Spinnenforscher behaupten, dass in jedem Haushalt durchschnittlich 300 Spinnen leben. Versteckt in Winkeln, hinter Fußleisten, im Keller, in Nischen oder im Rolladenkasten. Überall, wo es warm und trocken ist, siedeln sie sich an und vermehren sich zu Hauf. Das kann man auch durch sorgfältigstes Putzen und Aufräumen nicht verhindern. Gerade im Herbst suchen Spinnen sich kuschelige Plätzchen im Haus und ziehen für den Winter ein.

Spinnen leben überall im Haus

Spinnen dauerhaft aus dem Haus zu entfernen, ist unmöglich. Sie können sich winzig klein machen und quetschen sich unbeschadet durch jeden Spalt. Man kann die Plagegeister ein wenig behindern, indem man Fliegengitter an Türen und Fenstern anbringt und mögliche Ritzen mit Silikon abdichtet. Man kann auch versuchen, es den Tierchen möglichst ungemütlich zu machen. Den Duft von Lavendel zum Beispiel sollen sie gar nicht mögen. Im Handel werden Sprays angeboten, die Spinnen vertreiben und abhalten sollen. Leider hält die Wirkung dieser Mittel nicht lange an. Außerdem gibt es Geräte, die man in die Steckdose steckt und die dort einen so hohen Ton abgeben, dass das menschliche Ohr ihn nicht wahrnehmen kann. Die Spinnen sollen diesen Ton als unangenehm empfinden und sich ein anderes Domizil für den Winter suchen.

Komplett fern halten kann man Spinnen jedoch nicht. Was tut man also mit ihnen, wenn sie der Liebsten im Bad über den Weg laufen?

So werden Sie die Spinnen los

Macht sich der Held der Neuzeit mit einer dicken, gerollten Zeitung bewaffnet auf, seine Holde vor der krabbelnden Gefahr zu erretten, quiekt diese meistens:„Aber nicht weh tun! Nur weg machen!“ Gut, einfach erschlagen geht also nicht. Das hat ja auch den Vorteil, dass keine hässlichen Flecken auf der Tapete entstehen.

Tierfreunde nehmen statt der Zeitung ein Glas oder eine Tasse, fangen die Spinne damit ein und schieben ein Blatt Papier zwischen Spinne und Wand. So eingefangen trägt man sie dann hinaus und entlässt sie wohlbehalten in die Freiheit. Das hat nur einen Nachteil: Spinnen haben einen hervorragenden Orientierungssinn und machen sofort Kehrt, um wieder an ihr warmes, gemütliches Plätzchen zurück zu kehren. Man muss sie also mindestens 30 Meter vom Haus entfernt aussetzen, damit sie den Heimweg nicht mehr finden. Mutige Menschen fangen Spinnen mit einem Küchentuch und entsorgen sie gleich draußen im Mülleimer.

Wer sich den Spinnen möglichst gar nicht nähern möchte, greift zum Staubsauger und saugt sie ein. Nur um sich danach stundenlang zu fragen, ob das Tier denn jetzt auch wirklich tot ist oder sich im Staubsaugerbeutel vermehrt und später mit Verstärkung wieder aus dem Rohr gekrochen kommt - oder einen beim Wechseln des Beutels rachsüchtig anspringt. An dieser Frage scheiden sich die Geister. Reicht der Sog im Rohr, um die Spinne zu zerquetschen? Staubsaugerhersteller schlagen vor, das Rohr nach dem Einsaugen der Spinnen kurz mit der Hand zu verschließen. Der so entstehende Unterdruck soll die Krabbeltierchen zuverlässig töten. Wem das nicht reicht, dem hilft vielleicht Folgendes: Hausspinnen haben keine Lunge. Stattdessen haben sie so genannte Tracheen am ganzen Körper, die die Organe mittels Kapillarwirkung mit Sauerstoff versorgen. Stecken die Spinnen im Staubsaugerbeutel mitten im Staub, verstopfen die Tracheen und die Spinnen ersticken unweigerlich. Das ist nicht schön, aber beruhigend, wenn man eine Spinnen-Phobie hat und gerade kein Retter vor Ort ist. Wem das zu brutal ist, der kann die Spinnen auch einfach mit dem Besen aus dem Haus schaffen. Man sollte auch nicht vergessen, dass Spinnen die Wohnung von anderen Schädlingen wie Mücken und Fliegen frei halten und für den Menschen absolut ungefährlich sind. Ein echter Grund zur Panik besteht beim Anblick einer Spinne also nicht.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion