, der Ball in Frankfurt darf sich „Deutscher Opernball“ nennen. Ganz stilecht wird hier am 27. Februar 2010 in der Alten Oper in Frankfurt flaniert, getanzt und getrunken. Die Preise liegen hier ähnlich wie beim Wiener Opernball, Eintrittskarten bekommt man laut Veranstalter nur auf persönliche Einladung. Dennoch rühmt man sich in Frankfurt, eine Mischung zu bieten, von Promi bis normaler Besucher darf jeder mitfeiern, der das nötige Kleingeld besitzt. Für Flanierkarten muss man in Frankfurt bereits 240 Euro bezahlen, doch der Eintritt kann sich lohnen. Ganz wie in Wien kann auch der Deutsche Opernball berühmte Namen vorweisen. 2010 wird nicht nur die Rockröhre Bonnie Tyler als Stargast vorbeischauen, sondern auch Menschenrechtlerin und Model Waris Dirie, bekannt als die Wüstenblume, führt durch das Programm. Der französische Draufgänger, Alain Delon, übernimmt die Schirmherrschaft und sogar US-Schauspieler Al Pacino soll angeblich zuschauen, wenn in Frankfurt ein flotter Walzer aufs Parkett gelegt wird.

Walzer für alle – Dresden und Nürnberg

Auch andere Städte in Deutschland haben Opernbälle zu bieten. Einen ganz besonderen Ball kann man in Dresden erleben, denn hier findet der alljährliche Opernball in der Semperoper statt. Doch nicht nur in, sondern auch vor dem Gebäude wird Walzer getanzt, die zauberhafte Kulisse der Dresdner Oper gibt dem Opernball eine ganz besondere Atmosphäre. Hier kann wirklich jeder mittanzen, im letzten Jahr kamen über 12.000 Dresdner vor die Semperoper und tanzten Walzer – ein wunderschönes Bild. Der Semperopernball mit Open Air Veranstaltung existiert in dieser Form zwar erst seit 2006, aber er bietet dafür eine bunte Mischung. Hier sind die Debütantinnen nicht in weiß, sondern in rote Roben gehüllt, und der Ball hat mit einem anschließenden Feuerwerk und der Verleihung des Sächsischen Dankesordens an herausragende Politiker und Menschen viele Highlights zu bieten. Dieses Jahr wird beispielsweise Michael Jackson posthum geehrt, da er nach der Flutkatastrophe von 2002 viel Geld für die Erhaltung der Semperoper gespendet hatte.

Während der Semperopernball in Dresden bereits am 15. Januar 2010 und damit wie die meisten Opernbälle im Winter stattfindet, kann man beispielsweise in Nürnberg auch bei sommerlichen Temperaturen einen Opernball besuchen. Denn hier wird 2010 erst am 18. September Walzer getanzt. Wie bei allen Bällen darf auch in Nürnberg die klassische Quadrille nicht fehlen. Nachts um 2.02 Uhr darf jeder Ballbesucher an diesem traditionellen französischen Tanz teilnehmen. Wer sich auf dem Parkett nicht ganz sicher ist, bekommt in Nürnberg zur Eintrittskarte noch einen Quadrille-Tanzkurs geschenkt. Ab 135 Euro für die Flanierkarte ist man in Nürnberg schon dabei.

Opernbälle im Fernsehen

Für alle, die sich die Eintrittskarten nicht leisten können, gibt es einen Trost: Viele der Opernbälle werden im Fernsehen übertragen. So kann man den ganz in unschuldiges weiß gehüllten Debütantinnen beim Walzer tanzen zuschauen, den klassischen Klängen der Orchester lauschen und nach Promis in rauschenden Ballkleidern Ausschau halten. Ganz aktuell gilt das für den Semperopernball in Dresden, der in diesem Jahr a, 15. Januar vom MDR live und einen Tag nach der rauschenden Ballnacht auf 3sat gezeigt wird. Der Klassiker aus Österreich, der Wiener Opernball, wird natürlich ebenfalls live am 11.02.2010 vom Bayerischen Rundfunk übertragen. Auch via Fernsehen kann man so den Opernball erleben und sich begeistern lassen von hübschen Menschen, die im Drevierteltakt durch alterhwürdige Opernhäuser wirbeln.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion