Hierzulande ist die gängigste Zeckenart der Holzbock. Doch auch andere Zecken wie die Auwaldzecke oder die braune Hundezecke treten immer öfter bei uns in Erscheinung. Besonders unangenehm ist dabei die braune Hundezecke, die aus dem Mittelmeerraum in unsere Breitengrade gelangte. Sie ist nicht nur in der freien Natur Zuhause, sondern auch in unseren warmen Wohnungen, wo sie gerne überwintert und sich umso besser vermehren kann. Auch wenn die größte Gefahr, für Hund und Katze sich Zecken einzufangen, noch beim freien Auslauf besteht, sollte man also auch sonst hin und wieder aufmerksam nach Zecken im Fell der Haustiere Ausschau halten.

Vorbeugung gegen Zecken

Zecken lauern nicht nur im dichten Wald, auch Felder und hohe Wiesen und sogar der eigene Garten können ein wahres Zeckenbiotop sein. Deshalb sollten Haustierbesitzer ihre freilaufenden Katzen und Hunde präventiv vor den Stichen dieser Spinnentiere schützen. Neben Borreliose können Zecken nämlich noch mehr als 50 weitere Krankheiten verbreiten, darunter etwa auch Anaplasmose, Ehrlichiose sowie Babesiose, von der immer mehr Hunde befallen werden. Krankheiten wie die Borreliose werden nicht sofort beim Stich der Zecke übertragen. Erst nachdem die Zecke sich bereits etwa sechs bis 12 Stunden in der Haut festgebissen hat, geraten die Krankheitsübertragenen Flüssigkeiten in den Blutkreislauf des Wirtes. Aus diesem Grund sollte man Zecken immer so früh wie möglich entfernen, um das Risiko einer Krankheit zu minimieren.

Um Katze oder Hund vor Zecken zu schützen gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Methode ist das Zeckenhalsband. Es wird dem Haustier einfach umgelegt und ist je nach Produkt über einen bestimmten Zeitraum aktiv. Besonders in den letzten Jahren empfehlen Tierärzte jedoch vermehrt ein sogenanntes Spot-on-Präparat. Dabei wird eine kleine Menge Flüssigkeit in der Regel zwischen die Schulterblätter des Tieres und direkt auf die Haut getropft. Innerhalb von 24 Stunden verteilt sich das Mittel dann über den ganzen Körper des Tieres. So wie auch das Halsband gegen Zecken, verhindert das Spot-on-Präperat nicht, dass Zecken das Haustier stechen. Aber die enthaltenen Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Zecken früher vom Wirt abfallen, als das normalerweise der Fall wäre. So saugen sie in der Regel nicht lange genug Blut, um Krankheiten an Hund oder Katze übertragen zu können.

Zecken richtig entfernen

Hund und Katze sollten nach ihrem Freilauf oder Spaziergang regelmäßig nach Zecken im Fell abgesucht werden. Findet man eine Zecke, die sich bereits in der Haut festgebissen hat, sollte man sie unbedingt entfernen - auch wenn das Tier zuvor mit einem Spot-on-Präperat behandelt wurde. Wichtig ist jedoch auf jeden Fall die korrekte Art und Weise, Zecken zu entfernen, da sonst eine erhöhte Gefahr der Krankheitsübertragung gegeben ist.

Immer noch kursieren Gerüchte, dass man Zecken immer zuerst mit Öl, Alkohol, Äther oder sonstigen Lösungen beträufeln sollte. Das jedoch, sollte man niemals tun! Das Einzige, das man mit dieser Vorgehensweise erreicht, ist dass die Zecke als Reaktion darauf den kompletten Inhalt ihres Magens und ihrer Speicheldrüse in die offene Wunde und damit in den Blutkreislauf des Tieres entleert. Auf diese Art werden die gefährlichen Krankheiten erst recht auf Hund oder Katze übertragen.

Am besten kann man Zecken mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange entfernen. Dabei muss man besonders darauf achten, dass man die Zecke nicht zu weit hinten am Körper greift und dann zieht. Dabei besteht nämlich die Gefahr, dass man den Körper der Zecke zerreist und der Kopf in der Haut des Haustieres stecken bleibt. Dies kann zu gefährlichen Entzündungen führen. Aus diesem Grund muss man Zecken immer so hautnah wie möglich, also so nah am Kopf wie es geht, mit Pinzette oder Zeckenzange packen. Da die Zecken sich oft sehr fest beissen, muss man sie kräftig, aber nicht ruckartig, senkrecht aus der Haut des Tieres heraus ziehen.

Eine Kombination von präventivem Spot-on-Präperat und aufmerksamer und regelmäßiger Zeckensuche ist das sicherste Mittel, um sein Haustier vor gefährlichen Krankheiten wie Borreliose zu schützen. Fragen Sie einfach bei Ihrem Tierarzt nach einem geeigneten Präperat und der richtigen Anwendungsweise.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion