Vorbild für die deutschen Kurorte war die im 18. Jahrhundert in England aufkommende Kultur der Bade- und Kurorte, die sich im 19. Jahrhundert auch langsam auf dem europäischen Festland ausbreitete. Die Verleihung des Siegels Kurort geschieht heute auf Ebene der Bundesländer. Dabei dürfen sich Gemeinden als Bad bezeichnen, die medizinische Therapien, meist im Rahmen einer Kur, anbieten können. Dazu zählt das Vorhandensein so genannter natürlicher Heilmittel, die dem Boden oder dem Wasser entstammen oder die Möglichkeit einer Kneippkur. Da Kuren über Jahrhunderte hinweg ausschließlich vermögenden Menschen der oberen Schicht möglich waren, boten die Kurstädte ein exklusives Rahmenprogramm zur Unterhaltung ihrer Kurgäste. So lässt sich auch erklären, dass bis heute in ungewöhnlich vielen auch kleineren Kurorten ein Casino vorhanden ist. Wer etwa in Köln wohnt, müsste für den unterhaltsamen Abend in einem Casino entweder nach Bad Aachen oder nach Bad Neuenahr.

Bad Aachen mitten im Dreiländereck

Die wenigsten außerhalb Aachens wissen wahrscheinlich, dass Aachen eigentlich das Recht hätte, das Bad im Namen zu tragen. Doch die Stadt verzichtet darauf, um in alphabetischen Ortslisten immer an erster Stelle aufzutauchen. Schon die Römer kannten die heilende Wirkung der heißen Schwefelquellen und errichteten eine Therme in Bad Aachen. Doch Bad Aachen hat außer seiner 2000-jährigen Bädertradition noch mehr zu bieten: Karl der Große erbaute hier Ende des 8. Jahrhunderts eine Pfalz (Stützpunkt damaliger Herrscher) von so imposanten Ausmaßen, dass seine Zeitgenossen von einem "zweiten Rom" sprachen. Auch wenn nur noch einige Teile erhalten sind, so bietet die Innenstadt Aachens mit dem Aachener Dom und dem Rathaus einen spannenden Einblick in die europäische Geschichte. Die besondere geografische Lage Bad Aachens im Dreiländereck zwischen Deutschland, Holland und Belgien spielt heutzutage eine große Rolle für die Aachener Bevölkerung. Nicht umsonst wird hier jedes Jahr der Internationale Karlspreis verliehen, mit dem Personen ausgezeichnet werden, die sich für Europa stark machen. Wer nach einem langen Tag genug hat von Kultur und Geschichte, der kann sich abends im Casino die Zeit mit Spielen vertreiben oder sich stilvoll in der zugehörigen Gastronomie kulinarisch verwöhnen lassen.

Bad Kreuznach - Weinberge und Salinen

Wen es nach Bad Kreuznach verschlägt, der findet sich in einer mittelgroßen Stadt in Rheinland-Pfalz wieder. Über ihre Grenzen hinaus sind die Brückenhäuser bekannt. Diese stehen auf einer Brücke, die über die Nahe führt und stammen bereits aus dem 15. Jahrhundert. In Bad Kreuznach spielt außerdem der Weinanbau der Naheregion eine große Rolle. Wie wäre es da mit einem Tag im Herbst in den landschaftlich schön gelegenen Weinbergen rund um Bad Kreuznach? Hier kann man bei der Weinlese helfen, erfährt nebenbei viel Wissenswertes über den Weinanbau und erhält im nächsten Frühjahr eine Flasche des Weins bei dessen Lese man mitgeholfen hat. Bad Kreuznach verdankt den Status eines Kurorts dem Vorkommen einer salzhaltigen Quelle (Sole). Im Salinental, dem größten Freiluftinhalatorium Europas kann man die gesunde salzhaltige Luft der Salinen einatmen. Die Sole wird über ein Gradierwerk (Holzgerüst mit Reisigbündeln) geleitet und die verdampfende Luft ist vor allem für Asthmatiker äußerst heilsam. Wer sich lieber in der gesunden Luft stärkt, als bei der Weinlese zu helfen, kann anschließend bei einem Abendspaziergang den Sonnenuntergang auf dem Rheingrafensteinplateau umringt von beeindruckenden Felsformationen genießen.

Bad Homburg: Ein Kurort im Rhein-Main-Gebiet

Bad Homburg zeichnet sich vor allem durch die Mischung aus traditioneller Kurstadt und modernem Wirtschaftsstandort inmitten des Rhein-Main-Gebietes aus. Mit seinen 52.000 Einwohnern gilt Bad Homburg als beliebter Wohnort auch für Menschen, die im nahegelegenen Frankfurt am Main arbeiten. Wer möchte, kann das Landgrafenschloss die ehemalige Residenz der Landgrafen von Hessen-Homburg besichtigen. Mit dem Kurtheater verfügt Bad Homburg über eines der größten Gastspieltheater Deutschlands, indem sowohl Musicals als auch Opern, Ballett und Kabarett stattfinden. Aber auch Bad Homburg hat ein Casino zu bieten. Hier kann nicht nur Black Jack, Roulette und Poker gespielt, sondern auch in der CasinoLounge, einem Musikclub für Menschen ab 35 Jahren, getanzt werden.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion