Rolling Stones – wie alles begann

Im Herbst 1961 treffen sich Mick Jagger (Sänger) und Keith Richards (Gitarre) zufällig, sie kennen sich flüchtig von früher und tauschen sich in einem Gespräch über Musik aus. Daraus entwickelt sich eine erste gemeinsame Band, die vor allem R&B Musik spielt und zu der dann ab 1962 Brian Jones (Gitarre) gehört. Ein Jahr später wird Schlagzeuger Charlie Watts Mitglied der Band, der genau wie Mick Jagger und Keith Richards bis heute bei den Rolling Stones ist. Noch im selben Jahr treten sie das erste Mal unter dem Namen „The Rolling Stones“ auf. Brian Jones entnimmt die Idee zum Namen der Band dem Song "Mannish Boy" von Muddy-Waters, indem die Textzeile "I'm a rollin' stone" vorkommt. Der Gitarrist Brian Jones stirbt wenige Jahre später und so übernimmt Ron Wood von 1975 an bis heute den Part des zweiten Gitarristen der Band. Aus PR-Gründen möchte der neue Manager der Rolling Stones sie als Kontrast zu den Beatles aufbauen. Im Gegensatz zu den eher brav im Anzug auftretenden Pilzköpfen, sollen die Rolling Stones die "böse" Variante einer Band sein. Tatsächlich sind die beiden Bands aber befreundet und einer der ersten erfolgreichen Hits „I Wanna Be Your Man“ ist ein Lied der Beatles, das diese den Rolling Stones überlassen. Nachdem sie in der Anfangszeit überwiegend Coverversionen anderer R&B Musiker spielen, komponieren sie in den folgenden Jahren vermehrt eigene Songs. Ihren ersten international erfolgreichen Hit landen sie 1965 mit "Satisfaction", der heute zum Klassiker und oftmals gecovert geworden ist.

Rolling Stones sorgen nicht nur für musikalische Schlagzeilen

Nachdem die Rolling Stones fast ohne Unterbrechung drei Jahre entweder auf Konzerttournee oder im Tonstudio sind, fordert dieses exzessive Leben im Lauf des Jahres 1967 erste Opfer. Zum ersten Mal, aber bei weitem nicht zum letzten Mal, landet einer der Rolling Stones wegen Drogenbesitzes vorübergehend im Gefängnis. Bis heute haben die Rolling Stones wohl eben so viele Schlagzeilen mit Drogen- oder Sexskandalen wie mit ihren musikalischen Tätigkeiten produziert. Viele Musikkenner vermuten, dass Keith Richards neben einer nachgewiesenen zeitweiligen Heroinabhängigkeit, annähernd jede verfügbare Droge konsumiert habe. Einige dieser Kritiker nahmen es dann doch eher staunend zur Kenntnis, dass Keith Richards nicht nur überlebte, sondern bis heute Mitglied der Rolling Stones ist. Nebenbei ist es wohl Keith Richards zu verdanken, dass es die Rolling Stones überhaupt noch gibt, denn Mick Jagger hatte wiederholt Anstrengungen unternommen, eine eigene Solokarriere aufzubauen. Dies führt auch über die Jahre hinweg immer wieder zu Streitereien innerhalb der Band, da sich Mick Jagger dabei gerne der Rolling Stones Lieder bedient. Während die anderen für die Drogenskandale "zuständig" sind, sorgt Mick Jagger immer wieder neben seinen zahlreichen Affären und Ehen für Gerüchte über angebliche Bisexualität. Unter anderem wird ihm eine Affäre mit David Bowie unterstellt, die aber nie bestätigt wird.

Rolling Stones in den letzten Jahren

Musikalisch sind die Rolling Stones wandlungsfähig. Auch wenn sie im Laufe der Jahre rockiger werden, schreiben sie zum Beispiel sogar erfolgreiche Disco-Hits, unter anderem den Ende der siebziger Jahre populären Song "Miss You". Trotz ihres weltweiten Erfolgs sieht es bei den Rolling Stones finanziell nicht immer rosig aus. Doch in den letzten Jahren schaffen sie es, die Musik ihrer gesamten Bandgeschichte erfolgreich zu vermarkten. Zum 40-jährigen Bestehen unternehmen sie eine Welttournee mit dem Titel "Forty Licks-Tour" und zeitgleich erscheint eine Doppel-CD, auf der erstmalig Songs aus allen vier Jahrzehnten inklusive vier neuer Titel veröffentlicht werden. Das größte Konzert ihrer Laufbahn geben die Rolling Stones schließlich 2006 in Rio de Janeiro, hier treten sie vor der unglaublichen Menge von 1,2 Millionen Menschen auf. Während die Besucher freien Eintritt haben, wird das Konzert von der Stadt und Sponsoren finanziert. Aber nicht nur Rio de Janeiro möchte sich mit den berühmten Rolling Stones schmücken: Die CDU verwendet 2005 die Ballade "Angie" der Rolling Stones als Auftrittsmusik ihrer Kanzlerkandidatin Angela Merkel. Ohne allerdings das Okay der Band eingeholt zu haben, das ihnen schließlich auch nicht gegeben wird und somit verschwinden die Rolling Stones musikalisch wieder von der Bühne der CDU. Wer weiß wie lange die Rolling Stones noch auf den Bühnen dieser Welt rocken werden? Die Fans hoffen mit Sicherheit auf eine never ending story!

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetzredaktion

Datum: 21. August 2009