„Unser Haus war für uns beide immer der perfekte Ort, um uns zu zweit zurückzuziehen oder Freunde und Verwandte einzuladen“, erzählt Susanne. „Aber in letzter Zeit haben wir beide festgestellt, dass irgend etwas nicht mehr stimmig ist.“ Aus dem diffusen Unbehagen der beiden erwuchs nach einiger Zeit die Erkenntnis, wo das Problem lag.

Der eigenen Umgebung entwachsen

Friedrich beschreibt es folgendermaßen: „Wir wohnen nun seit vielen Jahren hier draußen im Grünen. Als wir damals einzogen, haben wir viel Mühe darauf verwendet, alles nach unseren Wünschen einzurichten. Am Anfang war es einfach ein Traum. Mittlerweile aber platzt unser Haus vor lauter Dingen aus allen Nähten, alles wirkt zugestellt. Zu den meisten dieser Dinge, die noch von damals stammen, haben wir zudem gar keinen Bezug mehr.“ Die vielen Kleinigkeiten, die sich über die Jahre angesammelt hatten, wurden für die beiden also zu unnötigem Ballast aus einer anderen Zeit.

In der Regel führt erst ein bevorstehender Umzug dazu, sich mit den dinglichen Erinnerungen aus der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Denn der Mensch ist anscheinend nicht dazu geschaffen, sich von unnützen Gegenständen zu trennen. Die Folgen kann man sehr gut an unzähligen zugeräumten Abstellkammern, Kellern, Garagen oder Schuppen ablesen. Diese Sammelwut hat durchaus auch eine psychische Komponente: Wer sich von altem Gerümpel nicht trennen kann, weigert sich immer auch, ein Stück Vergangenheit loszulassen.

Erinnerungen werden mit entrümpelt

Oder anders herum ausgedrückt: Wer den Entschluss fasst, seine Wohnung oder sein Haus zu entrümpeln, entrümpelt auch ein Stück weit sein Leben. So wie Friedrich und Susanne: „Nachdem wir realisiert hatten, was uns beide stört, haben wir den Sperrmüll bestellt und damit begonnen, richtig auszumisten. Nach und nach nahmen wir uns jeden Winkel unseres Hauses vor – unglaublich, was da alles zum Vorschein kam.“ Nach einiger Zeit, in der das berufstätige Paar nach dem Feierabend und am Wochenende ihr Haus von unnützem Gerümpel befreit hatte, kam der große Tag. Der Sperrmüll-Wagen fuhr vor und nahm mit einem Mal säckeweise vermeintlich wertvolle Erinnerungsstücke und Schätze aus vergangenen Tagen mit.  

„Mit jedem Gegenstand, den ich aussortiert habe, habe ich mich ein Stückchen freier gefühlt. Es war ein regelrechter Reinigungsprozess. Jetzt haben wir wieder Raum für neue gestalterische Ideen, die wir gemeinsam umsetzen können“, erzählt Friedrich. Diese wollen die beiden in nächster Zeit umsetzen. Susanne strahlt: „Bald ist es hier wieder so schön wie früher“.

Autor: Torben Riener, Platinnetz-Redaktion