Aktuelle Regelungen bei Freibeträgen zur Erbschaftssteuer
Auch wenn das Thema eher unangenehm ist, je früher an die Erben gedacht wird, desto günstiger können die notwendigen Vereinbarungen getroffen werden. Grundlage sind zunächst die geltenden Freibeträge bei Erbschaften nach Verwandtschaftsgrad:
hinterbliebene Ehepartner, eingetragene Lebenspartner: 500.000 Euro
Kinder, Stiefkinder, Enkel (wenn deren Eltern bereits verstorben sind): 400.000 Euro
Enkel (wenn deren Eltern noch leben), Urenkel: 200.000 Euro
Eltern und Großeltern: 100.000 Euro
Geschwister (Steuerklasse II): 20.000 Euro
Nicht-Verwandte (Steuerklasse III): 20.000 Euro

Diese Freibeträge sind personengebunden und stehen alle zehn Jahre zur Verfügung - also auch mehrmals.

Sätze der Erbschafts- und Schenkungssteuer
Abhängig vom Verwandtschaftsgrad und Betrag, den es zu vererben gilt, fallen folgende Steuern an:
bis 75.000 Euro: Steuerklasse I:7%, II:15%, III:30%
bis 300.000 Euro: Steuerklasse I:11%, II:20%, III:30%
bis 600.000 Euro: Steuerklasse I:15%, II:25%, III:30%
bis 6 Mio Euro: Steuerklasse I:19%, II:30%, III:30%
bis 13 Mio Euro: Steuerklasse I:23%, II:35%, III:50%
bis 26 Mio Euro: Steuerklasse I:27%, II:40%, III:50%
darüber: Steuerklasse I:30%, II:43%, III:50%

Die Steuerklassen richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad:
Ehepartner und eingetragene Lebenspartner: I
Kinder, Enkelkinder (wenn die Eltern verstorben sind), Stief- und Adoptivkinder: I
Enkelkinder: I
Eltern und Großeltern bei Erbschaft: I
Eltern und Großeltern bei Schenkung, Geschwister und deren Kinder, Stief- und Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehepartner und Lebenspartner (aufgehobene Partnerschaft): II
alle anderen Erben oder Beschenkten:III

Clever planen und vorsorgen
Sind also größere Summen oder wertvolle Vermögensgegenstände zu vererben, kann eine frühzeitige Schenkung durchaus Erbschaftssteuer sparen. Natürlich sollte dabei die Reihenfolge der Begünstigungen klar und eindeutig geregelt sein. Nur wegen der Steuerersparnis den falschen Erben einzusetzen, macht wirklich keinen Sinn. Steht aber die Nachfolge fest, können vorausschauende Schenkungen innerhalb der Freibeträge, die ja gerade für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner sowie Kinder erheblich angehoben wurden, durchgeführt werden - und das mehrfach. Da diese Freibeträge aber nur alle zehn Jahre pro Person zur Verfügung stehen, kann durchaus Erbschaftssteuer fällig werden, falls der Erblasser vor Ablauf dieser Zeit verstirbt und ein weiteres Erbe angetreten wird. Allerdings sind gerade für enge Angehörige die Steuersätze sehr günstig gestaltet.

Fazit - Erbschafts- und Schenkungssteuer:
Die persönlichen Freibeträge, die für Begünstigte je nach Verwandtschaftsgrad alle zehn Jahre genutzt werden können, sollten vorausschauend für Regelungen zu Lebzeiten genutzt werden, um das Erbe effektiv und steueroptimiert zu hinterlassen.