Städte bieten mehr Chancen auf eine flexible Lebensgestaltung auch wenn die eigene Mobilität nachlassen sollte. Hinzu kommt eine größere kulturelle Vielfalt, die vor allem für die Generation 40 Plus von Bedeutung ist.

Stadtleben – die Möglichkeiten

Städte zeichnen sich in erster Linie durch die Vielfalt ihrer Angebote aus: Angefangen von Einkaufs-Möglichkeiten, bis hin zur Wahl des Restaurants, Cafés oder der Bar. Oft macht die Vielfalt eine Entscheidung gar nicht so einfach.

Das meist gut ausgebaute Nahverkehrsangebot ermöglicht oft Mobilität und das ohne auf ein eigenes Auto angewiesen zu sein. Zudem bietet das Stadtleben eine größere Lebendigkeit, als das in einem Dorf der Fall ist. Hier ist oft das Motto: Leben und leben lassen. Auf dem Land ist es dagegen eher schwierig der sozialen Kontrolle durch die Nachbarn zu entkommen. Wer gerne unbeobachtet und frei sein Leben führen möchte, ist in Städten sicher besser aufgehoben. Große Vorteile von Städten sind das kulturelle Leben und die Freizeitangebote. Egal für welche Musik- oder Kunstrichtung man sich interessiert, einer der Veranstaltungsorte, Museen oder Galerien wird sicher ein entsprechendes Angebot bieten. Vor allem Menschen im besten Alter entscheiden sich häufig, wieder vom Land in die Stadt zu ziehen. Sind etwa die Kinder aus dem Haus, bieten Städte ihrer Bevölkerung wesentlich mehr Möglichkeiten als das ruhige Landleben.

Stadtleben – nach fünfzehn Jahre zurück in die Stadt

Die aktive Generation 40 Plus nutzt auf vielfältige Art und Weise die Angebote der Städte. So ging es auch Renate (56) und ihrem Mann Stefan (58): Nachdem sie fünfzehn Jahre auf dem Land verbracht hatten, zogen sie vor einem Jahr wieder in eine größere Stadt. Dies geschah vor allem auf Initiative von Renate: „Vorher waren mir vor allem die Kinder wichtig. Aber jetzt wo sie aus dem Haus sind, dachte ich noch einmal neu über unsere Zukunft nach. Ich habe die Jahre auf dem Land sehr genossen, aber jetzt hat ein neuer Abschnitt im Leben angefangen. Wir haben jetzt so viel mehr Möglichkeiten. Ich hatte mir schon lange vorgenommen, einen Yoga-Kurs zu machen, jetzt habe ich hier genau das passende Angebot gefunden und gleich losgelegt. Auch der Weg zur Arbeit ist kürzer als vorher. Und wenn ich daran denke, was wir hier alles machen können, wenn wir in ein paar Jahren nicht mehr arbeiten. Da freu ich mich schon darauf. Abgesehen davon, wenn wir später nicht mehr ganz so mobil sind, ist man doch in einer Stadt viel besser aufgehoben, wo man vieles einfacher erreichen kann. Auch wenn wir ursprünglich dachten, auf dem Land miteinander alt zu werden, weiß ich jetzt schon nach einem Jahr, dass die Entscheidung in die Stadt zurück zu ziehen, genau das Richtige war.“

So wie Renate und Stefan ergeht es vielen Menschen. Insbesondere die kürzeren Wege des Stadtlebens, gewinnen in Zeiten steigender Energiekosten an Bedeutung. Im Unterschied zu früher, wo man sich langfristiger an einen Ort gebunden hat, gehen die Menschen heute flexibler mit ihrer Lebensplanung um. So zieht es auch viele Städter immer mal wieder in eine andere Stadt. Denn nicht alle Städte sind gleich, Berlin etwa hat ein ganz anderes Flair als zum Beispiel München. Deshalb wird sich nicht jeder überall gleich wohl fühlen, aber hat man das Richtige für sich selbst erst gefunden, heißt es: Ja, DAS ist meine Stadt!

So gibt es vielfältigere Lösungen, die im Laufe eines aktiven Lebens unterschiedliche Möglichkeiten erlauben.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion