Heutzutage ist man eigentlich immer und überall bereit, zu fotografieren. Denn mittlerweile gibt es Kameras für die Brusttasche, moderne Fotohandies und digitale Spiegelreflexkameras. Doch die Geschichte der Fotografie begann sehr simpel: Mit der Camera obscura, die im Prinzip nur aus einem dunklen Raum, einem Loch und einfallendem Licht bestand. Ein auf dem Kopf stehendes Bild war somit der Anfang der heutigen Hochglanzfotos. Chemische Verfahren kamen hinzu und wurden immer weiter entwickelt, bis sie heute zunehmend durch die Digitalfotografie abgelöst werden.

Die Grundregeln der Fotografie ähneln denen der Malerei

Ein gutes Foto unterscheidet sich dadurch von einem Schnappschuss, dass vor dem Auslösen nachgedacht wird. Mit der richtigen Aufteilung, einem optimalem Ausschnitt und dem passenden Hintergrund können Sie nicht nur etwas abbilden, sondern Emotionen und Stimmungen beim Betrachter auslösen. Für ein gelungenes Foto muss man kein Meister der Fotografie sein. Mit einigen einfachen Tricks können Sie richtig tolle Bilder schießen:

Tipp 1: Das Motiv

Gehen Sie nah an Ihr Motiv heran. Es sollte den Hauptteil der Fotografie einnehmen und das Bild deutlich dominieren. Achten Sie darauf, dass Sie beim Fotografieren von Gebäuden oder Landschaften nicht zu viel von der Umgebung mit einfangen. Gerade bei Porträts dürfen Sie nicht schüchtern sein! Gehen Sie nah an die Person heran und füllen Sie das Bild hauptsächlich mit deren Gesicht. Entscheidend für ein schönes Foto ist außerdem die Positionierung des Motivs. Platzieren Sie es nicht in der Bildmitte. Versetzen Sie es (außer bei Makroaufnahmen) immer ein kleines Stück nach rechts oder links, das macht das gesamte Bild dynamischer und interessanter.

Tipp 2: Der Hintergrund

Oft wird über ein tolles Motiv der Hintergrund vernachlässigt. Der ist aber sehr wichtig, denn ein schöner Hintergrund wertet die Fotografie enorm auf, während ein langweiliger, zu dominanter oder hässlicher Hintergrund jedes Bild verschandelt. Vermeiden Sie deshalb Hintergründe mit allzu bunten Farben, auffälligen Mustern oder zu vielen Details. Dies würde die Aufmerksamkeit des Betrachters vom Motiv ablenken. Meist genügt es dafür, wenn der Fotograf ein paar Schritte nach rechts oder links geht oder einen anderen Winkel für die Aufnahme wählt. Statt eines Plattenbaus im Hintergrund, könnte man mit einem veränderten Winkel erreichen, dass etwa der Himmel im Hintergrund des Motivs liegt.

Tipp 3: Landschaftsaufnahmen

Teilen Sie bei Landschaftsaufnahmen das Bild niemals mit dem Horizont in der Bildmitte. Halten Sie sich an die 1/3 zu 2/3 Regel. Sie besagt, dass Sie die Fotografie entweder zu einem Drittel mit Himmel und zu zwei Drittel mit Boden füllen sollten oder umgekehrt. Bilder mit mehr Boden werden in der Regel als idyllisch und ruhig wahrgenommen, während Fotografien mit überwiegendem Anteil an Himmel als lebendig und dynamisch empfunden werden. Im Idealfall zeichnet sich auf einer solchen Fotografie der Himmel noch durch eine besondere Färbung oder Wolkenbildung aus.

Tipp 4: Das Format

Experimentieren Sie mit dem Hoch- und Querformat. Passen Sie es immer dem Motiv an. Fotografieren Sie etwa einen Turm, sollten Sie sich für eine hochformatige Fotografie entscheiden. Steht im Mittelpunkt dagegen beispielsweise ein breites Gebäude, wählen Sie das Querformat. Mit der Auswahl des passenden Formats unterstreichen Sie die natürliche Form Ihres Motives und bringen es deshalb besser zur Geltung. Dadurch erreichen Sie eine größere Wirkung der späteren Fotografie.

In der Fotografie ist weniger nicht immer mehr

Oft schießt ein Fotograf mehrere Fotos vom gleichen Objekt, damit er sich nachher die beste Fotografie aussuchen kann. Da können innerhalb eines Urlaubs schnell einige Hundert Bilder zusammen kommen. Um Speicherplatz auf der digitalen Kamera zu sparen, wird dann oft die Auflösung verringert, damit die Fotos insgesamt kleiner werden. So kann es schnell passieren, dass Sie anstatt mit acht Megapixeln nur noch mit fünf oder noch weniger Megapixeln fotografieren. Das spart zwar Platz, geht aber stark auf Kosten der Bildqualität. Spätere Abzüge werden dann schnell pixelig und unansehnlich. Erhöhen Sie also, um Platz zu sparen, lieber die JPG-Komprimierung, dabei werden die Dateien zwar auch kleiner, aber ohne dabei an Qualität zu verlieren. Bei vielen Kameras finden Sie diese Einstell-Option unter dem Menüpunkt "Qualität". Ein pragmatischer Ansatz ist auch, bei den Speicherkarten aufzurüsten. Wobei es hier irgendwann gilt, nicht den Überblick über die Masse an Fotos zu verlieren.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion