Heimwerken ist nicht Jedermanns Sache und gerade vor dem Tapezieren drücken sich viele Menschen so lange wie nur irgend möglich. Aber spätestens wenn die Farbe in den Ecken schon ganz grau wird oder sich die Tapete an der ein oder anderen Stelle von der Wand schält, ist eine Renovierung unumgänglich. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihre Wohnung ohne professionellenHandwerker selbst tapezieren wollen.

Heimwerken für Anfänger - Tapezier-Grundlagen

Die Wände möglichst gut vorzubereiten, ist enorm wichtig und spart nachher Zeit und Nerven. Entfernen Sie zunächst die alte Tapete von den Wänden. Oft lässt sich zumindest die obere Schicht der Tapete auch trocken ablösen. Bleibt eine untere Papierschicht an der Wand haften, müssen Sie diese einweichen indem Sie Wasser mit Tapetenlöser oder Spülmittel entweder mit der Kleisterbürste oder der Gartenspritze auf der Wand verteilen. Danach können Sie die Papierschicht mit einem Spachtel entfernen. Müssen Sie eine Rauhfasertapete entfernen, kann es sein, dass diese sich auch nach dem Einweichen nicht einfach lösen lässt. In dem Fall können Sie sie mit einer Nagelwalze aufrauen, damit das Wasser besser in die Tapete eindringen kann. Die Abdeckungen von Lichtschaltern und Steckdosen sollten vor dem Tapezieren abgeschraubt werden. Beachten Sie hierbei die wichtigste Regel beim Heimwerken - bei Arbeiten an der Elektrik IMMER den Strom abschalten!

Das Vorschneiden der Tapete und das Ermitteln der Tapetenmenge gehört mit zu den Vorarbeiten beim Heimwerken. Für die Menge der benötigten Tapete gilt: Die Länge einer genormten Eurorolle beträgt 10,05 Meter und die Breite 0,53 Meter. Rechnen Sie also anhand der Raummaße aus, wie viele Bahnen sie in welcher Länge benötigen. Runden Sie dabei immer großzügig auf - abschneiden können Sie an den Enden später immer noch. Messen Sie die Raumhöhe aus und schneiden Sie dementsprechend eine Bahn von der Rolle ab - geben Sie dabei fünf bis zehn Zentimeter dazu. Benutzen Sie die erste Bahn als Muster und schneiden sie die anderen nach diesem zu.

Kleistern Sie die Bahnen ein. Verteilen Sie dabei den Kleister von der Mitte der Bahn aus nach außen. Achten Sie vor allem an den Kanten darauf, dass sie von innen nach außen kleistern. Ist die komplette Bahn gekleistert, schlagen Sie die Tapete oben und unten jeweils bis zur Mitte ein. Je nachdem was auf der Verpackung steht, muss der Kleister eine Zeit lang einweichen, bevor Sie die Bahn an die Wand kleben können.

Tapezieren Sie immer vom Fenster, also vom einfallenden Licht weg. Dadurch sind eventuelle Überlappungen im Nahtbereich nicht so deutlich sichtbar. Zur Markierung für ihre erste Bahn, ziehen Sie einen senkrechten Strich ca. 50 bis 51 Zentimeter von einer Ecke ausgehend. Nehmen Sie dann die gefaltete Tapete, klappen Sie eine Seite auf und setzen Sie diese an der Markierung bündig an - lassen Sie aber dabei zur Decke hin einen kleinen Überstand stehen. Dann streichen Sie die Tapete von der Mitte der Bahn aus sorgfältig mit der Tapezierbürste an. Den oberen Überstand drücken Sie mit dem stumpfen Rücken einer Schere in die Ecke und markieren damit exakt den Eckpunkt zwischen Decke und Wand. Ziehen Sie die Tapete oben wieder soweit ab, dass sie die Bahn an der markierten Stelle abschneiden können. Der Rest wird festgedrückt, die untere Hälfte der Bahn aufgeklappt, angedrückt und unten auf die gleiche Weise wie oben abgeschnitten. Achten Sie darauf, dass sich beim Anstreichen der Tapete an die Wand keine Blasen unter der Tapete bilden.

Heimwerken spart Geld

Wer Arbeiten wie das Tapezieren selbst übernimmt, spart teure Handwerker und damit viel Geld. Auch wer im Heimwerken nicht geübt ist, kann kleinere Dinge im Haushalt nach Anleitung und unter Beachtung aller Vorsichtsmaßregeln oft selbstständig durchführen. Auch größere Aktionen wie das Tapezieren sind mit der richtigen Vorbereitung und mit etwas Geduld und Sorgfalt leicht möglich. Nach einiger Übung macht Heimwerken sogar richtig Spaß und wenn Sie erst einmal entdeckt haben, was Sie durch Kleinigkeiten in Ihrer Wohnung alles verbessern können, werden Sie zum richtigen Hobby-Heimwerker werden!

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion