Im Arbeitsleben steht man Tag für Tag vor neuen Anstrengungen und Herausforderungen. Dabei lassen sich in keiner beruflichen Laufbahn zu jeder Zeit optimale Arbeitsleistungen erbringen. Phasen, in denen man mit seiner Arbeit nicht so gut wie von sich selbst und vom Chef erhofft zurechtkommt, gehören ebenso zum Berufsleben wie Anerkennung und Erfolge - und insofern ist es ganz normal, dass am Arbeitsplatz auch Konflikte entstehen und gelöst werden.

Jeder kompetente Chef wird es dabei zu schätzen wissen, wenn ein verunsicherter Mitarbeiter von sich aus zu einer konstruktiven Konfliktbewältigung im Arbeitsalltag beizutragen bestrebt ist. Denn ein gutes Konfliktmanagement geschieht im Interesse aller daran beteiligten Personen.

"Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass..."

Es ist immer vorteilhaft, Konflikte nicht zu verschleppen, sondern offen, zu einem geeigneten Zeitpunkt und von Mensch zu Mensch anzusprechen: "Seit ein paar Wochen habe ich den Eindruck, dass Sie mit meinen Leistungen nicht mehr besonders zufrieden sind." - Mit diesen oder vergleichbaren Worten könnte man unter vier Augen auf den Vorgesetzten zugehen, um die Frage zu klären: "Woran liegt das?"

In einer vertraulichen Aussprache empfiehlt es sich, den Chef insbesondere von einer ungebrochenen Einsatzbereitschaft zu überzeugen und mit konkreten Lösungsvorschlägen zur Konfliktbewältigung beizutragen. Es ist daher empfehlenswert, ein Gespräch mit dem Vorgesetzten nicht einfach passiv auf sich zukommen zu lassen.

Nicht einfach, aber immer hilfreich: Ein gutes Konfliktgespräch

"Was bezwecke ich eigentlich in einem Konfliktgespräch mit meinem Chef?" - "Welche konkreten Sachverhalte möchte ich gegenüber meinem Chef ansprechen?" - "Was kann ich von meiner Seite aus zu einer dauerhaften Problemlösung beitragen?" Es ist hilfreich, diese Fragen so exakt wie möglich zu beantworten, bevor man seinen Chef um ein Gespräch "unter vier Augen" bittet. Denn je besser es gelingt, einen auftretenden Konflikt aufzuarbeiten, desto größer sind die Chancen auf eine einvernehmliche und für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung. Zudem ist eine offene Aussprache mit dem Chef der geeignete Rahmen, auch die eigenen Wünsche, Bedürfnisse oder Sorgen zur Sprache zu bringen.

Es ist verständlich, dass man als Arbeitnehmer in unangenehm erscheinenden Situationen vor der direkten Begegnung mit dem Chef mitunter zurück scheut. Die Erfahrung zeigt aber, dass schon viele Gespräche zwischen einem unzufriedenen Vorgesetzten und seinem Mitarbeiter mit den Worten beendet wurden: "Es ist wirklich gut, dass wir einmal ganz offen über diese Sache gesprochen haben."

Allerdings ist nicht jeder Konflikt am Arbeitsplatz durch ein Gespräch zu bewältigen. Das trifft insbesondere auf Situationen zu, in denen eine Kündigung im Raum steht. Als einflussreicher Interessenvertreter seitens der Arbeitnehmer hat sich in solchen und anderen Konfliktfällen oftmals der Betriebsrat erwiesen.

Mit freundlicher Unterstützung von www.20jahre.com