Wenn die Lust auf gemütliche Grillabende mit den sommerlichen Temperaturen steigt, freuen sich mitlerweile auch die Vegetarier. Zahlreiche Rezepte in Büchern und im Internet zeigen, dass vegetarisch grillen heute mindestens genauso vielfältig ist, wie das Grillen mit Fleisch. Doch nicht nur die üblichen Leckereien, wie Kartoffeln, Mais oder Gemüsespieß lassen sich mit Holzkohle, Gas und Co. gut zubereiten. Inzwischen findet man in den Supermarktregalen auch eine Vielfalt an Grillkäsesorten. Nicht nur Vegetarier, die aus ethnischen oder gesundheitlichen Gründen ganz auf Fleisch verzichten, erfreuen sich somit der großen Auswahl. Selbstverständlich können auch Fleischesser ihre Freude daran haben. Zumindest als Beilage bieten sie eine Abwechslung zu Bauchfleisch, Steak oder Bratwurst. Wie bei allen Gerichten, gilt auch für das vegetarisch grillen: Auf die richtige Zubereitung kommt es an.

Vegetarisch grillen - alles Käse?

Beim vegetarisch Grillen mit Käse muss zum Beispiel zunächst einmal überlegt werden, welche Sorten sich für den Grill eignen. Gouda ist beispielsweise nicht zu empfehlen, da er sehr schnell verläuft, Fäden zieht und in die Glut tropft. Hierbei kommt es allerdings auch auf den Grill an. Da sich Gouda sehr gut zum Überbacken eignet, ist er im Backofengrill gut aufgehoben. Wer jedoch auf den klassischen Holzkohlegrill schwört, der sollte es mit Halloumi versuchen. Dieser halbfeste Käse ist wahrscheinlich der bekannteste Grillkäse und wird aus Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen hergestellt. Er hat eine sehr feste Konsistenz und verläuft nicht zwischen dem Grillrost. Besonders, wenn er über dem Grillfeuer eine braune Kruste bekommt, schmeckt er sehr würzig und knusprig. Aber auch andere Sorten wie Schafskäse oder Morzarella lassen sich gut zubereiten. In Kombination mit Gemüse schmecken sie besonders gut, indem man sie zum Beispiel mit Weinblättern umhüllt und dazu noch Knoblauch mit fein geschnittenen Zwiebeln reicht. Schafskäse schmeckt vor allem gut, wenn man ihn in Alufolie packt, mit Pfeffer, Salz und Kräutern würzt und das ganze mit Tomaten belegt. Anschließend wird die Folie darüber zusammengeschlagen und für 30 Minuten auf den Grill gelegt. Auch der als Backofenkäse bekannte Camembert eignet sich für fleischlosen Genuss auf der Holzkohle. Die zahlreichen Möglichkeiten zeigen, das vegetarisch grillen also nicht zwangsläufig nur mit Gemüse zu tun hat.

Vegetarisch grillen mit Gemüse

Trotzdem muss Gemüse auf dem Grill nicht langweilig sein. Genauso wie Fleisch, lässt es sich mit der richtigen Marinade aufpeppen. Dazu braucht man beispielsweise 100 ml Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, verschiedene Kräuter (z.B. Basilikum, Rosmarin oder Thymian), Pfeffer und Paprikapulver. Das entsprechende Gemüse wird nun auf die glänzende Seite einer doppelt gefalteten Alufolie gelegt und mit den in Würfeln geschnittenen Knoblauch sowie den Kräutern und Gewürzen belegt. Anschließend wird das Öl darüber verteilt und die Folie so verschlossen, dass keine Flüssigkeit herauslaufen kann. Das Gemüse muss für ungefähr 1 Stunde in der Marinade liegen und kann danach sofort auf den Grill gelegt werden. Die Basis aller Marinaden ist das Öl, deshalb sollte darauf geachtet werden, das richtige zu benutzen. Wichtig ist es, ein Öl zu verwenden, das erst bei hohen Temperaturen verbrennt. Daher eignen sich beispielsweise Olivenöl, Walnuss- oder Erdnussöl besonders gut. Sonnenblumen- oder Maisöl empfehlen sich dagegen weniger, da sie viel schneller verbrennen und deshalb einen bitteren Geschmack ergeben. Beim vegetarisch grillen mit Gemüse sollte man - vor allem bei Spießen - darauf achten, nur Gemüsesorten miteinander zu kombinieren, die die gleiche Garzeit benötigen. Darüber hinaus sollten die Stücke gleichgroß sein.

Es gibt eine große Auswahl an Gemüsesorten, doch denkt man ans Grillen, fallen dem Laien meist nur die Klassiker wie Mais oder Folienkartoffel ein. Dabei lässt sich so gut wie jedes Gemüse grillen. Auch hier gilt, dass sich vegetarisch grillen nicht nur für Vegetarier eignet. Wieso zum Beispiel nicht mal gegrillte Auberginen ausprobieren, die sich herrlich als Beilage eignen? Dazu benötigt man 2 Auberginen, Salz, 3 Knoblauchzehen, 3 Esslöffel Semmelbrösel, 3 Esslöffel Parmesan und 2 Esslöffel Butter.

Zunächst schneidet man die Auberginen in einen Zentimeter dicke Scheiben. Anschließend werden die Scheiben mit Salz bestreut. Damit die Bitterstoffe herausgezogen werden, müssen sie 15 Minuten lang darin ziehen, bevor sie abgewaschen und mit dem Küchenpapier abgetrocknet werden können. Nun zerdrückt man die Knoblauchzehen und vermischt sie mit dem Parmesan, den Semmelbröseln und der Butter. Bevor man die Auberginenscheiben mit der Masse bestreicht, müssen sie auf einen mit Öl eingeriebenen Rost auf beiden Seiten zwischen 5 bis 10 Minuten grillen. Anschließend werden die bestrichenen Auberginen nochmals 5 Minuten gegrillt. Mit diesen einfachen Mitteln gelingt es, Fleischesser und Vegetarier an einen Tisch zu bringen und davon zu überzeugen, dass vegetarisch grillen durchaus seine Berechtigung auf Grillpartys hat.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion