Unter Fasten versteht man den individuellen oder gemeinschaftlichen Verzicht (teilweise oder vollständig) von Nahrungs- und Genussmitteln. Im heutigen Zeitalter kommt für viele zudem die mediale Komponente hinzu. Fasten ist mittlerweile eine sehr individuell gestaltete Angelegenheit.

Ursprünge des Fastens

Das Fasten hat eine lange Tradition und wurde bereits in der vorchristlichen Zeit bei den Griechen als gesundheitsfördernd angesehen. Bei den Christen gibt es die lange Fastenperiode der 40 Tage vor Ostern, die in unserem Kulturkreis wohl am bekanntesten ist. Hier wird daran erinnert, dass Jesus 40 Tage zur Läuterung in der Wüste verbrachte. Beim religiös motivierten Fasten geht es darum, Gott näher zu sein und ist oft verbunden mit Meditation und Gebet.
Bei den Moslems ist das Fasten mit dem Fastenmonat Ramadan eine Säule des Islam und nimmt damit einen hohen Stellenwert ein. Auch in der asketisch orientierten Kultur Asiens, wie im Hinduismus und im Yoga, kennt man das Fasten.

Fasten ist nicht gleich Fasten

Klassischerweise bedeutet Fasten der Verzicht auf (bestimmte) Nahrung. Heute ist es jedoch individueller und nicht so radikal. Während früher vor allem auf Fleisch und Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten verzichtet wurde, wird der Verzicht heute vielseitiger, aber auch nicht mehr so streng gehandhabt. Für einige sind es die Süßigkeiten, für andere das Konsum- oder Medienverhalten, die eingeschränkt werden.

Jeder Zehnte fastet

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov 2014 für die Deutsche Presse-Agentur (DPA) plant jeder Zehnte zu fasten, es handelt sich also durchaus um ein Massenphänomen.
53% der von YouGov-Befragten gaben an, aus gesundheitlichen Gründen zu fasten. Gemeinsam Verzicht zu üben fällt den meisten wohl leichter, von daher ist die Fastenzeit vor Ostern eine gute Gelegenheit,  sich mit vielen weiteren Mitstreitern dem Projekt zu widmen. 47% wollen sich selbst beweisen, dass sie von geliebten Gewohnheiten auch mal lassen können und 27% fasten aus religiösen Gründen oder aber aus Tradition.

Die meisten verzichten auf Süßigkeiten und Alkohol, gefolgt von Fleisch und Zigaretten. Auch der Smartphone-/ Handy-Verzicht und sexuelle Abstinenz spielen eine Rolle.

Was bringt uns der Verzicht?

Der erfolgreiche Verzicht über einen längeren Zeitraum auf innig geliebte Lebensmittel oder auch Gewohnheiten stärkt uns. Stehen wir die selbst auferlegte Verzichts-Phase erfolgreich durch, so beweisen wir uns, dass wir willensstark sind und schöpfen neue Kraft und Selbstbewusstsein. Wir demonstrieren uns damit, dass wir unser Leben in der Hand haben und wir nicht Geißel unserer Gewohnheiten sind.  Unabhängig vom Zeitpunkt ist das eine wichtige und sinnvolle Erfahrung,
Der gemeinsame Verzicht vor Ostern schafft zudem durch das entstehende Gemeinschaftsgefühl eine weitere Motivation. Durch den Verzicht der Anderen lässt sich der eigene besser durchstehen und die Motivation steigt!

Autor: Platinnetz-Redaktion

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