Ein paar Kenntnisse sollte man jedoch mitbringen, möchte man so ein rollendes Heim verkehrssicher bewegen. Im Gegensatz zur Fahrt mit einem Wohnmobil, ist die Fahrt mit einem Wohnwagen-Anhänger für den üblichen PKW-Fahrer gewöhnungsbedürftig. Gerade wer zum ersten Mal mit dem Wohnwagen verreist, sollte besonders vorsichtig sein. Meik (45) erinnert sich an seine erste Fahrt mit angehängtem Wohnwagen: "Das war vor sieben Jahren. Wir wollten den ersten Familienurlaub mit den Kindern machen und haben uns fürs Camping einen Wohnwagen geliehen. Vorher bin ich noch nie mit Anhänger gefahren, aber ich hab gedacht 'naja, so schwer kann das ja nicht sein!'" Meik musste allerdings feststellen, dass er sich da getäuscht hatte. Als er über eine hohe Brücke fuhr, geriet er ins Schlingern. "Eine Windböe hat den Anhänger erwischt und ihn extrem zum Schaukeln gebracht. Ich war total überfordert am Steuer und konnte nicht verhindern, in den Gegenverkehr zu geraten", erzählt er. Meik und seine Familie haben dabei viel Glück gehabt, denn es war nicht viel Verkehr und ihm konnten alle entgegen kommenden Autos ausweichen. "Das hätte auch schief gehen können. Ich wusste damals nicht, dass es ein ganz anderes Fahren ist, wenn man einen Wohnwagen zieht. Ich habe das total unterschätzt - aber das ist mir nie wieder passiert."

Sicherheitsrisiko Wohnwagen

Immer wieder passieren Unfälle aufgrund falschen Verhaltens im Umgang mit dem Wohnwagen. 2008 gab es allein in Deutschland 1.350 Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften, in die ein Fahrzeug mit einem Anhänger verwickelt war. Denn besonders den Menschen, die das Fahren mit einem angehängten Wohnwagen nicht gewohnt sind, unterlaufen in entscheidenden Gefahrensituationen immer wieder typische Fahrfehler. Das gefährliche an einem relativ großen und schweren Wohnwagen, auch Caravan genannt, ist das Risiko des Schlingerns. Denn wird vom Fahrer auf ungewollte Pendelbewegungen des Anhängers falsch reagiert, kann sich dieses Schlinger hochschaukeln, bis der Wohnwagen schließlich das Zugfahrzeug von der Fahrbahn abbringt und in den Graben oder den Gegenverkehr lenkt. Dabei können die Schlinger-Bewegungen durch verschiedene Faktoren erzeugt werden, die der Fahrer nicht beeinflussen kann. Ob durch starken Wind, Bodenwellen oder kleinste Ausweichmanöver - Pendelbewegungen des Wohnwagens sind schnell provoziert. Umso wichtiger ist es, dass der Fahrer des PKW weiß, wie er reagieren muss, um Gefahren abzuwenden. Verkehrssicherheitsexperten empfehlen aus diesem Grund spezielle Fahrtrainings für Menschen, die mit Wohnwagen verreisen. Diese Trainings werden von den Automobilclubs jedes Jahr verstärkt vor der Urlaubssaison angeboten. Auch Meik hat vor seinem nächsten Urlaub ein solches Training gemacht und war begeistert. "Also erstens hat es total viel Spaß gemacht. Und zweitens ist es wirklich sinnvoll. Man lernt, wie man sich in Extremsituationen verhalten muss, damit es nicht zum Unfall kommt." Das Training gibt wichtige Tipps und sorgt dafür, dass sich die Fahrer nicht nur sicherer fühlen, sondern vor allem sicherer unterwegs sind.

Außerdem empfiehlt es sich bei regelmäßigen Reisen mit dem Wohnwagen, auch bei seinem PKW auf Sicherheit zu achten. Besonders hilfreich ist für Besitzer eines Caravans, wenn ihr Zug-PKW über ein Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) verfügt. Dieses registriert ungewollte Pendelbewegungen des Fahrzeugs und bremst automatisch einzelne Reifen des PKW ab, um das Schlingern auszugleichen. Das hilft dem Fahrer, seine Spur halten zu können und nicht samt Wohnwagen in den Gegenverkehr zu geraten. Ein modernes ESP erkennt sogar bereits leichte Schaukelbewegungen des Anhängers und gleicht diese durch Abbremsen und Zurücknehmen der Motorleistung des Zug-PKW aus.

Der Wohnwagen und seine Reifen

Gerade wer nur einmal im Jahr mit seinem Wohnwagen unterwegs ist, unterliegt oft dem Trugschluss, die Reifen des Caravans hielten ewig. Dem ist jedoch bei weitem nicht so. Denn bei Reifen, die nur phasenweise belastet werden, härten die Weichmacher in der Gummimischung aus und verursachen Risse. Fährt man mit einem solch beschädigten Reifen im Straßenverkehr, ist ein Unfall vorprogrammiert. Um dies zu verhindern, sollte man seine Reifen regelmäßig erneuern, auch wenn sie noch nicht abgefahren sind.

Schonen und dadurch ihre Lebenszeit verlängern, kann man die Reifen, indem man sie bei langen Standzeiten abdeckt. Gerade beim Camping in den südlichen, warmen und sonnigen Ländern ist dieser Schutz sinnvoll. Wer seinen Wohnwagen im Winter unterstellt, sollte sich überlegen, ob er ihn nicht aufbockt, um dadurch die Reifen während der Winterpause zu entlasten.

Autorin: Anne Bartel, Plaitnnetz-Redaktion