Moderne Digital-Technologie ermöglicht es heute, nahezu überall Filme anzuschauen. Auch alte, seltene und verschollen geglaubte. Das Medium für diese „alten Schätze“ ist heute die DVD. Hat das Kino bald ausgedient, oder ist es immer noch ein besonderer Ort?

Kino als magischer Ort

Eine Kinokarte ist heute viel zu teuer – das finden viele. Mit einer DVD aus dem Verleih kommt man definitiv günstiger davon. Andere betonen, dass es das gemeinsame Erlebnis im Kinosaal ist, das man eben daheim nicht haben kann, egal, wie viel Freunde man einlädt und wie groß der Bildschirm ausfällt. Riesenleinwand und beeindruckenden Sound bekommt man nur im Kino. Die soziale Interaktion ist eine andere, wenn man mit Freunden oder dem Partner ausgeht und den Gang ins Kino anschließend noch mit einem Bar- oder Restaurantbesuch verbindet. Auch Popcorn und die gemütlichen Sessel gehören zum Kino einfach dazu. Nach nunmehr über 110 Jahren Filmgeschichte ist das Kino für viele immer noch ein besonderer Ort.

Anders herum bestimmt man selbst das Programm, wenn man zu Hause eine DVD in den Player legt – und Dolby-Surround-Anlagen, die der Beschallung im Kino Konkurrenz machen, gibt es mittlerweile auch schon längst fürs Heimkino. Wer sich seine Lieblingsfilmstars vergangener Tage, wie Curd Jürgens, Marlon Brando, Maria Schell oder Heinz Erhardt, gerne ansehen möchte, ist mit dem Heimkino sowieso bestens bedient. Nur selten Fällen wandern die Filmwerke von damals zurück auf die große Leinwand. Die Wahl zugunsten der DVD ist hier eindeutig. Warum also noch den zeitlichen und monetären Aufwand betreiben und extra ins Kino gehen?

Das moderne Kino für Zuhause

Inzwischen verdient die Filmwirtschaft einen enormen Anteil ihres Geldes mit Verkauf und Verleih von DVDs. Seit neustem auch mit so genannten Blu-Ray Discs, einer hochqualitativen Weiterentwicklung der DVD. Dauerte es früher einige Monate, bis ein neuer Streifen in die Videotheken kam und sogar Jahre, dass er im Fernsehen laufen durfte, so landen Film-DVDs heute zum Teil oft schon gleichzeitig mit dem Kinostart in den Verkaufs- und Verleihstätten. Für viele ein weiteres Argument, die kurze Zeit abzuwarten und den Film gleich auszuleihen, um sich den Weg ins Kino zu sparen. Manch einen lockt sicherlich auch die Vorstellung, es sich mit dem Partner und einer Tüte Kartoffelchips vor dem Fernseher gemütlich zu machen.

Von der technischen Seite her lässt sich ein Heimkino heutzutage so ausstatten, dass es der Bild- und Tonqualität des „großen Bruders“ Kino sehr nahe kommt – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Lädt man sich noch ein paar Freunde oder Bekannte zum Anschauen des neuen Lieblingsfilms ein, bekommt zudem auch das Heimkino eine soziale Komponente. Der Gang ins „große“ Kino fällt trotz alledem eher in die Kategorie „etwas unternehmen“ als das Betrachten eines Films im Heimkino. Im Endeffekt muss jeder für sich entscheiden, wo er am liebsten mit seinen Lieblingshelden mitfiebert. Denn: So lange Filme gesehen werden, können sie ihre Magie entfalten - ob zu Hause oder im großen Saal.

Autor: Oliver Z. Weber, Platinnetz-Redaktion