Aber woran erkennt man Schimmel? Eindeutig von Schimmel befallen ist Ihre Wohnung, wenn dunkle Flecken oder ein erdiger Geruch zu bemerken sind. Für den Laien ist Schimmel in einer frisch renovierten Wohnung allerdings so gut wie unsichtbar. In dem Fall erkennt man ihn höchstens am Geruch. Schimmel ist ein sehr häufiges Problem. Laut Untersuchungen ist sogar jede zehnte Wohnung befallen und oft ist die Ursache schlichtweg falsches Lüften.

Schimmel und Schimmelpilz, was ist das?

Schimmel gehört zu der Gruppe der Pilze. Er ist besonders bekannt als Befall von verdorbenen Lebensmitteln und feuchten Wänden, hat aber noch zahlreiche andere Formen. Der Schimmel, der als Nährboden Feuchtigkeit und eine bestimmte Temperatur findet, fängt an zu wachsen und löst damit Fäulnisprozesse aus. Bei seiner Vermehrung, die dann fast unaufhaltsam vor sich geht, ernährt sich der Schimmelpilz von organischen Molekülen, die er sozusagen überall finden kann.

Die Schimmelsporen, durch die sich Schimmel vermehrt, gibt es an und für sich überall. Zum Beispiel in der Luft, im Hausstaub, auf der Haut oder in Blumenerde. Sobald Sporen dieser Art auf organisches Material treffen und es eine hohe Luftfeuchtigkeit gibt, sind der Wucherung von Schimmelpilz-Arten Tür und Tor geöffnet. Er wächst insbesondere da wo keine Luftzirkulation vorhanden ist, also zum Beispiel hinter Schränken. Schimmel ist als Lebensform ein echter Lebenskünstler und daher ziemlich hartnäckig. Er überlebt sogar bei Temperaturen von 0 bis 60 Grad. Außerdem gedeiht er besonders gut bei Feuchtigkeit und Nässe. Das ist der Grund weshalb Schimmel bei Bauschäden, undichten Dächern oder bei feuchten Wänden besonders häufig auftritt. In diesen Fällen gilt es tatsächlich, den Schimmel professionell zu entfernen und zu sanieren.

Oft kann Schimmel durch Kondenswasser entstehen, das zum Beispiel an Fenstern entstehen kann. Das Kondenswasser an Fenstern entsteht sehr häufig, wenn Sie energiesparende, neue Fenster haben, die besonders dicht sind und so die Luftzirkulation einschränken. Im Prinzip ist jede Feuchtigkeit für den Schimmel ein Willkommensgeschenk. Er nimmt die Luftfeuchte, die durch Waschen, Baden, Duschen, Kochen und auch durch das einfache Atmen in Räumen entsteht, dankbar an.

Schimmel ist allerdings nicht nur unansehnlich, er kann auch nicht zu unterschätzende Gesundheitsprobleme auslösen. Schimmel kann für Allergien, Atemwegserkrankungen und Infektionen verantwortlich sein. Häufig leiden Betroffene unter Schnupfen, Bronchitis, Müdigkeit oder starken Kopfschmerzen. Alte Menschen, Kranke und Kinder sollten auf keinen Fall mit Schimmel in Kontakt kommen.

Das A und O - durch vernünftiges Lüften lässt sich Schimmel verhindern



Besonders hilfreich, um Schimmel zu vermeiden ist es, immer ordentlich und regelmäßig zu lüften. Und dreimal Lüften am Tag kann man sich sehr schnell antrainieren in dem man nach und vor dem Schlafen, beim Kochen, Duschen, Wäsche waschen und nach dem Heimkommen abends konsequent lüftet. Und zwar mit ganz offenem Fenster, also am besten Stoßlüften bei geschlossenen Türen. Bei Kälte reichen maximal 5 Minuten aus. Zusätzlich sollten die Temperaturen der Räume vernünftig reguliert sein, denn viele Menschen unterschätzen neben dem Lüften auch das sinnvolle Heizen. Wohnräume sollten grundsätzlich auf 18-20 Grad geheizt sein. Natürlich darf es aber im Schlafzimmer auch etwas kühler sein.

Beim Lüften hilft insbesondere kalte Luft mit wenig Feuchtigkeit. Besonders häufig hat man diese Luft in den Wintermonaten, selbst wenn es regnen sollte. Gekippte Fenster sollten generell tabu sein, denn die Luft tauscht sich dabei viel zu langsam aus und es kostet zu viel Energie. Zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit kann man sich sogar ein Hygrometer für etwa 25 Euro anschaffen und für das Bad einen Lüfter. Schränke sollte man im Zweifel einfach von der Wand abrücken, um die Luftzirkulation zu verbessern. Zudem sollte man bei Verdacht auf Schimmel auf Zimmerpflanzen und Aquarien verzichten.

Wenn sich einmal Schimmel entwickelt hat, ist es wirklich schwierig, ihn wieder loszuwerden. Mann kann es in leichten Fällen erst einmal mit Lüften und Heizen versuchen, damit er sich wenigstens nicht weiter ausbreitet. Aber im Prinzip muss relativ schnell der Profi mit einem Luftentfeuchter ran, denn bei der Entfernung des Schimmels können Fehler gemacht werden und das schadet gegebenenfalls vielleicht sogar der Gesundheit. In Eigenregie sollte nur ein gesunder Mensch unter genauer Anleitung den Schimmel bekämpfen und darauf achten, dass Schimmelflecken nicht trocken abgewischt werden. Es sollte auf ausreichend Schutz geachtet werden. Also: Handschuhe, Schutzanzug, Mundschutz und Schutzbrille. Das alles finden Sie in Baumärkten. Und auch hier gilt: Hinterher gut lüften, den Raum gut reinigen und sofort ordentlich duschen.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion