Wenn Sie das Gefühl der Trauer nach dem Verlust eines geliebten Haustieres kennen, dann kennen Sie bestimmt auch das Unverständnis und die Befremdung, mit der viele ausIhrem Umfeld auf Ihren Schmerz reagieren. So geht es leider vielen Tierfreunden, die ihren Vierbeiner oder gefiederten Freund verloren haben. Doch davon sollten Sie sich nicht kränken lassen - die Trauer um das geschätzte Haustier ist  für nicht-Tierhalter manchmal schwer nachzuvollziehen. Tierhaltern graust bei der Vorstellung, ihren Liebling nach dem Tod einfach in die Tierverwertungsanstalt zu bringen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele Alternativen für einen würdevolleren Abschied.

Das Haustier bestatten

Nach dem Tod des Haustieres gibt es verschiedene Möglichkeiten, was Sie mit dem Körper tun können. Ist das Tier zu Hause gestorben, können Sie es entweder zu Ihrem Tierarzt bringen oder es in Ihrem Garten beerdigen. In letzterem Fall müssen Sie unbedingt die lokalen Bestimmungen zum Seuchenschutz einhalten. Generell gilt, dass Kleintiere, die nicht an einer meldepflichtigen Tierkrankheit gestorben sind, im eigenen Garten begraben werden dürfen, solange dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt, das Grab mindestens 50 cm tief ist und es ein bis zwei Meter von einem öffentlichen Weg entfernt ist. Ist das Tier in der Arztpraxis gestorben oder bringen Sie es nach dessen Tod dort hin, wird es in der Regel in die Tierverwertungsanstalt gebracht.

Haben Sie nicht die Möglichkeit, Ihren tierischen Freund im eigenen Garten zu bestatten, bieten sich verschiedene Tierbestatter an. Mit steigender Nachfrage seitens der Tierbesitzer, die sich immer seltener eine Weiterverwertung ihres Haustieres vorstellen möchten, ist auch die Zahl der Tierbestattungsunternehmen gestiegen. Ihr Service reicht mittlerweile von der Abholung des toten Tieres, über Trauerbegleitung, bis hin zur Beerdigung im Sarg auf einem Tierfriedhof. Oft können Sie als Tierbesitzer wählen, ob Sie Ihr Haustier beerdigen wollen oder ob Sie es einäschern lassen.

Die Trauer um ein Haustier

"Gerade ältere Menschen, für die das Haustier der einzige Partner war, haben es oft sehr schwer, mit dem Verlust umzugehen" erklärt Tierarzt Dieter Klein (47). Er kennt das Problem, dass Tierbesitzer nach dem Verlust ihres geliebten Haustieres neben dem Gefühl von Einsamkeit zusätzlich noch gegen verständnislose Bemerkungen aus dem sozialen Umfeld ankämpfen müssen. "Für sie ist es dann häufig das Beste, wenn Sie sich ein neues Tier in ihr Haus holen. Wenn sie damit einem Insassen aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben, tun sie auch noch etwas Gutes für den Tierschutz." Diese Meinung teilen nicht alle Tierfreunde. Oft wird Menschen, die sich nur kurze Zeit nach dem Tod ihres Haustieres einen neuen Begleiter zulegen, vorgeworfen, dass sie ihr Tier ersetzen wollen und dass diese Austauschbarkeit respektlos dem verstorbenen Haustier gegenüber sei. Diese Einstellung sollte sich jedoch niemand einreden lassen. Wichtig ist, dass eine solche Entscheidung nicht übereilt getroffen, sondern wohlüberlegt erst dann gefällt wird, wenn man von seinem verstorbenen Haustier auch innerlich Abschied genommen hat. Und aus seiner Erfahrung der letzten Jahre weiß Tierarzt Dieter Klein, "dass eine Beerdigung des Haustieres vielen bei ihrer Trauerarbeit mehr hilft, als eine Beseitigung in der Tierverwertungsanstalt."

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion