Streng genommen ist Denksport ein Wettbewerb einer Denksportart, bei der der Erfolg über die reine Denkleistung und nicht durch Glück definiert wird. In diesem Sinn ist Schach beispielsweise ein Denksport, da der Sieg ausschließlich durch Denken erlangt werden kann. Doch im weiteren Sinn werden auch die Spiele als Denksport bezeichnet, die zur Zeit Kassenschlager in den Geschäften sind. Die Hersteller werben damit, dass man die Leistung seines Gehirns durch Hirnjogging steigern kann. Doch trifft das auch tatsächlich zu? Kann man durch diesen sogenannten Denksport sein Gehirn trainieren?

Von Denksport kann keine Rede sein

Laut einer Studie aus England macht Denksport nicht schlauer. Bei den Testpersonen zeigte sich, dass sie zwar ihre Leistung bei bestimmten Spielen verbessern konnten, aber nur, wenn sie diese vorher trainiert hatten. Auf andere untrainierte Spiele lies sich die Leistung nicht übertragen, auch wenn sich die Spiele ähnlich waren.

Führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Neurologie, Psychologie und Altersforschung behaupten, dass von den florierenden Produkten nur die Hersteller und nicht die Gehirne profitieren. Von Denksport kann also nach ihrer Auffassung keine Rede sein. Die Behauptungen der Hersteller seien nicht belegt, weit hergeholt und teilweise falsch. Laut der Wissenschaftler ist die Bezeichnung Denksport im Sinne einer Leistungssteigerung des Gehirns also bei den Gehirnjogging-Spielen falsch. Sie trainieren demnach Fähigkeiten, die im Alltag nutzlos sind. Es empfiehlt sich, vor dem Kauf darauf zu achten, ob die Behauptungen der Hersteller auf der Spielverpackung wissenschaftlich belegt sind.

Anstatt Gehirnjogging vor dem PC zu betreiben, empfehlen die Forscher eher das Joggen in Form der körperlichen Aktivität. Bewegungstraining stärke die Durchblutung des Gehirns und fördere die Bildung neuer Blutgefäße und die Verbindung der Nervenzellen. So ist also Sport der wahre Denksport.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion