Kein Personaler kann es sich leisten, eine wichtige Position falsch zu besetzen. Daher ist der Einstellungstest in vielen Unternehmen fester Bestandteil des Bewerbungsverfahrens. Er dient dazu, Informationen über die Allgemeinbildung der Bewerber zu liefern, zu testen, wie gut sie mit Zahlen umgehen können, ob sie logisch denken und die deutsche Sprache sicher beherrschen. Auch Charaktereigenschaften werden im Einstellungstest deutlich.

Was ist ein Einstellungstest?

Was erwartet die Bewerber bei einem Einstellungstest? Typische Aufgaben fragen Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, mathematische Fähigkeiten und Sprachgefühl ab. In Tests zum Allgemeinwissen werden zum Beispiel Fragen nach Politik, Geschichte, Geographie oder aktuellem Tagesgeschehen gestellt. Lesen Sie zur Vorbereitung die Tageszeitung und informieren Sie sich im Internet über wichtige Ereignisse im In- und Ausland, über Hauptstädte, Kriege und Staatsformen.

Beim Intelligenztest geht es nicht um die Intelligenz des Bewerbers, sondern darum, herauszufinden, wo seine Stärken liegen. Hier muss man zum Beispiel Zahlenreihen fortsetzen, Gegensätze oder Analogien bilden, Wortzusammenhänge erkennen oder logische Zusammenhänge entdecken. Bei Intelligenztests ist die Zeit meistens zu kurz bemessen, um alle Aufgaben konzentriert lösen zu können. Bleiben Sie ruhig und verfallen Sie nicht in Hektik. Auch das ist Teil des Test: Wie agiert der Bewerber unter Stress und Zeitdruck? Intelligenztests bestehen meistens aus Multiple-Choice-Fragen, die nur angekreuzt werden müssen.

Wichtiger Bestandteil des Einstellungstest ist der Konzentrationstest. Für die zukünftige Stelle ist Konzentration besonders wichtig: Kann der Bewerber die Namen der Kunden behalten? Hat er Probleme, sich Durchwahlnummern zu merken? Wie schnell kann er sich neues Fachwissen aneignen, wie schnell in neue Gebiete einarbeiten? Wie ist es um die Auffassungsgabe bestellt? Um das herauszufinden, wird als Konzentrationstest zum Beispiel in einem Szenario eine kleine Firma beschrieben und Namen und Aufgaben der Mitarbeiter genannt. Die Kandidaten wissen vorher nicht, welche Informationen später abgefragt werden und müssen sich in knapp bemessener Zeit alle Details einprägen. Im mathematischen Teil werden keine Kenntnisse höherer Mathematik abgefragt, sondern grundlegende Dinge wie Dreisatz, Prozentrechnung oder das Addieren von Zahlenkolonnen. Auch Schätzaufgaben kommen häufig vor.

Das Vermögen, logisch zu denken wird im nächsten Teil auf die Probe gestellt. Hier müssen zum Beispiel Zahlen- oder Buchstabenreihen fortgesetzt oder Wochentage im Kopf berechnet werden: „Heute ist Freitag, welcher Tag war zwei Tage vor morgen?" Das Sprachgefühl wird zum Beispiel dadurch geprüft, dass Wörter erkannt werden müssen, deren Buchstaben vertauscht worden sind. OKITO für Tokio oder NERUG für die Farbe gruen. Beliebt sind auch Fragen nach dem Verhältnis einzelner Wörter zueinander: „Schwarz verhält sich zu weiß wie dunkel zu…“

All diese Aufgaben lassen sich aber gut üben. Es gibt viele gute Bücher, die derartige Tests beinhalten und auch im Internet wird man fündig und kann gleich online sein Wissen testen.

Ungewöhnliches im Einstellungstest

Manchmal schocken Personaler ihre Kandidaten auch mit Fragen, deren Sinn sich nicht sofort ergibt. Hier ist die Fähigkeit, um die Ecke zu denken, gefragt. Dabei werden zum Beispiel scheinbar unmögliche Aufgaben und Fragen gestellt: Wie viele Katzen leben in Deutschland? Wie viele Smarties passen in einen Smart? Sinn dieser Fragen ist es nicht, die richtige Antwort zu geben, sondern sich auf die ungewöhnliche Herausforderung einzulassen und einen möglichen Lösungsweg zu präsentieren. So kann man zum Beispiel die Anzahl der Katzen im Bekanntenkreis als eine für Deutschland durchschnittliche Anzahl zu Grunde legen. Rechnet man diese Zahl dann grob auf die gesamte deutsche Bevölkerung hoch, und addiert frei lebende Katzen, kann man ungefähr abschätzen wie viele Katzen in Deutschland leben. Aber keine Sorge, solche Kopfnüsse werden eher selten gestellt und auf alles andere im Einstellungstest kann man sich gut vorbereiten.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion