Vielleicht ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass die Online-Ableger bekannter Zeitungen und Zeitschriften irgendwie anders klingen als ihr „Mutter-Blatt“. Das liegt zwar auch an der jüngeren Online-Leserschaft, wichtiger für den unterschiedlichen Schreib-Stil sind jedoch die technischen Besonderheiten des Internets. Egal, ob Sie selber zu Tastatur und Maus greifen und Texte im Internet veröffentlichen möchten oder einfach nur wissen wollen, welche Besonderheiten Sprache im Internet aufweist: Lesen Sie weiter und erfahren, was einen internetgerechten Text ausmacht.

Veränderte Lesegewohnheiten im Internet

Dass sich die Schreib-Kultur durch das Internet gewandelt hat, liegt auch an den geänderten Lesegewohnheiten der Web-Nutzer. Da das Betrachten eines Artikels am Bildschirm vergleichsweise anstrengend ist, bevorzugen Internet-Nutzer eher kürzere Texte als die Leser gedruckter Publikationen. Die Möglichkeit, durch Links zu anderen Text-Stellen oder Webseiten springen zu können, hat außerdem zu einer nicht-linearen Leseweise geführt. Längere Artikel werden häufig nicht von Anfang bis Ende gelesen, sondern bei interessanten Links wieder in Richtung neuer Inhalte verlassen. Zudem sind viele Nutzer auf der Suche nach schnell verwertbaren Informationen. Deshalb überfliegen sie Online-Texte lediglich, anstatt sie wirklich zu lesen.

Was bedeutet das Internet für den Schreib-Stil?

Die neuen Lesegewohnheiten haben nach und nach zu einer angepassten Schreib-Kultur im Internet geführt. Internetgerechte Texte haben folgende Besonderheiten:

  • Teaser: Artikel-Vorspann soll Interesse für das Artikel-Thema wecken
  • Prägnante Überschriften: Vereinfachen die schnelle Einordnung von Informationen
  • Kürze: Verdichtete Informationen erleichtern die Informationsaufnahme am Bildschirm
  • Sprachliche Einfachheit: Formulierung kurzer, einfacher Sätze
  • Gesplittete Texte: Aufteilen des Textes in kleine „Informations-Häppchen“
  • Zwischenüberschriften: Erleichtern die Orientierung im Text
  • Vernetzung: Sinnvolle Verlinkung des Texts mit weiterführenden Quellen
  • Einbettung von Medien: Bilder, Grafiken, Animationen und Videos zur Text-Ergänzung

Wenn Sie selber vorhaben, Texte im Internet zu veröffentlichen, rufen Sie sich diese Hinweise ab und zu ins Gedächtnis. Ihre Leser werden davon profitieren!

Autor: Torben Riener, Platinnetz-Redaktion