Unflexibel und nicht mehr auf dem neuesten Stand, das denkt so mancher Personalchef über Bewerber jenseits der 50. Dass man kein junger aufstrebender Mitarbeiter mehr ist, dessen sind sich ältere Arbeitssuchende selbst auch bewusst. Aber weiter bringt einen dieses Wissen nicht, sondern wirkt häufig eher demotivierend. Viel besser ist es allerdings, sich auf seine Vorzüge zu besinnen und diese auch beim Personalchef anzubringen.

Die richtige Einstellung hilft

„Zum alten Eisen gehören? Noch lange nicht! Verbannen Sie jegliche Gedanken daran aus ihrem Bewusstsein. Von wegen, Sie wollen noch einmal angreifen!“ So lauten die Bewerbungstipps von Jobexperten. Sicherlich, das ist nicht so leicht umzusetzen, wenn das Selbstbewusstsein sinkt, weil man aus Altersgründen abgelehnt wird. Dennoch haben diese überschwänglichen Motivationstipps einen Sinn. Denn die eigene Einstellung kommt auch beim Gespräch mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber an. Seien Sie sich daher bewusst, auf welchen Gebieten ein jüngerer Bewerber Sie ausstechen kann und beweisen Sie dem Arbeitgeber das Gegenteil. Aber denken Sie vor allem daran, dass gerade ältere Arbeitnehmer auch jede Menge Vorzüge haben. Erfahren Sie in unseren Bewerbungstipps, wie man diese am besten rüberbringt.

Bewerbungstipps für das richtige Auftreten

So unangenehm es auch klingt, bei einer Bewerbung muss man sich selbst verkaufen. Das bedeutet, die eigenen Schwächen und Stärken zu kennen, denn dann kann man am besten argumentieren. Versuchen Sie beispielsweise nicht, zu erklären, wieso Sie trotz Ihres Alters eingestellt werden sollten. Sondern formulieren Sie es gerade andersherum: Weil Sie bereits viele Erfahrungen haben und wissen, wie Sie mit Druck zurecht kommen, deshalb sollte man Sie einstellen. Oder wie wäre es mit folgenden Gedanken: Gerade weil Sie kein hitziger Jungspund mehr sind, sondern gelassen und selbstsicher arbeiten können, sind Sie eine sinnvolle Ergänzung. Gerade weil Sie Menschenkenntnis besitzen und wissen, wie man mit Kollegen umgeht, sind Sie der Richtige für die Stelle. Punkten können ältere Arbeitssuchende außerdem mit den Eigenschaften, die man ihnen automatisch zuschreibt. Disziplin, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit sind Attribute, die Arbeitnehmer auch heute noch sehr schätzen und die man jüngeren Kollegen vielleicht nicht zutraut. Aber für Sie als berufserfahrenen Angestellten ist das selbstverständlich. Beweisen Sie das im Vorstellungsgespräch, der Chef wird es Ihnen auf der Habenseite anrechnen.

Bewerbungstipps für die richtige Vorbereitung

Beim Vorstellungsgespräch sollte man nicht nur mit dem Auftreten, sondern auch in punkto Fachwissen beweisen, das man ganz und gar nicht zum alten Eisen gehört. Während junge Bewerber damit punkten, dass ihre Ausbildung noch nicht lange her ist und sie auf dem aktuellsten Stand sind, wird Ihnen das automatisch als Nachteil ausgelegt. Versuchen Sie also alles, um dieses Vorurteil zu widerlegen. Besuchen Sie während der Arbeitslosigkeit Fortbildungen und informieren Sie sich, was in Ihrer Branche gerade aktuell ist. Gibt es ein neues Verfahren oder ein neues Programm? Sie haben bereits davon gehört. Vielleicht sogar schon einen Kurs dazu besucht? Wer ist der aktuelle Platzhirsch in der Branche? Sie wissen es und Sie wissen auch, warum. Mit solchem Wissen können Sie die Firma weiterbringen - das kann ein entscheidender Grund sein, Sie einzustellen. Im Internet, in Zeitschriften oder in der Tagespresse lässt sich so etwas herausfinden. Informationen bekommt man auch auf Fachmessen oder Tagungen, deren Besuch sich auch dann lohnen kann, wenn man gerade nicht in der jeweiligen Branche arbeitet. Bleiben Sie also immer am Ball, es kann Ihnen beim Kampf um eine Stelle helfen.

Bewerbungstipps für die Stellensuche

Kongresse oder Messen sind außerdem ideal, um sich auf dem Stellenmarkt umzuhören und vielleicht sogar gleich Kontakte zu knüpfen. Bewerbungstipps bekommt man hier direkt von den Menschen, bei denen man gerne arbeiten würde. Vielleicht tut sich auch gleich eine Stelle auf? Networking heißt das neue Zauberwort in der Arbeitswelt, also sich selbst Netzwerke aufzubauen, um an eine offene Stelle zu kommen. Hören Sie sich auch bei Bekannten oder Freunden nach Möglichkeiten um, vielleicht ergibt sich auch über diesen privaten Weg etwas. Außerdem gibt es im Internet immer mehr spezielle Stellenmärkte. Fast jede Branche hat ihre eigenen Jobbörsen und auch speziell für ältere Arbeitnehmer gibt es Webseiten, beispielsweise das „Jobnetzwerk 50plus“. Außerdem ist es heute in Mode gekommen, als Suchender selbst eine Anzeige zu schalten. Egal ob im Internet oder in Fachzeitschriften – hier kann man bereits in einer eigenen Anzeige seine Vorteile unterbringen. Die Unternehmen werden dann auf Sie aufmerksam und melden sich bei Interesse. Das ist praktisch und effektiv.

Egal welchen Weg Sie wählen und in welcher Phase der Stellensuche Sie stecken, denken Sie immer daran: Bleiben Sie am Ball und unterstreichen Sie die eigenen Vorzüge, so lauten die wichtigsten Bewerbungstipps für Arbeitnehmer ab 50. Mit diesen Grundprinzipien widerlegt man die Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern und findet auch dann eine Stelle, wenn einen andere vielleicht schon als altes Eisen abgeschrieben haben.

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion