Pflanzen brauchen Licht, Luft, Wasser und hin und wieder Dünger, das wissen die Meisten. Aber wie viel Sonne, wie oft Wasser und wann düngen? Das hängt sowohl von der Art der Pflanze, als auch von der Jahreszeit ab. Einige Sorten bevorzugen das pralle Sonnenlicht, andere schätzen ein schattiges Plätzchen und verbrennen regelrecht in der Sonne.

Was Pflanzen glücklich macht

Maßgeblich für die verschiedenen Vorlieben ist die Herkunft der Pflanzen. Kakteen, Agaven, Aloe oder Sukkulenten zum Beispiel stammen aus der Savanne und sind daher hervorragend an geringe Luftfeuchtigkeit und vorübergehende Trockenheit angepasst. Zu üppiges Gießen und Düngen würde diesen Pflanzen ebenso schaden wie ein schattiger Platz ohne direkte Sonne.

Ganz anders die Pflanzen, die aus subtropischen Gebieten zu uns gekommen sind. Der beliebte Ficus Benjamina ist ein Vertreter der Subtropen und mag es grundsätzlich warm und feucht. In den Subtropen ist der Winter sehr niederschlagsreich, während der Sommer sehr trocken ist. Das sollte man auch bei der Pflege des heimischen Ficus bedenken. Er möchte im Winter reichlich gegossen und im Sommer mäßig feucht gehalten werden. Da er hohe Luftfeuchtigkeit schätzt, eignet er sich auch gut, um dem Badezimmer einen tropischen Touch zu verleihen. Auch der Oleander zählt zu den Pflanzen aus den Subtropen. Wer ihn als Kübelpflanze auf Terrasse oder Balkon hält, muss ihn im Winter unbedingt ins Haus holen, damit er nicht erfriert.

Die meisten der hiesigen Zimmerpflanzen stammen aus dem Bereich des tropischen Regenwaldes. Dort sind die Niederschläge gleichmäßig über das Jahr verteilt, so dass diese Pflanzen regelmäßig gegossen werden müssen. Ob sie eher schattig oder vollsonnig stehen möchten, hängt davon ab, aus welcher Vegatationsstufe sie stammen. Kletterpflanzen benötigen viel Licht, während bodennahe Arten es eher schattig mögen. Bromelien, Orchideen und Philodendron sind Vertreter des tropischen Regenwaldes.

Pflanzen für ungeduldige Anfänger

Welche Pflanze ist die Richtige, wenn man keinen grünen Daumen hat und trotzdem ein gemütliches Zuhause haben möchte? Als Pflanzen für Anfänger werden immer wieder die weit verbreiteten Grünlilien empfohlen. Sie sind extrem anspruchslos und vermehren sich leicht, so dass man schnell Erfolgserlebnisse hat. Die Grünlilie oder auch „Flinker Heinrich“ oder „Fliegender Holländer“ stammt aus Südafrika. Sie wächst sehr schnell und bildet kleine weiße Blüten aus. Nach der Blüte bilden sich rasch kleine Einzelpflanzen. Die Grünlilie verträgt nahezu jeden Standort. Ist die Luft im Raum sehr trocken, sollte man sie hin und wieder überbrausen, wenn sie braune Spitzen bekommt.

Sehr pflegeleicht und dankbar ist auch die Buntnessel. Es gibt sie in über 60 verschiedenen Arten, die alle eine andere Blattfärbung aufweisen. Buntnesseln blühen zwar, doch die Blüte ist wenig attraktiv, so dass man sie besser gleich entfernt, damit die Kraft in die Blätter und nicht in die Blüte geht. Die Buntnessel bevorzugt einen hellen Standort ohne direkte Sonne. An einem zu dunklen Standort verlieren die Blätter ihre schöne Färbung. Sie mag es, reichlich gegossen zu werden, aber ohne „nasse Füße“ zu bekommen. Ab Ende Mai kann man die Buntnessel auch als Balkonpflanze ins Freie stellen.

Wer eine Blühpflanze bevorzugt, sollte sich für die Porzellanblume entscheiden. Die aus Südostasien stammende Pflanze mag einen hellen, warmen Standort ohne Zugluft. Bis zum Spätsommer möchte die Porzellanblume reichlich gegossen werden, danach braucht sie eine Ruhephase mit weniger Wasser. Ganz austrocknen sollte die Pflanze jedoch nicht. Da die Blüten besonders nachts stark süß duften, eignet sich die Porzellanblume nicht gut fürs Schlafzimmer.

Grundsätzliches zur Pflege von Pflanzen

Wer sich nicht in die Details der Zimmerpflanzenpflege einarbeiten möchte, kann sich an wenige einfache Regeln halten.

Die meisten Pflanzen sollten erst dann gegossen werden, wenn die oberste Schicht der Erde trocken ist. Das ist durchschnittlich alle zwei Wochen der Fall. Zimmerpflanzen bevorzugen weiches, zimmerwarmes Wasser. Wachsen die Pflanzen nicht mehr gut oder bekommen gelbe Blätter, brauchen sie ein wenig Dünger. Auch regelmäßiges Umtopfen alle zwei Jahre oder wenn sich die Pflanze aus dem Topf hebt, ist unbedingt nötig. Nach zwei Jahren enthält die Erde im Topf keine Nährstoffe mehr und die Pflanze verhungert. Für diejenigen, die wenig Zeit haben oder viel unterwegs sind und sich nicht um ihre Pflanzen kümmern können, lautet die Lösung: Hydrokultur. Die Pflanzen stehen nicht in der Erde, sondern in Blähton, der das Wasser speichert. Spezieller Dünger versorgt die Pflanzen optimal mit Nährstoffen und ein Gießanzeiger gibt zuverlässig Auskunft darüber, wann es Zeit zum Gießen ist. So kann bei der Pflege der grünen Mitbewohner nichts schief gehen.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion