Minijobs boomen: Im letzten Quartal des Jahres 2008 verzeichnete die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See insgesamt 6,8 Millionen geringfügig Beschäftigte. Somit hat sich die Zahl der Minijobber in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent erhöht.

Was zeichnet den Minijob aus?

Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung, bei der die regelmäßige Vergütung von 400 Euro monatlich nicht überschritten werden darf.

Der Minijob neben einer Hauptbeschäftigung

Wird ein Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausgeübt, fallen für den Arbeitnehmer weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern an. Der Arbeitgeber dagegen zahlt für beides einen Pauschalbetrag von 30% (13% Krankenkasse, 15% Rentenversicherung und 2% pauschale Lohnsteuer). Jeder weitere Minijob wird allerdings mit der Hauptbeschäftigung zusammen gerechnet und ist dann auch für den Arbeitnehmer in der Regel versicherungspflichtig.

Der Minijob für Rentner und Ruheständler

Auch wenn sich der Pauschalbetrag zur Rentenversicherung nicht mehr leistungssteigernd auf die Rente auswirken kann: er muss trotzdem gezahlt werden. Bei Inanspruchnahme einer Teilrente, bei Renten aufgrund teilweiser Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit und für Bergleute gelten individuelle Hinzuverdienstgrenzen, die beim jeweiligen Rentenversicherungsträger erfragt werden sollten.

Dies gilt ebenfalls für Ruhestandbeamte, die wegen Dienstunfähigkeit vor ihrem 65. Lebensjahr in den Ruhestand getreten sind. Die Möglichkeit und Höhe eines Nebenverdienstes berechnen sich bei ihnen unter anderem aus der Besoldungsgruppe, dem Ruhegehaltssatz und der zurückgelegten Dienstzeit.

Der Minijob für Arbeitslose

Auch Arbeitslose dürfen einen Minijob ausüben. Allerdings wird der Verdienst als Einkommen gezählt und bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes berücksichtigt. Während die ersten 100 Euro anrechnungsfrei sind, werden von jedem weiteren Euro 20% nicht angerechnet. Bei einem Einkommen von 400 Euro bedeutet dies, dass 160 Euro anrechnungsfrei bleiben und 240 Euro vom Arbeitslosengeld angezogen werden.

Rentenansprüche können aufgestockt werden

Grundsätzlich ist es für Minijobber möglich, die Rentenversicherungs-beiträge des Arbeitgebers in Höhe von 15% auf den regulären vollen Satz von 19,9% aufzustocken. Entscheidet er sich dazu, kann er das volle Leistungsspektrum der Rentenversicherung in Anspruch nehmen, was bei einem 400-Euro-Job pro Jahr immerhin etwa 4,25 Euro Rentenanspruch monatlich ausmachen kann.

Für wen ist ein Minijob besonders geeignet?

Klar, von monatlich 400 Euro alleine kann niemand leben. Doch in bestimmten Lebenszusammenhängen kann ein Minijob jedoch äußert lukrativ sein:

Der Minijob als sinnvolle Beschäftigung

Keine Frage: Neben dem Erwerb von Einkommen, haben Jobs vor allem auch eine soziale Komponente. Sie strukturieren den Alltag und bieten die Möglichkeit, unter Menschen zu kommen und sich mit Kollegen auszutauschen. Natürlich sind darüber hinaus auch die Arbeitsinhalte wichtig: Einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und sich mit interessanten Themen zu beschäftigen, ist für viele Menschen eine große Bereicherung. In dem Zusammenhang kann ein Minijob auch als Ausgleich zu einer völlig anders gearteten Hauptbeschäftigung dienen.

Der Minijob als Wiedereinstieg in den Beruf

Die Kinder sind groß oder aus dem Haus – und Sie suchen einen möglichst sanften Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt? Dann kann ein Minijob goldrichtig für Sie sein. Eine Teilzeitbeschäftigung bietet die Möglichkeit, sich langsam wieder an den Berufsalltag zu gewöhnen und eigene Kompetenzen aufzufrischen und zu erweitern.

Der Minijob als Chance für eine Festanstellung

Mit ein bisschen Glück kann ein Minijob auch der Einstieg in ein reguläres, sozialversichertes Beschäftigungsverhältnis bedeuten. Ergreifen Sie die Gelegenheit, Ihren Arbeitgeber von Ihren Fähigkeiten zu überzeugen und machen Sie sich unentbehrlich! Wenn er schlau ist, lässt er Sie so schnell dann nicht mehr gehen.

Autorin: Kerstin Brenig, Platinnetz-Redaktion