Öffentliches Schreiben

Ein selbst geschriebenes Werk im Bücheregal stehen zu haben und vielleicht sogar eine so steile Karriere wie Joanne K. Rowling, Autorin der Harry Potter-Reihe, hinzulegen, davon träumen viele leidenschaftliche Schreiber. Egal ob man gerne humoristische Kurzgeschichten, poetische Gedichte oder spannende Kriminalerzählungen schreibt, solche Texte verfasst man ungern nur für sich. Man möchte vielmehr, dass sie gelesen werden und andere Menschen erfreuen.

Vom Hobby-Schreiberling zum Buchautor - Gefahren und Chancen

Um ein Buch zu veröffentlichen muss man sich an einen Verlag wenden. Dazu schickt man ein Exposé seines Werkes sowie eine kurze (!) Leseprobe zum Lektor eines Verlages. Dieser prüft dann, ob sich das Werk für eine Veröffentlichung in seinem Verlag eignet oder nicht. Verlage sind oft auf ein bestimmtes Genre spezialisiert, sodass man sich vorab über das jeweilige Repertoire  informieren sollte. Bei einem Verlag für Klassiker kommt man als neuer Autor sicherlich nicht an, ebenso wenig Chancen hat man wohl mit einem Lyrik-Band bei einem Verlag für Kriminalromane. Große Vorsicht sei jedoch bei Verlagen geboten, die explizit Autoren suchen und für die Veröffentlichung des Buches Geld verlangen. Ein seriöser Verlag muss bei den Unmengen an Manuskripten, die tagtäglich bei ihm eintrudeln, wohl kaum nach Autoren suchen. Bei unseriösen Verlagen zahlt man für eine geringe Stückzahl an Veröffentlichungen seines Buches oft Unsummen drauf. Man sollte einen potentiellen Verlag also keinesfalls auf gut Glück wählen, sondern sich zunächst ausführlich darüber informieren und sich zudem darüber bewusst sein, dass nur die wenigsten es vom Hobby-Autor zum Erfolgsschriftsteller schaffen.

Texte im Internet veröffentlichen - gemeinsam diskutieren

Eine andere Möglichkeit Texte zu veröffentlichen, bietet das Internet. Man kann sich eine eigene Homepage oder einen hübschen Blog erstellen, auf der man seine Werke veröffentlicht. Auch in Online-Communities findet man oft entweder eine spezielle Plattform für Artikel oder man nimmt an einer Gruppe teil, in der Texte veröffentlicht und diskutiert werden. So bekommt man oft direktes Feedback und muss nicht lange Freunde und Familie darum bitten, mal wieder einen neuen Text von sich zu lesen. Oft sind die unbekannten Kritiker auch ehrlicher und unvoreingenommener in ihrer Bewertung. Da diese selbst auch oft schreiben, können Anregungen und Lob bei weiteren Texten oft sehr nützlich sein. Denn auch beim Schreiben gilt: Übung macht den Meister.

Tagebuch - die persönlichste Form des Schreibens

Natürlich verspürt aber auch längst nicht jeder den Drang, mit seinen geschriebenen Worten an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Leidenschaft zum Schreiben kann auch intensiv im Privatem ausgelebt werden, zum Beispiel innerhalb eines Tagebuches. Beim täglichen Schreiben im Tagebuch reflektiert man noch einmal über die Ereignisse des Tages und kommt dabei innerlich zu Ruhe. Schreiben hilft vielen Menschen, ihre Gefühle und Eindrücke zu verarbeiten. Im Tagebuch kann man seine persönlichen Empfindungen in klare Worte fassen. Ein weiterer Vorteil eines Tagebuches ist es, dass man seine Erinnerungen aufbewahrt und intensiv festhält, statt sie langsam im Gedächtnis verblassen zu lassen. Liest man heute im Tagebuch aus seinen Teenie-Zeiten, so kann man sich unmittelbar in die eigenen Gedanken von damals zurückversetzen.

Der Spaß sollte im Vordergrund stehen

Egal ob sie nun lieber für sich im Privatem schreiben, gerne im Internet über Ihre Texte diskutieren oder von einer Karriere als professioneller Schriftsteller träumen, zuallererst sollte Ihnen das Schreiben Freude bereiten. Denn wenn man Freude am Schreiben hat, dann entstehen die besten Texte nämlich wie von selbst.

Autorin: Sophia Wiese-Wagner, Platinnetz-Redaktion