Umfragen des Marktforschungsinstituts IFAK ergeben, dass fast jeder zehnte deutsche Arbeitnehmer seinen Partner am Arbeitsplatz kennengelernt hat. Die Zahl derjenigen, die eine Affäre mit einem Kollegen eingehen, ist genauso hoch. Außerdem zeigen Untersuchungen, dass rund zwei Drittel der deutschen Singles sich vorstellen können, eine Partnerschaft mit einem Arbeitskollegen einzugehen. Bedingung hierfür ist jedoch, dass keiner der beiden Partner dem anderen beruflich vorgesetzt ist. Und zumindest die Hälfte derjenigen, die sich eine Beziehung zum Kollegen vorstellen können, würden diese nur eingehen, wenn die Arbeit nicht darunter leidet. Das Potential des Arbeitsplatzes als Singlebörse erkennen ein Drittel aller Befragten an, wobei sich jedoch zeigt, dass hier die ältere Generation offener der Büroliebe gegenüber eingestellt ist, als die Jüngeren.

Vorteile der Partnerbörse Büro

Ein Angestellter verbringt heutzutage bis zu zehn Stunden täglich bei der Arbeit, den größten Teil seiner wachen Zeit. Dass Singles also ansonsten schlichtweg wenig Zeit für die Partnersuche haben, ist offensichtlich. Außerdem hat man durch die viele Zeit, die man mit seinen Kollegen verbringt, ausreichend Gelegenheit, den anderen sorgfältig "abzuklopfen". Beim Mittagessen erfährt man in neutraler und "unauffälliger" Umgebung, was dessen Vorlieben, Hobbies und Zukunftspläne sind. Man hat reichlich Zeit, um herauszufinden, in welchen Punkten man zueinander passt, sich ergänzt und wo eventuell Gegensätze aufeinander prallen können. In der Regel trifft man in seinem Büro auf Menschen mit dem gleichen Bildungsstand und ähnlichen Interessen. Hinzu kommt, dass man am Arbeitsplatz gleich auf eine Mehrzahl an Gelegenheiten trifft - sowohl was die Anzahl potentieller Partner als auch gemeinsame Unternehmungen angeht. Es gibt also kaum einen bequemeren, praktischeren und vielversprechenderen Ort, um einen neuen Partner zu finden als den Arbeitsplatz.

Vorurteile gegen die Partnerbörse Büro

Bis in die siebziger Jahre galten in Deutschland teilweise sehr strenge und prüde Regeln, was die Liaison am Arbeitsplatz angeht. Arbeitete man etwa bei C&A, bedeutete eine Beziehung zu einem Kollegen, das berufliche Aus. Solche Klauseln findet man in deutschen Arbeitsverträgen heutzutage nicht mehr. Die Ergebnisse der Umfragen zeigen, dass Büroliebeleien längst kein Tabuthema mehr sind. Die meisten Arbeitnehmer akzeptieren, wenn Kollegen eine Beziehung miteinander eingehen und auch die Unternehmensleitung hat in der Regel nichts gegen eine private Beziehung ihrer Mitarbeiter. Voraussetzung ist dabei natürlich immer, dass die Arbeit nicht unter der Beziehung leidet. Nur noch ein Fünftel aller Befragten gibt an, eine Partnerschaft mit einem Kollegen strikt abzulehnen. Experten sagen, dass der Arbeitsplatz hinter dem Freundeskreis an zweiter Stelle steht, um einen Partner kennen zu lernen. Dabei wissen sie: Die Zukunft der "Partnervermittlung" gehört dem Arbeitsplatz!

Man sollte also nicht davor zurückschrecken, auch einem Kollegen näher zu kommen. Natürlich gibt es immer noch eine Reihe Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass man Arbeit und Privatleben nicht vermischen sollte. Doch mit dieser Einstellung befinden sie sich auf dem absteigenden Ast. Je öfter in Zukunft sowohl Mann als auch Frau berufstätig sein werden, desto mehr Partnerschaften werden sich in den Büros bilden. Und da diese meist auf einer soliden Grundlage basieren, räumen die Experten diesen Beziehungen auf lange Sicht auch sehr gute Chancen ein.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion