E-Book-Reader sind elektronische Lesegeräte für digital gespeicherte Bücher (E-Books), und sie bieten ihrem Nutzer eine ganze Menge mehr als herkömmliche Druckwerke. Deshalb sind sie auf dem besten Weg, sich zu einer ernsthaften Konkurrenz für in Buchform verbreitete Informationen zu entwickeln. Hier erfahren Sie, wie diese neuartigen Geräte funktionieren, wo man sie kaufen kann und für wen sich eine Anschaffung bereits jetzt lohnt.

E-Book-Reader – eine neue Idee?

Die Versuche, tragbare E-Book-Reader zu entwickeln, reichen schon länger zurück. Bereits 1999 kam das erste Lesegerät für E-Books auf den Markt, die Produktion wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Seit 2006 bieten mehrere Firmen in Deutschland elektronische Lesegeräte an. Auch sie konnten sich bislang noch nicht durchsetzen. In den USA erregte zuletzt der Kindle-Reader des Online-Buchhändlers Amazon ein breiteres öffentliches Interesse. Ein viel versprechender Konkurrent für den Kindle ist der etwas jüngere E-Book-Reader PRS-505 von Sony. Durch die Marktmacht der beiden Schwergewichte Sony und Amazon stehen E-Book-Reader nun kurz vor dem Sprung auf den Massenmarkt.

Was zeichnet Geräte der neuesten Generation aus?

Dass moderne E-Book-Reader sich anschicken, eine kleine Revolution auf dem Büchermarkt anzuzetteln, hat jedoch auch einen anderen Grund. Die meisten besitzen modernste Displays, um Buchinhalte gestochen scharf anzeigen zu können. Der große Vorteil dieser Displays ist die so genannte E-Ink-Technologie (Elektronische Tinte). Dank dieser Technik verbrauchen sie lediglich dann Strom, wenn man die Seite umblättert. Dadurch kann man mehrere tausend Seiten lesen, bevor die Energie zur Neige geht und der Reader an die Steckdose muss. Zudem kommen die Bildschirme ohne Hintergrundbeleuchtung aus und können auch im prallen Sonnenlicht problemlos gelesen werden. In dieser Hinsicht weisen sie also sehr ähnliche Eigenschaften wie bedrucktes Papier auf.

Die größten Pluspunkte gegenüber herkömmlichen Büchern können E-Book-Reader sicherlich durch ihre Abmessungen einstreichen. Während sie in Höhe und Breite in etwa den Maßen eines Taschenbuchs entsprechen, sind sie lediglich ein bis zwei Zentimeter dick. Diese Abmessungen ändern sich natürlich auch nicht, wenn Sie mehrere Bücher vom PC auf Ihren Reader laden. So können Sie Hunderte von Büchern bequem mit sich herumtragen und selbst Krieg und Frieden passt in die kleine Handtasche.

Wo kann ich einen E-Book-Reader bekommen?

E-Book-Reader finden Sie beispielsweise in den Filialen oder auf den Internetseiten von Großbuchhandlungen. In der Regel können Sie sie dort direkt kaufen oder vorbestellen. Häufig kann man die Reader auch direkt auf den Webseiten der Hersteller bestellen. Amazons E-Book-Reader gibt es bislang allerdings nur in den USA, der Termin für den europäischen Verkaufsstart ist noch ungewiss.

Für wen lohnt sich ein E-Book-Reader?

Falls Sie sehr viel lesen, können sich die 300 bis 500 Euro, die E-Book-Reader zurzeit kosten, für Sie lohnen. Vor allem, da viele Buchinhalte vermutlich günstiger sein werden als gedruckte Bücher. Falls Sie Akademiker sind oder beruflich viel mit Fachliteratur arbeiten, können Sie besonders von den neuen Geräten profitieren. Digitale Fachbücher sind nämlich in der Regel deutlich preiswerter als ihre gedruckten Geschwister. Zudem lassen sie sich sehr schnell und komfortabel nach Stichworten durchsuchen.

Nachfolger des Buchs?

Ob E-Book-Reader tatsächlich die legitimen Nachfolger des klassischen Buchs sind, wird die Zukunft zeigen. In Sachen Komfort und Technik bieten sie dem Leser bereits jetzt einige handfeste Vorteile, und die Entwicklung steht erst am Anfang. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Lesen nicht mehr ist als die reine Aufnahme von Buchstaben, und ob das Medium, in dem man liest, nicht auch einen Teil des Lese-Genusses ausmacht. Viele Menschen dürften ein nach Druckerschwärze und Papier riechendes Buch vorerst einem kühl wirkenden High-Tech-Reader vorziehen.

Autor: Torben Riener, Platinnetz-Redaktion

Datum: 30. Januar 2009