Über 100.000 Defekte pro Jahr gehen auf Marder zurück. Am häufigsten betroffen sind dabei Zündkabel, Schläuche und Ummantelungen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Schäden nicht gleich erkannt werden: Im schlimmsten Fall können Marderbisse Totalschäden am Motor oder Brände nach sich ziehen, deren Folgen in der Regel nicht von der Versicherung bezahlt werden. Es lohnt sich also, rechtzeitig Maßnahmen zur Marderabwehr zu ergreifen, um hinterher nicht das Nachsehen zu haben. Viele der bekannten Hausmittel haben allerdings nur eine begrenzte Wirkung, wie Studien von Fachleuten belegt haben.

Hausmittel helfen nicht dauerhaft

Einen relativ schlechten Marderschutz bieten generell alle Mittel, die auf Abschreckung durch Gerüche setzen. Ob Toilettensteine, Hundehaare oder Chemikalien: Die kleinen Räuber werden zwar von diesen Hausmitteln teilweise vorübergehend abgeschreckt, gewöhnen sich aber ziemlich schnell an den ungewöhnlichen Duft und lassen sich schon nach wenigen Tagen nicht mehr beeindrucken. Etwas besser ist die Erfolgsquote mit einem Stück Maschendrahtzaun, das unter den Motor gelegt wird: Versuche zeigen, dass Marder sich nicht gerne über das Gitter bewegen und Autos mit dieser Vorsichtsmaßnahme eher meiden.

Elektroschocker bringen gute Ergebnisse

Deutlich wirksamer sind allerdings Elektroschocker, die an typischen Einstiegsstellen angebracht werden und den Tieren einen unangenehmen, aber nicht tödlichen Stromstoß versetzen. Wichtig ist dabei, dass beim Einbau keine potentiellen "Einfallstore" vergessen werden, da die Marder trotz der Stromstöße oft mehr als einen Versuch unternehmen. Der Einbau der Geräte sollte daher möglichst von einer Fachwerkstatt vorgenommen werden. Für einen nachhaltigen Marderschutz ist es zusätzlich auch wichtig, ein Auto, das schon einmal betroffen war, einer Motorwäsche zu unterziehen, da der Geruch von Artgenossen die Marder oft besonders aggressiv macht.

Motorraum lässt sich vollständig verschließen

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann zusätzlich besonders anfällige Kabel und Schläuche mit Plastik ummanteln lassen, das den Marderbissen standhält. Viele Automobilhersteller bieten auch an, den Motorraum vollständig zu verschließen. Solche kostspieligeren Maßnahmen empfehlen sich besonders bei Autos, die oft an verschiedenen Stellen geparkt werden: Da der Geruch unterschiedlicher Tiere mit solchen Fahrzeugen von einem Revier ins nächste getragen wird, sind sie besonders oft von Marderschäden betroffen. Auch die vielbeschworenen Ultraschallgeräte bieten hierbei meist wenig Schutz – sie werden von den Tieren oft vollständig ignoriert.