Außerdem ist das Fahrradfahren auch schonender für die Gelenke, das heißt selbst wenn man das eine oder andere Kilogramm zu viel auf den Hüften hat, ist das Fahrrad genau das Richtige. Wer wirklich eine größere Fahrt unternehmen möchte, sollte vorher sein Fahrrad einmal durchchecken lassen, damit die Freude ungetrübt ist.

Mit dem Fahrrad über Land

In ganz Deutschland gibt es Radwanderwege, die sich vom Charakter her durchaus unterscheiden: Zu überlegen ist also, bevor es losgeht, ob man lieber nur in schöner Landschaft oder auch in der Nähe von Städten unterwegs ist und ob es eher flach oder auch einmal bergig zugehen darf. Wenn dann noch möglichst die besten Freunde mit von der Partie sind, steht der Fahrradtour nichts mehr im Wege.

In Baden-Württemberg lädt der Neckartal-Radweg auf insgesamt 380 Kilometern zu einer Tour ein. Das Tolle an dieser Gegend sind die unterschiedlichen Möglichkeiten: Der Neckartal-Radweg führt durch eine schöne Landschaft voller Erhebungen, gleichzeitig gibt es diverse Städte, die kleinere oder auch größere Besichtigungen möglich machen. Wer möchte, besucht das berühmte Heidelberger Schloss, das Rathaus mit der astronomischen Uhr in Heilbronn oder verbindet die Fahrradtour mit dem Besuch des größten Mittelaltermarktes Europas, der im Sommer in Horb stattfindet. Wenn man vor der Länge von 380 Kilometern zurückschreckt oder einfach nicht so viel Zeit zur Verfügung hat, kann man sich auch einen einzelnen Abschnitt heraussuchen und so den Neckartal-Radweg in Etappen zurücklegen.

Wer beim Stichwort Ruhrgebiet nicht gleich an Freizeit oder schöne und interessante Landschaft denkt, wird durch die so genannte Radroute Industriekultur eines Besseren belehrt werden. Insgesamt gibt es 700 Kilometer Radweg, die sich auf verschiedene Rundwege verteilen. Da diese sich an manchen Punkten kreuzen, lassen sich ganz individuelle Fahrradtouren je nach Belieben zusammenstellen. Dabei hat das Ruhrgebiet auch durchaus viel Grün zu bieten. Ansonsten geht es zu Denkmälern aus mehr als 150 Jahren Industriegeschichte: Angefangen von Schleusen, über Fördertürme, Zechen, Museen bis zum Gasometer von Oberhausen. Wer es hierhin mit dem Fahrrad bis Januar 2010 schafft, kann die Ausstellung "Sternstunden - Wunder des Sonnensystems" besuchen, die auf beeindruckende Weise die Vielfalt im All darstellt. Viele ehemalige industrielle Hallen werden auch für Konzerte in ungewöhnlicher Umgebung genutzt und so kann man wunderbar Fitness und Kultur verbinden.

Einen geschichtsträchtigen Namen trägt die Friedensroute Münster-Osnabrück. Der westfälische Friede beendete vor mehr als 350 Jahren den 30jährigen Krieg. Ausgehandelt wurde er in den Rathäusern von Münster und Osnabrück, zwischen denen die "Friedensreiter" hin und her reiten mussten, um Botschaften zu überbringen. Wer auf den circa 100 Kilometern dieser Route mit dem Fahrrad unterwegs ist, fährt also auf historischen Pfaden und das in schöner Landschaft am Rande des Teutoburger Waldes. Dass man in dieser Gegend toll Fahrradfahren kann, beweist die Stadt Münster eindrucksvoll, die den inoffiziellen Titel Fahrrad-Hauptstadt Deutschlands trägt. Abgesehen davon lohnt auch Sightseeing in Münster: Zum Beispiel der Prinzipalmarkt mit dem berühmten historischen Rathaus.

Mit dem Fahrrad durch die Stadt

Wer einfach mal einen Wochenendausflug unternehmen möchte, kann sich auch für eine Führung mit dem Fahrrad in einer Stadt entscheiden. In den meisten Großstädten werden mittlerweile ein- oder sogar mehrtägige geführte Fahrradtouren angeboten. Dies ist eine angenehme Art, eine weitläufige Stadt zu erkunden ohne sich wie sonst üblich "die Hacken abzulaufen". Oder auch die Chance, in der Heimatstadt, während der Freizeit, Menschen kennenzulernen und so eventuell neue Freunde zu finden.

In Berlin gibt es unterschiedliche Angebote: Wer möchte, erkundet zum Beispiel in der Gruppe den berühmten Stadtteil Kreuzberg, der geprägt ist von seiner ehemals grenznahen Lage. Kulturhistorisch kann man hier Spannendes erfahren. Eine andere Radtour, die nicht nur, aber im Besonderen für Singles in Berlin gedacht ist, führt durch den Spandauer Forst. Hier gibt es diverse Überraschungen und ein nettes Beisammensein schließt den Ausflug ab.

Auch in Wien werden Fahrradtouren angeboten. Eine gute Möglichkeit, den Urlaub mit ein wenig Aktivität zu verbinden. Es gibt mehrstündige Fahrradtouren, die unter anderem an der Staatsoper, dem Hundertwasserhaus, der Donauinsel und dem Prater entlangführen. 


 

Lesetipp: Wer sich für eine etwas andere Tour interessiert, der kann im ATV und Quad Magazin lesen, wie ein deutscher ATV-Fahrer mit seinem "All-Terrain-Vehicle" von Köln bis Südafrika unterwegs war. Zwar ohne Fahrrad, aber dennoch ein wirklich spannender Bericht.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion