Aus Bioabfällen hergestellter organischer Dünger schont die Umwelt und ist mit keinen Ausgaben und wenig Mühe selbst herstellbar. Was genau passiert bei dem Vorgang? Als Kompostieren bezeichnet man den Vorgang, bei dem organisches Material von Kleinstlebewesen zersetzt wird: Asseln und Würmer oder Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien machen aus Abfall verwertbares Material. Das Resultat ist ein organischer Dünger, der den Pflanzen im Garten zusätzliche Energie liefert. Kompost als organischer Dünger enthält viele wichtige Nährstoffe: Stickstoff ist für das Wachstum, Phosphor für die Blütenbildung, und Kalium für die Widerstandskraft der Pflanzen wichtig. So lässt sich die Bodenstruktur erheblich verbessern, wenn Kompost ins Erdreich eingearbeitet wird. Die einfachste Variante ist dabei wohl ein Viereck aus Holzbrettern. Ein geschlossenes Behältnis mit kleinen Luftlöchern ist dabei empfehlenswert. Dabei sollte der Boden frei bleiben, denn ein direkter Kontakt zum Erdreich ermöglicht es, dass für die Kompostierung wichtige Tiere und Kleinlebewesen zu dem Material zu gelangen. Die unterste Schicht sollte aus gehäckselten Pflanzenteilen oder ähnlich lockerem Material bestehen, um Durchlüftung zu gewährleisten.Was ist außerdem beim Anlegen einer Kompoststelle zu beachten? Wichtig bei der Wahl einer geeigneten Stelle im Garten ist eine leichte Zugänglichkeit – und das auch im Winter. Außerdem  sollte man darauf achten, dass die Witterung nicht zu extrem ist. Ein Platz im Halbschatten – etwa unter einem Baum – verhindert, dass die Sonne zu sehr auf die Kompoststelle brennen kann. Wichtig ist auch, dass der Komposthaufen genug Luft bekommt. Außerdem sollte die Kompoststelle einigermaßen feucht gehalten werden und abgedeckt sein.

Aus welchen Abfällen entsteht organischer Dünger?

Nahezu alle Gartenabfälle eignen sich zum Kompostieren. In erster Linie sollten abgestorbene Pflanzenteile auf dem Komposthaufen landen: Rasenschnitt, kleingeschnittenes Holz und altes Laub sind ideale Materialien, mit denen organischer Dünger hergestellt werden kann. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Abfälle nicht zu sperrig sind: Holzstücke beispielsweise sollten vorher kleingehäckselt werden. Aber auch eine Reihe von Küchenabfällen können auf dem Komposthaufen landen. Vor allem Gemüseabfälle sind in dieser Hinsicht wertvoll. Dennoch sollte man bei Essensresten vorsichtiger sein als bei normalen Gartenabfällen. Jede Art von Fleischabfällen sollte, wenn überhaupt, dann nur in kleinen Mengen auf dem Kompost landen. Fleisch stinkt nicht nur stark, sondern lockt auch Fliegen und Maden an. Wenn viele Küchenabfälle verwendet werden, kann man auch eine Schaufel Sand mit den Abfällen auf den Haufen werfen. Kaffeesatz und Teereste dagegen sind beispielsweise besonders gutes Material, denn nützliche Regenwürmer werden dadurch angelockt. Obst jeglicher Art sollte zerkleinert und mit anderem Material durchmischt werden, bevor es auf dem Kompost landet. Beachten sollte man prinzipiell, dass zu große Mengen von einem Material nicht förderlich bei der Kompostierung sind. Je besser das Material durchmischt ist, desto geringer ist die Gefahr, dass der Komposthaufen fault. Und desto schneller verläuft der Zersetzungsprozess und entsteht organischer Dünger. Am besten ist es, wenn man gegensätzliche Materialien mischt: Gleiche Teile strukturarmes mit strukturreichem Material vermischt bringt bessere und vor allem schnellere Ergebnisse. Aus diesem Grund ist es sinnig, neben den Komposthaufen ein zusätzliche Lagerstelle für Holz anzulegen, das dann mit aktuelleren Abfällen so vermischt werden kann, dass es keinen Überschuss von einer bestimmten Sorte Material gibt.

Wie sollte organischer Dünger verwendet werden?

Am Ende ergibt sich aus dem Komposthaufen frische Erde, die als natürlicher Dünger verwenden werden kann. Guter Kompost sollte nicht nach Moder riechen, sondern nach Wald. Im Gegensatz zu chemischen Düngemittel ist organischer Dünger Langzeitdünger. Das bedeutet, dass die Nährstoffe erst nach und nach freigesetzt und an die Pflanzen abgegeben werden. Biomüll in Dünger zu verwenden verwandeln ist nicht sonderlich schwer. Allerdings ist organischer Dünger nur dann wertvoll, wenn er regelmäßig verwendet wird. Wie schnell aus dem Kompost organischer Dünger wird, hängt stark von der Temperatur und damit von der Jahreszeit ab: Gerade im Sommer arbeiten die Mikroorganismen viel schneller als in der kälteren Jahreszeit. Nach sechs bis acht Wochen nennt man das fertige Material Rohkompost. Reifer Kompost allerdings braucht erheblich länger: Erst nach mindestens einem halben Jahr ist der Kompost wirklich fertig. Man muss beim Thema organischer Dünger also schon etwas Geduld mitbringen. Organischer Dünger sollte etwa 14 Tage vor einer Aussaat in den Boden des jeweiligen Beetes eingearbeitet werden. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, dann wird organischer Dünger Ihren Garten bald bereichern, ohne dass auf chemische Hilfsmittel zurückgegriffen werden muss. Auf Kunstdünger können Sie auf diese Weise bald schon komplett verzichten.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion