Wie vieles andere aus der japanischen Kultur erscheint auch ein japanischer Garten für den westlichen Blick kompliziert, und seine Bedeutung erschließt sich kaum auf den ersten Blick. Oft soll ein japanischer Garten die Natur nachbilden und dabei Harmonie und Ruhe ausstrahlen. Dabei soll auch eine vollendete Harmonie mit der natürlichen Umgebung entstehen. Ein japanischer Garten ist in der Regel von einer bestimmten Geisteshaltung bestimmt, die über die rein praktische Bedeutung von Grünanlagen weit hinausgeht. Buddhistische und Shintoistische Schreine gehören zu den typischsten Merkmalen und betonen den spirituellen Charakter dieser Anlagen. Was die Raumgestaltung angeht, ist ein japanischer Garten ein Beispiel für optimale Nutzung und gleichzeitig eine charakteristische fernöstliche Eleganz. Das Prinzip ist dabei ähnlich wie bei Bonsai-Bäumen: Ein japanischer Garten stellt häufig eine Miniaturlandschaft dar, bei der das Meer durch einen Teich und Berge durch aufgeschichtete Steine dargestellt werden. Jede noch so kleine Einzelheit ist durchgeplant und genau vorbereitet. Dabei lenkt ein japanischer Garten den Blick des Besuchers auf einen ganz bestimmten Punkt, und häufig gibt eine Veränderung des Standpunkts eine völlig unterschiedliche Landschaft preis. Dies entsteht durch eine genau durchgeplante asymmetrische Anordnung, die sich nach der Wahrnehmung des Betrachters richtet. Häufig wird ein japanischer Garten durch vier Elemente bestimmt. In der Philosophie bedeuten diese Stein, Moos, Wasser und Baum.

Ein japanischer Garten und seine typischen Merkmale

Auch wenn es ganz unterschiedliche Beispiele gibt, lassen sich doch bestimmte Merkmale immer wieder finden, die ein japanischer Garten aufweist: Kleine Springbrunnen und Bachläufe finden sich fast immer   darin. Steinlaternen sind weitere charakteristische Merkmale, die in Japan eine lange Tradition haben.

Ein besonders eigenwilliges Beispiel für einen japanischen garten ist ein Steingarten. Diese Art gehört zu den beliebtesten Naturanlagen Japans. Ein solcher Garten besteht nur aus unterschiedlichem Gestein und bis auf Moos werden überhaupt keine Pflanzen verwendet. Die Pflege dieser Gärten wird als Meditation betrachtet, wie überhaupt ein solcher japanischer Garten stark von buddhistischer Lebensanschauung geprägt ist. Neben dieser Sonderform existiert aber auch eine Fülle an Gartenanlagen, deren Funktionalität auch hierzulande einen Garten bereichern kann. So gibt es diese Form der Gartengestaltung beispielsweise in Leverkusen oder Berlin. Der größte japanische Garten Europas befindet sich in Kaiserslautern und weist alle typischen Merkmale solcher Anlagen auf.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion