Gerade in solchen Fällen kann die Altersteilzeit ein verlockendes Angebot sein. Denn je nach Modell hat man nur noch halbe Arbeitstage oder muss nur an bestimmten Tagen ins Büro. Mit der herab geschraubten Arbeitszeit wird zwar auch die Zahl auf dem Gehaltszettel kleiner. Doch vor allem der Übergang von Vollzeitjob zum Ruhenstand ist ein sanfter. So können Beschäftigte den Start in ihr neues Leben besser genießen.

Und so sieht die gesetzliche Regelung aus: Das Altersteilzeitgesetz ermöglicht Beschäftigten ab Vollendung ihres 55. Lebensjahres eine Halbierung ihrer Arbeitszeit. Ideal für einen gleitenden Übergang in die Altersrente. Höchstens sechs Jahre lang wird diese Übergangszeit vom Gesetzgeber gefördert. Die gesetzliche Regelung ist allerdings zum 31.12.2009 befristet. Bis zu dem Zeitpunkt kann man die Altersteilzeit noch beginnen.

Altersteilzeit: Blockmodell oder Arbeiten mit halber Kraft?

Dabei gibt es zwei Varianten. Die klassische Möglichkeit der Altersteilzeit ist das Gleichverteilungsmodell. Dabei vereinbaren der Mitarbeiter und das Unternehmen einen Zeitraum, in dem die Arbeitszeit reduziert wird. Und Tatsache: Es muss auch wirklich nur noch die Hälfte gearbeitet werden. Klingt verlockend, oder? Denn wer möchte sich nicht gerne schon am Mittwoch ins Wochenende verabschieden, während die Kollegen noch schuften müssen?

Die andere Möglichkeit ist das Blockmodell. Hierbei wird der vereinbarte Zeitraum in zwei Blöcke aufgeteilt. Im ersten Abschnitt ist der Arbeitnehmer noch voll an seinem Arbeitsplatz integriert. Nur auf dem Bankkonto sind die Abstriche wirklich zu bemerken. Denn trotz voll geleisteter Arbeitszeit bekommt man nur einen Teilbetrag überwiesen. Der Mehrwert für den Arbeitnehmer kommt im zweiten Abschnitt voll zum Tragen. Denn nach der Halbzeit muss man gar nicht mehr arbeiten, das Gehalt wird aber weiterhin bis zum Ende des Vertrages bezahlt.

Welche Variante gewählt wird, wird meistens vom Arbeitgeber festgelegt. Das Blockmodell ist dabei die weitaus gängigere Version. Wer sich für Altersteilzeit entscheidet, ist finanziell voll abgesichert. Vom Arbeitgeber bekommt man die Hälfte des früheren Gehaltes bezahlt. Dazu kommen aber mindestens noch einmal 20% der ursprünglichen Vergütung. Meistens bieten die Arbeitgeber aber mehr. Wie viel, ist oft in den Tarifverträgen geregelt. Ein zusätzlicher Pluspunkt: dieser aufgestockte Betrag ist steuerfrei. Auf die Höhe der Altersrente hat die Altersteilzeit natürlich Auswirkungen. Zwar ist der einbezahlte Betrag niedriger als das vorherige, volle Gehalt. Deshalb übernimmt der Arbeitgeber auch einen höheren Anteil an der Rentenversicherung. Auf der anderen Seite wird natürlich länger in den Topf einbezahlt. Im Vergleich zu einem frühzeitigen Eintritt in die Rente lohnt sich das.

Mehr Lebensqualität dank Altersteilzeit

Bleibt die Frage: „Was bringt mir das?“ Vor allem eines: Gewissheit. Sobald die Altersteilzeit in trockenen Tüchern ist, kann man sich mental darauf einstellen: Noch ein paar Jahre ein sicherer Arbeitsplatz, dann ist Schluss. Die restlichen Arbeitstage können viel bewusster genossen werden. Denn wer hat nicht schon einmal die Erfahrung gemacht: Sobald man sich auf das Ende einstellen kann, lebt es sich weitaus ruhiger. Viel vom täglichen Druck fällt weg. Mehr Lebensqualität also schon am Arbeitsplatz.

Außerdem wird der Abschied angenehmer gestaltet. Viele fürchten sich vor dem plötzlichen Übergang von Vollzeitarbeitskraft zum Ruhestand. Von Hundert auf Null. Das kann bei einer Vereinbarung auf Altersteilzeit nicht passieren. Langsam gewöhnt man sich nicht nur an die Reduzierung auf dem Gehaltszettel. Sondern vor allen an das Mehr an Freizeit. Der Nutzen ist klar: ein bewussterer Übergang in den Ruhestand und viel Vorfreude auf das neue Leben.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion