Die Erfolgsgeschichte der Modepuppe Barbie reicht zurück in das Jahr 1959, als die erste Mattel-Puppe nach dem Vorbild der deutschen Bild-Lilli auf den amerikanischen Markt kam. Die große Nachfrage und der unermessliche Erfolg der Puppe sorgten dafür, dass in den letzten 50 Jahren eine ganze Barbie-Welt entstand. So gibt es längst nicht mehr nur Barbie, sondern neben Skipper, Stacie und Tutti noch zwei weitere Schwestern, einen Bruder und zwei Cousinen. Außerdem natürlich ihren Freund Ken, ihre beste Freundin Midge und jede Menge weitere Puppen-Freunde. Neben dem Barbie Traumhaus gehören das Barbie Wohnmobil, der Hundepark, das Kreuzfahrtschiff, der Ponyhof und vieles, vieles mehr zur pinken Welt der Modepuppe. Doch egal ob im Badeanzug, Discoklamotten oder Reitergarderobe - Barbie Puppen und andere Puppen gingen stets mit den modischen Trends der Zeit.

Barbie und ihre "Traummaße"

Die Maße der ersten Barbie Puppen entsprechen auf den Menschen umgerechnet den Maßen 99-46-84. Eine weibliche Körperform, die nichts mit dem Aussehen einer realen Frau zu tun hat. Wissenschaftlich gesehen wäre ein Mensch mit diesen Maßen nicht lebensfähig - insbesondere weil der Unterleib gar nicht genug Platz für alle lebenswichtigen Organe bieten würde. Aus diesem Grund galt die Barbie bei Kritikern von je her als regelrecht frauenfeindlich, da sie durch das unerreichbare Schönheitsideal, das sie verkörpert, das Selbstbewusstsein der Mädchen eher vermindere denn bestärke. Und so dauerte es nicht lange, bis Barbie der Vorwurf gemacht wurde, Auslöser für Essstörungen bei jungen Mädchen zu sein, die den angeblichen Traummaßen der Barbie nacheiferten.

Dass Vorwürfe dieser Art nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, bewies erst vor Kurzem wieder eine Studie der englischen Forscherin Helga Dittmar von der University of Sussex. Sie bewies in einer Untersuchung, dass Mädchen, die mit Barbie spielen, ein geringeres Selbstbewusstsein bezüglich ihrer Erscheinung und einen stärkeren Wunsch nach einem dünneren Körper haben als andere Mädchen.

Als Reaktion auf Vorwürfe wie diese wurde der Körperbau der Puppe im Laufe der Jahre angepasst. So wurde etwa Barbies Oberweite verringert, ihre Taille und ihr Kopf vergrößert, Rumpf und Beine verkürzt. Auch wenn Barbie damit immer noch nicht der Realität entspricht, wurden die Stimmen der Kritiker durch diese Anpassungen jedoch zumindest etwas leiser.

Kritisiert wurde Barbie auch von feministischer Seite, weil sie ein oberflächliches Frauenbild mit so trivialen Themen wie Make Up, Frisuren und Modedesign verkörpert. Dabei war Barbie ursprünglich geplant als eine Alternative zu den Babypuppen der 1950er Jahre, die den Mädchen das Einüben der Mutterrolle vereinfachen sollten. Barbie trug in ihrer ursprünglichen Version lediglich einen Badeanzug, so dass die Kinder ihr selbst eine Identität geben konnten. Die Barbie-Kleidung, die man zur Puppe dazu kaufen konnte, waren verschiedene Arten von Berufskleidern - etwa auch ein Doktorhut und -robe. Erst später folgten im Zuge der Kommerzialisierung der Barbie verschiedene Modethemen. Aber auch trotz der Fokussierung auf Make Up, Mode und Frisuren, ist Barbie bis heute eine berufstätige Frau ohne Mann und Kinder, die ein eigenes Haus, Auto und vieles mehr besitzt. Anders als ihre beste Freundin Midge hat Mattel seine Barbie nämlich niemals heiraten lassen, sondern vermarktet sie als eigenständige und selbstständige Frau, die einen Doktortitel als Tierärztin, Kinderärztin, Zahnärztin und Frauenärztin besitzt sowie einen Führerschein und eine Pilotenlizenz vorweisen kann.

Die Erfolgsgeschichte der Barbie

Barbie erfreut sich in Deutschland eines Bekanntheitsgrades von 100 Prozent. Jedes Mädchen besitzt im Schnitt sieben Barbie Puppen - statistisch gesehen werden pro Sekunde weltweit drei Barbies verkauft. Der kommerzielle Erfolg der Firma Mattel ist ungebrochen, auch wenn im Jahr 2008 die Verkaufszahlen regelrecht einbrachen: Um ein Viertel gingen sie zurück.

Der Farbton Barbie-Pink ist seit Ende der 1960er als Geschmacksmuster geschützt und so erglänzen Mädchen-Kinderzimmer seit Jahrzehnten durch pinke Traumhäuser, pinke Kutschen, pinke Himmelbätter oder pinke Tüllkleider.

Doch selbst diese pinke Phase, die Eltern regelmäßig zur Verzweiflung treibt, hat irgendwann ein Ende. Denn die letzten 50 Jahre haben gezeigt, dass fast jedes Mädchen seiner Barbie irgendwann die Haare abschneidet oder sie sogar köpft. Und so ist die Barbie-Phase eines Mädchens meist auf einen Schlag beendet und auch das Barbie-Pink verschwindet so schnell wie es gekommen ist.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion