Laut statistischem Bundesamt beträgt die Lohndifferenz zwischen Frau und Mann pro Stunde 23%. Diese Statistik bezieht sich pauschal auf die gesamte Wirtschaft, es wird nicht nach einzelnen Branchen unterschieden.

Gründe für Gehaltsunterschiede

  • Frauen üben häufiger als Männer Berufe aus, in denen generell weniger verdient wird. Man denke etwa nur an den sozialen Bereich: Es gibt mehr Krankenschwestern als Krankenpfleger, mehr Altenpflegerinnen als Altenpfleger etc.
  • Frauen bekleiden zudem seltener Führungspositionen.

Werden diese berufsbedingten Differenzen herausgerechnet, kommt man auf eine Lohndifferenz von ca. 12%. Das bedeutet, dass Frauen an vergleichbarer Position im selben Unternehmen  durchschnittlich 12% weniger verdienen als Männer.

Zusätzlich spielen weitere Faktoren eine Rolle:

So sind Frauen bei Gehaltsverhandlungen viel zurückhaltender als Männer. Das kann damit zusammenhängen, dass Frauen seltener befördert werden und deswegen weniger Routine bei Gehaltsverhandlungen haben.

Forscher haben außerdem Interessantes in einem Versuch herausgefunden:

Die Probanden mussten sich, bevor sie eine Aufgabe gestellt bekamen, zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Entweder konnten sie sich entscheiden einen pauschalen Lohn zu erhalten oder aber einen Lohn pro erfolgreicher Lösung. Nur 44% der Frauen aber  68% der Männer entschieden sich für das Belohnungssystem. Das heißt: Frauen zogen ein Fixgehalt der Bezahlung nach Leistung vor. Überträgt man das auf die reale Arbeitswelt,  kann das oft ein insgesamt geringeres Einkommen bedeuten.

Kinderbetreuung verursacht Gehaltsunterschiede

Kinderbetreuung ist in den meisten Fällen noch immer Frauensache. Aus diesem Grund sind es insbesondere Frauen, die von einer guten Abdeckung an Kinderbetreuungsangeboten profitieren.

In den östlichen Bundesländern ist die Infrastruktur der Kinderbetreuungs-Einrichtungen als Relikt aus DDR-Zeiten viel besser als in Westdeutschland. Eingeschränkte Möglichkeiten der Kinderbetreuung haben zur Folge, dass Frauen zeitweise komplett aus dem Berufsleben aussteigen müssen. Je länger man aus dem Job raus ist, desto höher sind die zu erwartenden Einbußen im Gehalt.

Weitere Folge ist, dass Frauen sich häufiger und langfristiger als Männer für Teilzeittätigkeiten entscheiden. Karriere kann man aber nur selten in Teilzeit machen, das heißt auch hier sind Männer im Laufe ihres Lebens dann im Vorteil. Hinzu kommt außerdem, dass Teilzeittätigkeiten schlechter bezahlt werden. Übrigens beträgt der Lohnunterschied in den östlichen Bundesländern mit besserer Betreuungsabdeckung nur 6% im Westen aber 25%.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion