In Deutschland sind allein die Abgase von benzinbetriebenen Autos für 20 Prozent der Kohlendioxidemissionen verantwortlich. Ganz schöne Luftverschmutzer! Und nicht nur die hohe Umweltbelastung, auch der teure Sprit sorgt für Unmut. Denn die Benzinpreise steigen immer weiter, immer tiefer muss man in die Tasche greifen, um den knapper werdenden Rohstoff Öl zu bekommen und sein Auto vollzutanken. Dagegen klingt der Verbrauch eines mit Strom betriebenen Autos traumhaft. Auf 100 Kilometer verbraucht ein modernes Elektroauto zwischen zehn und 20 Kilowattstunden Strom. Das entspricht einem Verbrauch von ein bis zwei Litern Benzin – auf derselben Strecke! Kein Wunder, dass das Elektroauto derzeit in aller Munde ist.

Das Elektroauto hat eine lange Geschichte

Dabei ist die Idee vom Elektroauto gar nicht mal so neu. Bevor das benzinbetriebene Auto sich durchsetzte, waren Elektroautos üblich, schon ab 1830 waren batteriebetriebene Gefährte unterwegs, Elektrokutschen, Oberleitungsbusse und batteriebetriebene Autos folgten. Dennoch hat sich damals der Verbrennungsmotor durchgesetzt, mit dem man für damalige Verhältnisse weitaus effektiver wirtschaften konnte und der auch weite Strecken möglich machte. Der Verbrennungsmotor dominiert bis heute nicht nur den Straßenverkehr, sondern trägt in großen Teilen zur Umweltverschmutzung bei. Daher denken Politik und Wirtschaft derzeit um und setzen wieder auf die alte Idee vom batteriebetriebenen Auto.

So soll das Elektroauto die Umwelt retten

Die Vorteile von einem Elektroauto bestehen vor allem darin, dass Strom für den Konsumenten deutlich billiger zu beziehen ist als Erdöl. Auch die Verfügbarkeit von Strom spielt dabei eine große Rolle. Vor allem in Zeiten, in denen der Ölpreis hoch ist und man von anderen Ländern abhängig bleibt, sehnen sich viele nach dem Elektroauto. Und es ist tatsächlich eine gute Alternative. Prinzipiell kann man ein normales Elektroauto an jeder Steckdose aufladen und Strom ist beliebig produzierbar. Die Nützlichkeit der Elektroautos hat sich inzwischen auch bis in die Bundesregierung durchgesprochen. Die Unabhängigkeit von den Erdöl-Ressourcen und nicht zuletzt auch eine Ankurbelung der Elektromobil-Branche sind für die Politik ein großer Reiz. Daher wurde bereits vor der letzten Bundestagswahl angekündigt, dass die Elektromobilität in Zukunft von der Regierung gefördert werden soll, dieses Programm wird derzeit auf den Weg gebracht. So sollen bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland unterwegs sein, dafür werden Fördergelder bewilligt, die Entwicklung vorangetrieben und das Stromtankstellennetz wird ausgebaut. Auch die angeschlagene Automobilbranche freut sich über die neuen Impulse.

Kritik am Elektroauto

Doch trotz all dieser guten Nachrichten werden auch kritische Stimmen laut. Zum Beispiel die Umweltorganisation Greenpeace hat auf die Ankündigung der Bundesregierung reagiert und sich ausgiebig mit dem Elektroauto befasst. Das Fazit: In der nahen Zukunft wird das Elektroauto keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Denn eine Million Elektrofahrzeuge machen in der Gesamtbilanz nur 3 Prozent umweltfreundliche Fahrzeuge aus, die restlichen 97 Prozent der Fahrzeuge werden weiterhin mit Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Die Greenpeace sieht daher das Elektroauto erst mittel- und langfristig als wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und fordert, dass die Gelder der Bundesregierung vor allem in die Forschung und Entwicklung von noch effizienteren Elektromotoren gesteckt werden. Ein weiterer Kritikpunkt der Greenpeace ist der Strom. Zwar gibt das Elektroauto selbst nur wenige Emissionen in die Luft ab, wird aber mit Strom betrieben, der wiederum überhaupt nicht sauber ist. Denn derzeit wird der Strom in Deutschland nur zu 12 bis 15 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen, der Großteil des Stroms stammt aus der Verbrennung von Kohle oder aus Atomkraftwerken. Mit so einer Art von Strom trägt man in der Tat nicht viel zur Rettung der Umwelt bei.

Wird allerdings in Zukunft vermehrt auf Ökostrom gesetzt, kann auch das Elektroauto sehr wohl zum Klimaschutz beitragen, so die einhellige Meinung. Wenn der Antrieb zudem konsequent weiterentwickelt wird, um noch effizientere Fahrzeuge zu bauen, kann das Elektroauto den Verbrennungsmotor verdrängen und unsere Umwelt und den Geldbeutel merklich schonen. Bis dahin ist es zwar noch ein weiter Weg, das Umdenken kann und muss aber schon heute stattfinden.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion