Norbert (55) ist schon seit einigen Jahren in der Frührente und trainiert seit einem Jahr eine Fußballmannschaft. "Es macht mir riesen Spaß, meine Zeit mit den Jugendlichen zu verbringen. Ich kann ihnen Erfahrungen und Wissen weitergeben und sie halten mich dafür auf dem Laufenden", lacht er. "Das Miteinander in der Gruppe ist nicht nur für die jungen Leute toll, sondern auch für mich." Jugendarbeit kann für jeden, der mit dem Herzen dabei ist, eine Erfüllung sein. Wer sich gerne mit Jugendlichen beschäftigt und sie zu Aktivität und Engagement in der Gesellschaft ermuntern möchte, kann die Jugendarbeit in seiner Gemeinde oder Stadt unterstützen. Ein Ehrenamt erfordert immer die Investition von persönlicher Freizeit, doch lohnt es sich: Durch Engagement hilft man nicht nur der Jugend, sondern hält sich selbst jung, bleibt aufgeschlossener und befindet sich immer am Puls der Zeit.

Helfer in der Jugendarbeit - aber richtig

"Ich habe als Jugendlicher selbst Fußball gespielt und es hat mir immer viel Spaß gemacht." Norberts Motivation, als ehrenamtlicher Jugendbetreuer zu arbeiten begann damit, dass der Trainer der Mannschaft, die er jetzt betreut, aufhören musste. "Einer der Fußballer ist der Nachbarsjunge und der hat mir erzählt, dass seine Mannschaft nun aufgelöst werden muss. Das fand ich so schade, dass ich beim Verein nachgefragt habe, ob ich nicht das Training übernehmen könnte. Die nahmen mein Angebot sehr dankbar an und die Kinder sind glücklich, dass sie weiter zusammen spielen können."

Die Einsatzgebiete ehrenamtlicher Jugendarbeiter sind breit gefächert. Sie reichen von gelegentlichem Engagement zum Beispiel in zeitlich beschränkten Seminaren bis hin zu kontinuierlicher pädagogischer Leitung von Kinder- und Jugendgruppen. Möglich sind Organisationen von Fahrten, Freizeiten oder internationalen Begegnungen sowie Begleitung einer Projektgruppe oder die Vertretung der kinder- und jugendpolitischen Interessenvertretung in Gremien und deren Ausschüssen. Bei einer pädagogischen Betreuung von Jugendlichen ist meist Erfahrung und Kompetenz gefordert. Da die Jugendlichen ihre Betreuer nicht in erster Linie als Lehrer oder Aufsichtspersonen, sondern als persönliche Bezugspersonen betrachten, muss ein Ehrenamtlicher den richtigen Umgang mit den jungen Menschen beherrschen. Um Menschen, die an der ehrenamtlichen Jugendarbeit interessiert sind, Qualifikationsmöglichkeiten zu geben, gibt es jede Menge Angebote, um sich fortzubilden oder neue Kompetenzen zu erwerben. In den meisten Jugendverbänden oder sonstigen Trägern von Jugendarbeit gibt es eine Vielzahl von Fortbildungsseminaren oder Schulungen zu bestimmten Themen. Die erworbenen Qualifikationen werden zertifiziert. Sie können eine Grundausbildung immer wieder durch Aufbauseminare ergänzen und sich thematisch spezifizieren. Norbert beispielsweise nimmt neben des Trainings an Aufbauseminaren seines Jugendverbandes teil. Diese geben ihm später die Möglichkeit, Jugendgruppen auf Freizeitfahrten zu begleiten und zu leiten.

Die Helfer finden Anerkennung

Norbert fühlt sich bei seiner Arbeit nicht nur wohl, wenn er sieht wie viel Spaß die Kinder dank ihm beim Fußballtraining haben. "Innerhalb des Vereins habe ich sofort Anschluss gefunden. Meine Kollegen und ich arbeiten nicht nur miteinander, sondern wir unternehmen auch viel zusammen." Der Frührentner fühlte sich vor seiner Zeit als Jugendarbeiter oft ein bisschen nutzlos, weil er nur noch die Verantwortung für sich selbst getragen hat. "Ich bin froh, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe, weil ich jetzt wieder eine richtige Aufgabe habe, die mich auch immer wieder vor neue Herausforderungen stellt."

In den letzten Jahren wurde in Deutschland viel dafür getan, ehrenamtlichen Helfern mehr Anerkennung und Unterstützung zuteil werden zu lassen. Das freiwillige Engagement soll auch durch finanzielle Vergünstigungen gewürdigt werden. So gibt es zum Beispiel rückwirkend seit Anfang 2007 das "Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements", was etliche Steuererleichterungen für engagierte Bürger und Bürgerinnen manifestiert. Außerdem gibt es die Jugendleiter-Card (kurz: "Juleica"), die finanzielle Vergünstigungen bei der Nutzung öffentlicher Einrichtungen und Veranstaltungen bringt. Neben diesem amtlichen Ausweis gibt es je nach Bundesland zusätzliche Vorteile für Menschen im Ehrenamt. So machen es zum Beispiel Rahmenverträge einzelner Bundesländer mit Versicherungsgesellschaften möglich, ehrenamtlich Tätige besser gegen Unfall- und Haftpflichtrisiken zu schützen. Auch Norbert verfügt mittlerweile über eine Jugendleiter-Card. "Na klar, hat man durch die Karte hin und wieder ein paar Euro beim Eintrittsgeld gespart, aber deswegen macht man diese Arbeit ja nicht. Ich freue mich auf meine zukünftigen Freizeitfahrten und dass ich dann noch mehr Zeit mit den Jugendlichen verbringen kann."

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion