Kaum untersucht wurde bislang jedoch die Frage, ob Frauen von Natur aus Risiken eher meiden oder erst durch äußere Einflüsse dazu gebracht werden.

Aus zwei Studien britischer Wissenschaftler geht jetzt hervor, dass Erziehung und gesellschaftliche Konventionen die entscheidenden Faktoren sind. In einem breit angelegten Verhaltensexperiment fanden sie heraus, dass Schülerinnen reiner Mädchenschulen im Durchschnitt ebenso risikobereit sind wie Jungen. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass erzieherische Einflüsse und der soziale Umgang mit Gleichaltrigen die Entwicklung "typisch weiblicher" Verhaltensweisen verstärken, die mitunter im Berufsleben zu Nachteilen führen können.

Ein Plädoyer für Mädchenschulen solle man daraus aber nicht ableiten, so die Autoren. Insgesamt können die positiven Effekte eines gemischtgeschlechtlichen Lernumfeldes durchaus überwiegen. Besser sei daher, dass Eltern und Lehrer verstärkt darauf hinarbeiten sollten, die Herausbildung potenziell schädlicher Geschlechterstereotypen in einem solchen Umfeld zu minimieren.