Die Anfänge - Blick in die Antike

Wer sich für Werke der Weltliteratur interessiert, für den macht es Sinn, sich mit den Anfängen der Literatur zu beschäftigen. Die Odyssee und die Ilias von Homer gehören zu den frühsten Epen überhaupt. Als das älteste erhaltene Drama gilt das 472 v. Chr uraufgeführte “Die Perser” von Aischylos. Auch ein Blick auf die Werke der beiden anderen großen griechischen Tragödiendichter neben Aischylos, Sophokles und Euripides lohnt sich. Mit Sophokles’ “König Ödipus” oder Euripides’ “Medea” wird man nicht nur Zeuge schrecklicher Familiendramen, sondern vergegenwärtigt sich auch uralte Mythen, die die Menschen schon vor tausenden Jahren beschäftigt haben.

Neuer Buchdruck und große Dramatiker

Die wohl bekanntesten Werke der Weltliteratur sind in der Neuzeit entstanden und dank des von Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts mit beweglichen Lettern revolutionierten Buchdruckes auch größtenteils erhalten geblieben. Bücher konnten in größeren Mengen produziert werden und so einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Um 1600 war es vor allem der Dramatiker William Shakespeare, der uns mit Werken wie “Romeo und Julia”, “King Lear” oder “Ein Sommernachtstraum” Tragödien und Komödien hinterlassen hat, die bis heute von keiner Theaterbühne und aus keinem gut sortiertem Bücherregal mehr wegzudenken sind. Einige Jahrzehnte später lohnt ein Blick nach Frankreich, wo Moliére mit “Der eingebildete Kranke” oder “Der Geizige” ebenfalls Weltliteratur schrieb.

Deutsche Großmeister

Denkt man an Klassiker aus Deutschland, dann kommen vielen als erstes Goethe und Schiller in den Sinn, deren Werke zu den Höhepunkten der Weltliteratur zählen. Welche durchschlagende Kraft beispielsweise Goethes literarische Kunst hatte, zeigt das Beispiel von “Die Leiden des jungen Werther”. Viele Leser folgten dem unglücklichen Protagonisten Werther in den Selbstmord, weil sie sich zu sehr mit ihm und seinem gebrochenen Herzen identifiziert haben. Aber auch Goethes weitere Gedichte und Dramen wie “Der Erlkönig” und “Faust” stehen längst in der Schule auf dem Lehrplan. Von Friedrich Schiller sind “Die Räuber”, “Kabale und Liebe” oder “Wilhelm Tell” aus keinem Literaturkanon mehr wegzudenken.

Schauergeschichten, phantastische Welten und Co.

Wer gerne mysteriöse Schauergeschichten liest, der ist mit Edgar Allan Poe (z.B. “Die Maske des roten Todes” von 1842) oder E.T.A. Hoffmann (z.B. “Der Sandmann” von 1817) gut beraten. Phantasie ist das Stichwort für Lewis Caroll, der mit “Alice im Wunderland” mit den Grenzen der Logik spielt und damit Kinder wie Erwachsene gleichermaßen fasziniert.
Einen Eindruck von der Dekadenz des englischen Bürgertums um 1900 zeigt Oscar Wilde mit seinem “Das Bildnis des Dorian Gray”, um nur einen kleinen Querschnitt durch die vielfältige Literatur bis zum 20. Jahrhundert zu zeigen.

Das 20. Jahrhundert

Auch im 20. Jahrhundert wurden Werke geschrieben, die heute zum Kanon der Weltliteratur zählen. Franz Kafka, die Brüder Mann, Max Frisch oder Günther Grass sind nur einige der bekanntesten Vertreter. Doch auch in den späten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Weltliteratur geschaffen. Paul Auster etwa spielt mit seiner “New York Trilogie” aus den 80er Jahren  mit den Grenzen der Identität und führt uns durch ein labyrinthisches New York. Umberto Ecos “Der Name der Rose” von 1980 dürfte vielen auch durch die Verfilmung von Bernd Eichinger mit Sean Connery bekannt sein, gehört ebenfalls zum neueren Kanon.

Lesen was gefällt

Die Liste der Werke, die zur Weltliteratur gehören, ist lang und man muss längst nicht jedes einzelne Werk gelesen haben. Wer sich jedoch für Literatur interessiert und es liebt, ein gutes Buch zu lesen, dem bietet die Weltliteratur eine unglaubliche Auswahl an den verschiedensten Werken in unterschiedlichsten Stilen aus über 2000 Jahren Literaturgeschichte, in der es sich lohnt auf Entdeckungsreise zu gehen. 

Autorin: Sophia Wiese-Wagner, Platinnetz-Redaktion
Datum: 26. Juli 2011