Wie jeden Winter werden auch in diesem Jahr wieder Produkte aus Pelz in den Boutiquen und Warenhäusern angeboten. Dabei ist mittlerweile jedem aufmerksamen Konsumenten bewusst, dass Pelze nur durch Tierquälerei gewonnen werden können – auch wenn die Pelzindustrie sich redlich Mühe gibt, das zu vertuschen und Pelz als natürliches Kleidungsstück und ebenso natürliches Bedürfnis des Menschen anzupreisen.

Wie Pelz tötet

Dabei wird gern vergessen, dass Pelz heutzutage ein völlig überflüssiges und unnötiges Kleidungsstück ist. Längst kann man Kleidungsstücke aus Baumwolle oder Chemiefasern herstellen, die ebenso wärmend sind, wie ein Pelz. Dieser dient daher ausschließlich der Eitelkeit der Trägerin. Die Tiere, denen dafür der Pelz abgezogen wird, leben ein kurzes Leben unter schrecklichen Bedingungen, was von der Modeindustrie billigend in Kauf genommen wird. Für einen Pelzmantel zum Beispiel müssen 60 Nerze, 100 Eichhörnchen oder 200 Chinchillas ihr Leben lassen. Ihr kurzes Leben verbringen die Tiere eingezwängt zwischen Artgenossen in viel zu engen Drahtgitterkäfigen. Damit sie nicht in Kot und Urin stehen und damit den Pelz beschmutzen, haben die Gitterkäfige keine geschlossenen Böden, so dass die Nerze sich ihre empfindlichen Füße auf den scharfkantigen Gittern verletzen. Die Massentierhaltung setzt sie unter psychischen Stress, so dass sie beginnen, sich selbst oder ihre Leidensgenossen zu beißen und zu verletzen. Ein großes Problem sind auch Parasiten, die sich in den Pelzen einnisten.

Allein in Deutschland vegetieren 330.000 Nerze auf 30 Pelztierfarmen unter tierquälerischen Bedingungen in Drahtgitterkäfigen, um menschliche Eitelkeiten zu befriedigen. Dabei muss es nicht gleich ein ganzer Pelzmantel oder Nerz sein. Auch Applikationen, Schuhe, Handschuhe oder Taschen aus Pelz sind unnötige und unverantwortliche Tierquälerei, denn auch für einen Kragen aus Fell oder ein warmes Futter aus Pelz muss das jeweilige Tier sein Leben lassen. Von humaner, schneller Tötung, wie sie das Tierschutzgesetz vorschreibt, kann dabei nicht die Rede sein. Damit der wertvolle Pelz beim Töten nicht beschädigt wird, werden kleine Tiere in Kisten gesperrt und mit Auspuffgasen vergast. Größere Tiere wie Füchse und Nerze werden durch Elektroschock umgebracht. Dazu wird eine Elektrode ins Maul und eine in den After des Tieres eingeführt. Dann werden 250 Volt Strom angelegt. Andere Tiere werden mit Strychnin vergiftet und ersticken durch Muskellähmung. Andere, gängige Tötungsmethoden auf Pelztierfarmen sind Tod in der Dekompressionskammer und Genickbruch. Einige werden schlicht bei lebendigem Leib gehäutet.

Tierschützer fordern seit langer Zeit schon ein generelles Verbot von Pelztierfarmen. Einige Länder haben bereits den Anfang gemacht: In der Schweiz sind seit 1991 alle Pelzfarmen verboten. Österreich zog 1998 nach, während England, Wales und Schottland im Januar 2003 ein entsprechendes Verbot erließen. In Deutschland ist die Haltung von Pelztieren noch gestattet. Ein EU-weites Verbot ist jedoch im Gespräch.

Auch Pelz von Wildtieren ist Quälerei

Wer jetzt denkt,  Pelz von Wildtieren zu tragen sei in Ordnung, da diese nicht auf Pelztierfarmen gehalten werden, der irrt. Pelz ist ausnahmslos mit Quälerei verbunden. Wildtiere wie Füchse oder Waschbären werden in freier Natur mit Fangeisen gefangen, in denen sie stunden- oder tagelang mit dem Tod kämpfen, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder ihren Verletzungen sterben. Sie versuchen sich zu befreien und brechen sich dabei die Knochen oder reißen sich tiefe Wunden ins Fleisch. Gefangene Muttertiere, die verzweifelt zu ihren hungernden Jungen wollen, beißen sich in ihrer Not nicht selten die gefangenen Gliedmaßen ab und sterben an Blutverlust oder Wundinfektionen. Auch die Jungtiere sterben ohne ihre Mutter, die sie füttert und vor Fressfeinden beschützt.

Weil niemand in Deutschland einen Mantel aus dem Pelz von Hund oder Katze kaufen würde, hat sich die Pelzindustrie ein paar Tricks ausgedacht. Erfundene Namen sollen die Verbraucher aufs Glatteis führen. So weisen Fantasienamen wie  „Asian Wolf“, „Gaewolf“ oder „Asiatischer Waschbär“ darauf hin, dass es sich hier um das Fell von Haushunden handelt. Auch der Katze geht es an den Kragen. Ihr Pelz wird unter den Bezeichnungen "Genotte", "Goyangi" oder "Moupi" verkauft, während Hamsterfelle als „Zobelkanin“ deklariert werden. Eine Kennzeichnungspflicht besteht nicht.

Was Sie tun können

Wenn Sie etwas gegen Pelztierhaltung tun wollen, ist der erste und einfachste Weg zunächst, keine Pelze zu kaufen. Achten Sie auch darauf, keine Kleidungsstücke oder Taschen mit Pelzbesatz oder Schuhe und Handschuhe mit Futter aus Pelz zu kaufen. Vermeiden Sie auch Krägen und Applikationen aus Fell. Falls Sie einen Pelzmantel Zuhause haben – weil Sie ihn geerbt haben zum Beispiel – können Sie ihn an die Tierschutzorganisation PETA schicken, die ihn an Obdachlose weitergeben oder ihn für Öffentlichkeitsarbeit verwenden wird. Klären Sie auch die Menschen in Ihrer Umgebung über Pelz auf. Zur weiteren Information können Sie zum Beispiel bei PETA oder dem Deutschen Tierschutzbund Broschüren bestellen. Aber Vorsicht, diese Bilder sind nichts für schwache Nerven.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion

Datum: 8. Dezember 2009