Sich wie Hans-Werner beruflich weiter zu entwickeln oder zu verändern ist keine Seltenheit. Viele Menschen mit jahrelanger Berufserfahrung wollen ihre Lebenserfahrungen in ihre Karriere einbringen, einen Neustart wagen oder ihr Hobby zum Beruf machen.

Karriere mit 40 Plus

Auf dem Arbeitsmarkt entsteht aufgrund des zunehmenden Mangels an Fachkräften die Erkenntnis darüber, dass erfahrene Mitarbeiter notwendig und wichtig sind, um ihr Fachwissen und ihre Kompetenzen in das Unternehmen einzubringen. Daher wagen zunehmend viele Arbeitnehmer oder Arbeitssuchende mit langjähriger Berufserfahrung einen Neustart oder die Veränderung ihrer beruflichen Karriere. Aber auch nach längeren Familienzeiten möchten viele Menschen sich erneut beruflich orientieren, um ihre Kenntnisse aufzufrischen, sich zu verändern oder ihre Neigungen und Fähigkeiten gezielt einzusetzen.

Da die letzte Bewerbung oft schon eine Weile zurückliegt, sollte man sich unbedingt darüber informieren, was bei der Bewerbung zu beachten ist. Dieses Problem teilt man mit allen potenziellen Bewerbern auf dem Arbeitsmarkt: Egal ob Uni-Absolvent, frisch gebackener Geselle oder erfahrener Meister – der aktuelle „Bewerbungs-Knigge“ ist für alle gleich.

Generell ist es ratsam, vor einem Neustart oder der Veränderung der Karriere die eigenen Stärken und Schwächen zu überprüfen und eine Analyse der eigenen Lebenssituation zu erstellen. Man sollte sich informieren, wie ein Bewerbungsschreiben erstellt werden kann und sich Anregungen für ein Vorstellungsgespräch holen. Hinweise dafür gibt es bei der Agentur für Arbeit, bei der Volkshochschule oder anderen öffentlichen Bildungseinrichtungen. Der erste Schritt besteht stets darin, selber aktiv zu werden und Informationen einzuholen. Auch Freunde und Bekannte können dabei helfen, das entsprechende Profil zu erstellen und das richtige Anschreiben zu formulieren.

Umschulung, Weiterbildung oder Selbstständigkeit als Karriere-Chancen mit 40 Plus

Es ja nicht immer gleich eine neue Arbeitsstelle sein: Falls ein kompletter Wechsel der Arbeitsstelle nicht sinnvoll ist, besteht die Möglichkeit einer Weiterbildung. Diese kann auf dem gelernten Beruf aufbauen, aber auch in einem ganz anderen Berufsfeld sein. Bei diesen Angeboten besteht oft keine Alterseinschränkung.

Weiterbildung: Es gibt sowohl betriebsinterne als auch externe Weiterbildungen. An dieser Form von Erwachsenenbildung sind häufig auch die Arbeitgeber interessiert, da der „Aufbau von Humankapital“, wie die Ökonomen sagen, langfristig zu einer Wertsteigerung des Unternehmens insgesamt führt. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn derjenige, der die Weiterbildungsmaßnahme in Anspruch genommen hat, auch in der Firma bleibt und das Erlernte dort umsetzt und produktiv einbringt.

Umschulung: Eine Umschulung wiederum kann in Anspruch genommen werden, wenn bereits ein Beruf erlernt wurde bzw. Berufserfahrung vorhanden ist. Diese Möglichkeit wird häufig dann als Chance zum Neustart genutzt, wenn der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen. Eine Umschulung bietet sich als Weg aus der Arbeitslosigkeit an, insbesondere durch Anpassung an aktuelle Arbeitsmarktstrukturen.

Selbstständigkeit: Vor allem die Generation 40plus hat gute Voraussetzungen für eine Existenzgründung und kann selbstsicher eine neue Karriere starten. Es sind  gute fachliche Kenntnisse, Lebenserfahrung und häufig wichtige Kontakte zu anderen Unternehmen vorhanden. Auch die private Lebenssituation ist mit 40plus oft stabiler. Wer sich mit einer guten Idee selbstständig machen will, kann sich Unterstützung von der Agentur für Arbeit, von der Industrie- und Handelskammer (IHK) und anderen Beratungsstellen holen. Empfehlenswert ist auch die Hilfe bei der Erstellung eines Businessplans.

Autor: Anja Kleinehanding, Platinnetz-Redaktion