Der Vorname Roy ist eine Hommage an den US-amerikanischen Country- und Rock-Sänger Roy Orbison, den er verehrt. Black wählt er aufgrund seines Spitznamens "Blacky", den er dank seiner schwarzen Haare trägt.

Roy Black - musikalische Erfolge

Bereits die dritte Single, die Roy Black 1965 aufnimmt, schafft es unter die Top Ten der deutschen Hitparade und befindet sich damit in illustrer Runde mit etwa den Rolling Stones und ihrem Welterfolg "Satisfaction". Schon ein Jahr später wird Roy Black mit seinem größten Erfolg "Ganz in weiß" zum deutschen Schlagerstar. In den folgenden Jahren gelangen ausnahmslos alle Singles von Roy Black in die Top Ten der deutschen Hitparade und ermöglichen ihm regelmäßige Auftritte in der ZDF-Hitparade. Zeitgleich beginnt die Karriere als Darsteller in Musikfilmen, die ihm eine große Popularität im deutsch-sprachigen Raum verschafft. 1972 feiert er dann allerdings zusammen mit dem Mädchen Anita Hegerland schon seinen letzten größeren Erfolg mit dem Lied "Schön ist es auf der Welt zu sein". Da er in finanziellen Dingen den falschen Beratern vertraut hat, muss er in den 1970er Jahren bis zu 250 Auftritte pro Jahr absolvieren, um seine Frau und den gemeinsamen Sohn zu ernähren. Es gibt jedoch immer weniger Menschen, die Roy Blacks Lieder hören möchten. Erst in den 1980er Jahren kann er wieder ein wenig an seine vergangenen Erfolge anknüpfen und erreicht ein breiteres Publikum mit der Hauptrolle in der Fernseh-Serie "Ein Schloss am Wörthersee".

Roy Black oder Gerhard Höllerich - macht der Erfolg glücklich?

Zeit seines Lebens ist Roy Black laut Aussage seiner Frau und einiger Freunde hin und hergerissen zwischen seiner Bühnenrolle Roy Black und seinem "realen" Leben als Gerhard Höllerich. Außerdem kann er den Ruf, ein Schnulzen-Sänger zu sein, nicht akzeptieren. Obwohl er seine größten Erfolge als seichter Schlagersänger feiert, fühlt er sich mit der Etikettierung "Schnulze" nicht wohl. Ebenso schwer fällt es ihm, sich mit der schwindenden Popularität zu arrangieren. Trotz seines späteren Erfolges mit "Ein Schloss am Wörthersee" wird er von seinem Umfeld als unglücklich und depressiv beschrieben.

Offiziell stirbt Roy Black am 9. Oktober 1991 an Herzversagen. Bis heute gibt es Thesen über einen eventuellen Selbstmord. Diese konnten aber bisher weder widerlegt noch bestätigt werden. Fünf Jahre vor seinem Tod werden Roy Black zwei neue Herzklappen eingesetzt, dieser Herzfehler soll in Kombination mit Alkoholmissbrauch zu seinem Tod geführt haben. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Roy Black über mehrere Wochen absichtlich seine notwendigen Herzmedikamente nicht mehr einnimmt. Er stirbt in seiner Fischerhütte, in die er sich zurückzieht, um sich angeblich zu erholen. Allerdings spielt diese Hütte, da sie sein einziger Rückzugspunkt ist, eine besondere Rolle in seinem Leben. Sie soll einige Tage später wegen eines geplanten Straßenbaus abgerissen werden. Dies und der Eindruck seiner Kollegin Uschi Glas, er habe sich auf eine ganz besondere Art und Weise bei der letzten Begegnung von ihr verabschiedet, nährt den Verdacht des Selbstmordes.

Doch auch nach seinem Tod nimmt Roy Black noch Einfluss auf die musikalische Landschaft Deutschlands: Ihm zu Ehren wird das erste deutsche Schlagermusical mit dem Titel "Ganz in Weiß" komponiert und Anfang 2000 aufgeführt. Zu seinem Grab pilgern immer noch Fans und feiern das Gedenken an ihn nicht nur an seinem Todestag. Wie auch immer man zu der Musik Roy Blacks steht, seine musikalischen Erfolge sind bis heute kaum erreicht.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion

Datum: 02. September 2009