Vorreiterin der Tupperparty war die Amerikanerin Brownie Wise. Sie hatte 1948 die Idee, Tupper-Schüsseln in Privathaushalten zu präsentieren und den geladenen Gästen die Vorteile des Produkts im direkten Gebrauch vorzuführen. Das Konzept kam gut an und schon bald wurde die neue Verkaufsmethode unter dem Namen Tupperparty bekannt. Heute finden sich Tupper-Schüsseln und Dosen in rund 80 Prozent aller deutschen Haushalte. Den Weg dort hin fanden Sie über eine Tupperparty denn die Marken-Plastikschüsseln gibt es nicht im Handel zu kaufen.

Das Konzept Tupperparty

Die Idee der Verkaufspartys, also durch Einladungen gleich viele potenzielle Kunden auf einmal zu erreichen, war gleich überzeugend. Party statt schnödem Einkauf, unverbindliches Stöbern und danach noch ein Geschenk mit nach Hause nehmen, das überzeugt viele Kundinnen. Immerhin bekommt man bei einer Vorführung im Wohnzimmer der Freundin eine ganz persönliche Beratung, die man im Kaufhaus oft vermisst. Man kann Fragen stellen und sich den Gebrauch einzelner Produkte genau erklären lassen. Kein Wunder also, dass das Konzept der Tupperparty mittlerweile von anderen Branchen abgeguckt und umgesetzt wird. Heute kann man in anderer Leute Wohnzimmer nicht nur Plastikschüsseln, sondern auch Dessous und Erotikspielzeuge erstehen.

Von der Tupperparty inspiriert: Dessouspartys

Nach dem gleichen Prinzip wie die Tupperparty funktionieren auch Dessouspartys. Zu solch exklusiven Events wird man eingeladen. Eine Dessousparty stellt an die Gastgeberin höhere Ansprüche als die Tupperparty, bei der im Prinzip nur der Raum zur Verfügung gestellt wird. Für eine Dessousparty braucht man ein Separée zum Umkleiden und Maß nehmen. Meistens genügt dafür das Bade- oder Schlafzimmer, während es sich die anderen Gäste im Wohnzimmer bei Sekt und Schokolade gemütlich machen. In locker-entspannter Stimmung wird die neue Kollektion durch gestöbert. Dabei werden die einzelnen Modelle genau erklärt: was sind Kreuzgrößen, Chemisette, Culotte oder padded bra und für wen ist was geeignet? Bei einer Dessousparty Zuhause kann man auch Fragen stellen, die von der entnervten Verkäuferin im Warenhaus erst mit einer hochgezogenen Augenbraue quittiert werden, bevor man eine knappe Antwort bekommt. Einige Fragen sind einem vielleicht peinlich oder man kommt sich albern vor, eine Verkäuferin danach zu fragen. Hier reißt auch keine übereifrige Verkäuferin den Vorhang der Kabine auf: „Kann ich ihnen helfen?“ Bei der Dessousparty wird jede Teilnehmerin persönlich und ausführlich in vertrauter Umgebung beraten. Wie bei der Tupperparty bekommt auch hier die Gastgeberin eine Umsatzbeteiligung und die Gäste ein kleines Geschenk.

Tupperparty der anderen Art: Die Erotikspielzeug-Party

Diskretion steht im Vordergrund bei einer Erotikspielzeug-Party. Viele Frauen trauen sich nicht in einen Sexshop, würden aber das ein oder andere Erotikspielzeug gern einmal ausprobieren. Bei einer Erotikspielzeug-Party ist das problemlos möglich. Auch hier gibt es zu Beginn eine Runde Sekt für alle. Die Beraterin erklärt alles genau, denn gerade bei Erotikspielzeug erklärt sich die Funktion nicht immer nur durch Ansehen allein. Hier kann man auch Themen ansprechen, die man im Sexshop den Verkäufer niemals fragen würde. Neben erotischen Spielzeugen werden auch Körperpflegeserien mit aphrodisierendem Duft vorgestellt. Fast alles darf ausprobiert werden. Wer also die Atmosphäre im Sexshop scheut oder Angst hat, dort Dinge zu sehen, die er lieber nicht sehen möchte, sollte es einmal mit einer Erotikspielzeug-Party versuchen. Die dort vorgestellten Spielzeuge sind speziell von Frauen für Frauen ausgesucht worden und sind vielleicht anzüglich, aber niemals schmuddelig.

Das Verkaufskonzept der Tupperparty ist so erfolgreich, dass es mittlerweile auch Frisurenpartys, Kosmetikpartys oder Diätpartys gibt. Für jeden Geschmack und Anlass ist etwas dabei. Adressen von Beraterinnen finden Sie im Internet. Einfach das entsprechende Stichwort suchen. Viel Spaß!

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion