Gerade in der heutigen Zeit leiden immer mehr Menschen unter Rückenbeschwerden. Vermehrte Büroarbeit und fehlender sportlicher Ausgleich sorgen dafür, dass Rückenschmerzen zur Volkskrankheit geworden sind. Bei solchen Problemen gilt ein Wasserbett oft als wahre Wunderwaffe. Es wird als ideal für den Rücken gepriesen und soll sogar bei Gelenkproblemen wie Arthritis oder Rheuma helfen. Die Argumente der Hersteller hierzu klingen zunächst einmal logisch: Die Wirbelsäule wird entlastet, weil sich die Wassermatratze genau dem Körper anpassen kann, wodurch das Gewicht beim Liegen gleichmäßig auf mehrere Druckpunkte verteilt wird. Zudem wirkt die Wärme des beheizten Wassers positiv auf geschundene Gelenke. Doch wie viel ist wirklich dran an der Wunderwaffe Wasserbett?

Das Wasserbett und der Rücken

Zunächst einmal gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Typen von Wasserbetten: Hardside und Softside. Die momentan gängigste und beliebteste Form ist das Softside-Wasserbett. Während die Wassermatratze des Hardside-Bettes in einem festen und speziellen Rahmen untergebracht sein muss, liegt sie bei einem Softside-Wasserbett in einer thermoisolierenden, weichen Schaumstoffwanne. Ein solches Wasserbett kann also ohne Bettgestell völlig frei im Raum stehen, lässt sich jedoch je nach Geschmack ebenso gut auch in ein nahezu beliebiges Bettgestell integrieren. Beide Varianten versprechen einen hochwertigen Liegekomfort und passen sich an die Form der Wirbelsäule des Schlafenden an. Doch ist das wirklich so gut für den Rücken?

Landläufig war man lange der Meinung, dass harte Matratzen gut für Menschen mit Rückenproblemen seien. Neuere Erkenntnisse gehen allerdings davon aus, dass eine weiche Matratze bei Rückenschmerzen besser geeignet ist als eine harte. Diese Erkenntnis spricht für den positiven Effekt des Wasserbetts auf den Rücken. Dänische Wissenschaftler betonen jedoch auch, dass nicht nur ein Wasserbett den Rücken unterstützt. Entscheidend ist die Weichheit der Matratze, ob diese nun mit Wasser gefüllt ist oder mit Schaumstoff, spielt dabei laut der Wissenschaftler keine Rolle. 141 Menschen mit Rückenproblemen nahmen an dem Test teil, in dem Wasserbett, Schaumstoffmatratze und Futon gegeneinander antraten. Dabei zeigte sich, dass sowohl das Wasserbett als auch die weiche Schaumstoffmatratze den Schlaf der Tester verlängerte und ihre Rückenschmerzen linderte. Lediglich der harte Futon schnitt bei diesem Test schlecht ab. Entscheidend für eine positive Wirkung auf den Rücken ist nach Meinung der Forscher also lediglich, dass sich die Matratze der Wirbelsäulenform anpasst und sie dadurch entlastet. Nicht geklärt werden konnte, ob der längere Schlaf der Grund für weniger Schmerzen war oder ob die geringeren Schmerzen für den längeren Schlaf sorgten.

Ein Wasserbett verursacht laufende Kosten

Elementar wichtig es ist, Wasserbetten richtig und regelmäßig zu pflegen und zu reinigen. Ansonsten droht gesundheitsgefährdende Schimmelbildung. Hierzu muss das Wasser alle halbe Jahre mit einem speziellen Conditionierer gereinigt und die äußere Vinyl-Schicht der Matratze alle drei Monate mit Vinylpfleger behandelt werden. Befolgt man die Pflege-Regeln gelten Wasserbetten als hygienischer als eine herkömmliche Matratze, da Milben und Staub keine Angriffsfläche haben und sich nicht einnisten können. Aus diesem Grund ist das Wasserbett auch interessant für Allergiker und Asthmatiker. Doch auch die hygienische Vinyl-Oberfläche hat Nachteile. So kritisieren Experten etwa immer wieder, dass das wasserundurchlässige Vinyl dafür sorgt, dass der Körperschweiß während des Schlafens nur nach oben entweichen und verdunsten kann. Während er bei einer Schaumstoffmatratze auch nach unten abgegeben wird, sammelt er sich beim Wasserbett auf dem Vinyl.

Auch nachteilig sind die höheren Kosten, die ein Wasserbett verursacht. Zwar gibt es verschiedene Preiskategorien, doch ein qualitativ gutes Wasserbett ist unter 1000 Euro nicht zu haben. Von minderwertiger Ware aus Fernost sollte man lieber die Finger lassen, da hier in der Regel schlechtes Material verwendet wird. Im schlimmsen Fall kann das zu enormen Wasserschäden in der Wohnung führen oder es können gesundheitsschädliche Weichmacher im Vinyl verarbeitet sein. Zu den Anschaffungskosten kommen beim Wasserbett außerdem auch laufende Kosten für die Pflegemittel und die Heizung hinzu. Bei einem Doppelbett liegen die zusätzlichen Heizkosten pro Jahr immerhin bei über 50 Euro, die Pflegemittel und das Zubehör machen mehr als 20 Euro jährlich aus. Außerdem kann ein Umzug mit einem Wasserbett schnell zur Tortour werden, da ein hohes Gewicht (große Exemplare können bis zu 500 Kilogramm wiegen) die Regel ist. Außerdem muss das Wasser bei einem Umzug zunächst mit einer speziellen Pumpe abgepumpt werden. Anschließend muss das Wasserbett natürlich wieder gefüllt werden, was einiges an Zeit in Anspruch nimmt.

Das Wasserbett hat also sowohl Vor- als auch Nachteile. Bei Rückenschmerzen kann das Liegen auf Wasser zwar durchaus helfen, doch muss man sich bewusst sein, dass der gleiche Effekt auch mit einer preisgünstigeren, aber dennoch qualitativ hochwertigen normalen Matratze erreicht werden kann.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion