Denn eben gerade die Gebührenlandschaft bei Kreditkarten ist äußert unübersichtlich. Es gibt die verschiedensten Kreditkarten mit den unterschiedlichsten Gebühren und Konditionen. Mit manchen kann man weltweit kostenlos Bargeld abheben, mit manchen nicht. Wieder andere bekommt man einfach zum Girokonto dazu, bei manchen bezahlt man hier hohe Gebühren, bei manchen nicht. Die Jahresgebühr kann auch sehr unterschiedlich ausfallen oder erst im zweiten Jahr besonders hart durchschlagen. Zudem sind die Zinsen der Kreditkarten natürlich unterschiedlich. Das bedeutet auch, dass man sich bevor man sich eine Kreditkarte anschafft, einen Kreditkarten Vergleich durchführt, um zu sehen, welche Konditionen am besten zu einem passen. Man darf dabei nie vergessen, dass eine Kreditkarte stark dazu verleitet, mehr und öfter Geld auszugeben als es sein müsste. Und ehe man sich versieht ist der Kreditkartenrahmen gesprengt.

Die vier größten Kreditkartengesellschaften weltweit sind: Mastercard, Visa, Diners und American Express. Diese vier Gesellschaften haben auch den europäischen Markt fest im Griff. Allerdings gibt es jetzt bereits 400 weitere Anbieter, die mit ihren Angeboten locken, so dass immerhin schon jeder vierte Deutsche eine Kreditkarte besitzt.

Fallstricke bei Kreditkarten

Immer wieder versuchen sich die Anbieter gegenseitig Kunden abzujagen und vor allem möglichst viel Geld mit ihren Gebühren bei Kreditkarten zu machen. Dabei lassen sie sich natürlich öfter einmal etwas Neues einfallen. Der neuste Clou: Kreditkarten mit einem sehr großen Kreditrahmen. Sie können zum Beispiel einfach über 10.000 Euro verfügen und wann und mit welchen Raten Sie das zurückzahlen, ist erst einmal egal. Das lockt natürlich unheimlich viele Kunden in die Falle. Doch diese vergessen die immens hohen Gebühren und die Gefahr, sich hoch zu verschulden. Denn bei diesen Karten wird nicht monatlich abgerechnet und dann vom Girokonto abgebucht, sondern die Beiträge werden direkt vom Kreditkartenkonto abgezogen, das dann in Windes Eile ins Minus fällt. Und es kommt noch schlimmer: Wenn der bisher vielleicht noch kleine Schuldenberg nicht innerhalb von beispielsweise 20 Tagen ausgeglichen wird, kommen noch einmal sehr hohe Gebühren hinzu. So schnappt die Schuldenfalle unbarmherzig zu. Manche Anbieter verlangen inzwischen sogar 19,9 Prozent Gebühren und noch einmal 25,9 Prozent Zinsen mehr, wenn man Bargeld abhebt. Durch diese Entwicklungen sind inzwischen die Kreditkartenschulden weltweit auf einem Rekordniveau angekommen.

Der Schuldenberg durch Kreditkarten wächst

Bereits 2008 wurde berichtet, dass die Amerikaner insgesamt 951,7 Milliarden Dollar Schulden haben und etwa 75 Prozent der Amerikaner eine oder mehrere Kreditkarten besitzen. Da sich kaum einer dieser Menschen den gewünschten Lebensstandard leisten kann und sie so natürlich auf Kredit leben, wächst der Schuldenberg wie in einem Teufelskreis immer weiter an. So ergibt sich auch immer mehr das Phänomen, dass fasst alles mit Kreditkarten bezahlt wird. Denn tatsächlich haben diese Menschen ja kein Geld mehr, können also gar nichts bar bezahlen. Und durch diese ständige Kreditkartenzahlung verliert man automatisch den Überblick und ist gezwungen, auch die hohen Zinsen und Gebühren in Kauf zu nehmen, um überhaupt noch etwas kaufen zu können. So versinkt man immer tiefer in den Schuldensumpf, bis man ohne Hilfe nicht mehr heraus kommt. Aus diesen Gründen wird die Unübersichtlichkeit bei den unterschiedlichen Gebührenformen bei Kreditkarten immer wieder kritisiert und deutlich mehr Transparenz gefordert.

Beachten Sie also vor dem Abschluss eines Kreditkarten-Vertrages unbedingt, ob ein gewisser Mindestumsatz bei den Kreditkarten verlangt wird und ob die Jahresgebühr immer gleichbleibt oder beispielsweise im zweiten Jahr drastisch ansteigt. Zusätzlich sollten Sie wissen, welcher Betrag bei welcher Transaktion fällig wird. Was bezahlt man beim Abheben von Bargeld und welche Kosten kommen auf einen zu, wenn man sein Kreditkartenlimit überzieht? Außerdem: Hat man besondere Kosten im Ausland?

Sollten Sie nicht sicher sein, ob Sie wirklich eine Kreditkarte brauchen oder damit umgehen können bzw. über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, bietet sich unter Umständen der Kauf einer Prepaid-Kreditkarte an. Diese Karten müssen ähnlich wie Handy-Karten einfach aufgeladen werden. Das ist dann der vorhandene Kreditrahmen. Hierbei fällt auch die lästige Schufa-Auskunft weg und die Gefahr der Schuldenfalle ist erst einmal gering, da die Bank Prepaid-Kunden sehr genau im Auge hat und man im Prinzip nur so viel ausgeben kann wie man selbst auch wirklich besitzt.

Denn das Trügerische an Kreditkarten ist, dass der Mensch gerne über seine Verhältnisse lebt und auch sehr verlockt wird von vielen Angeboten und Möglichkeiten. Diese sind leider alle mit einem gewissen Preis verbunden und nur allzu gern zückt man die Kreditkarte, denn es tut in diesem Moment ja nicht weh. Die Abrechnung kann man dann sehr geschickt verdrängen, aber sich sicher sein: Irgendwann einmal flattert sie ins Haus und vor den Schulden kann man dann nicht mehr davon laufen.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion