Am 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamts.  Soziales Engagement ist eine wichtige Sache – darüber sind sich alle Deutschen einig. Doch selbst aktiv wird nur ein geringer Teil der Bürger. Dabei gibt es so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich einzubringen. Aber wie findet man ein passendes Projekt?

Hohe Wertschätzung – wenig Eigeninitiative

Das soziale Engagement hat in Deutschland einen unglaublich guten Ruf. Das beweist eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid zum Thema Ehrenamt. Denn ganze 92,9 Prozent der Befragten gaben an, der ehrenamtlichen Arbeit hohe Wertschätzung entgegen zu bringen. Allerdings bleibt es überdurchschnittlich oft bei dieser passiven Wertschätzung. Gerade einmal 22 Prozent der Befragten sind bereits ehrenamtlich aktiv, weitere 7 Prozent wollen sich in naher Zukunft engagieren. Beim Betrachten der Zahlen wird deutlich, dass hier ein unglaubliches Potential brachliegt. Man fragt sich unweigerlich: Wie viel besser könnte die Welt sein, in der sich all diese Menschen engagierten?

Politisches Engagement auf dem letzten Platz

Ein Grund für das zurückhaltende Verhalten könnte sein, dass man als Bürger oft das Gefühl hat, dass die eigene Hilfe nicht benötigt wird. Denn gerade Politik oder Kultur werden von den Deutschen als Bereiche wahrgenommen, in denen eigenes soziales Engagement nicht besonders wichtig ist. Dieses Ergebnis wundert nicht, schließlich stehen große Konzerne und natürlich die politischen Parteien mit ihrem Einsatz häufig an vorderster Front, als Normalbürger sieht man im Vergleich dazu nicht die Dringlichkeit, selbst aktiv zu werden. Doch wer sich etwa politisch oder kulturell engagieren will, muss nicht gleich einer Partei beitreten oder hohe Summen investieren. Als Wahlhelfer kann man beispielsweise ganz unkompliziert an einigen wenigen Tagen im Jahr beim Auszählen der Stimmen beteiligen. Und im kulturellen Bereich kann bei der Reinigung von Denkmälern wie alten Bahnhöfen helfen, die sonst dem Verfall preisgegeben werden.

Engagement für Menschen genießt große Wertschätzung

Während Ehrenamt in Politik oder Kultur eher auf wenig Interesse stößt, liegt Engagement für andere Menschen bei der Umfrage weit vorne. Die kleinsten Mitbewohner liegen den Deutschen dabei besonders am Herzen. Ganze 70,9 Prozent der Befragten halten einen freiwilligen Einsatz für Kinder für sehr wichtig und auch die meisten, die sich aktiv engagieren, opfern Geld und Freizeit für Kinder. Dabei kann ein solches Engagement ganz unterschiedlich aussehen. Wer eine Jugendmannschaft im Fußball trainiert tut ebenso Gutes für die Kleinen, wie diejenigen, die beim Sandkastenbau im Kindergarten mitmachen oder in der Schule bei der Hausaufgabenbetreuung helfen. Auch finanziell kann man gerade für Kinder einiges tun, als Kinderpate oder mit Spenden für soziale Projekte.

Soziales Engagement hat viele Gesichter

Egal in welchem Bereich man sich engagieren möchte, es gibt viele Wege, mitzumachen. In jedem Ort gibt es einige gute Möglichkeiten, seine Zeit oder sein Geld richtig zu investieren. Schulen, Seniorenzentren oder beispielsweise die Wahlämter suchen immer nach ehrenamtlichen Helfern. Aber auch im Internet kann man sich auf die Suche begeben. Auf der Seite „dieGesellschafter.de“, einer Initiative der Aktion Mensch, gibt es beispielsweise eine Freiwilligendatenbank, über die unzählige Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland aufgelistet sind, bei denen man sich engagieren kann. Über eine lokale Suche lassen sich alle Möglichkeiten in der Umgebung anzeigen, man kann nach Einsatzgebieten oder der Art des Engagements suchen – hier wird man auf jeden Fall fündig.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion