Tierschutz bedeutet, aktiv etwas dafür zu tun, dass Tiere artgerecht und ohne Zufügung von unnötigen Leiden, Schmerzen und Schäden leben können. Für Interessierte gibt es unzählige Möglichkeiten sich sinnvoll einzubringen. Es beginnt beim Kauf von Nahrungsmitteln, die ohne die Quälerei von Tieren produziert wurden und reicht über Spenden bis hin zum Engagement in einem Tierschutzverein. Das Ungerechte an der Tierquälerei ist, dass die Tiere sich nicht selbst wehren können, sondern auf unsere Hilfe angewiesen sind. Wir tragen Verantwortung und können schon durch kleine Aufmerksamkeiten im Alltag viel bewegen.

Augen auf beim Eierkauf - helfen durch richtiges Einkaufen

Legehennen in Käfighaltung haben ein grausames Schicksal. Deshalb entscheiden sich immer mehr Menschen dagegen, Eier mit einer 3 (Kennzeichnung für Käfighaltung) zu kaufen. Große Handelsketten wie Aldi Nord haben Käfigeier mittlerweile aus ihrem Sortiment genommen. Und auch Hersteller wie Dr. Oetker, Mars Süßwaren Europa oder Griesson-de Beukelaer verzichten in ihren Produkten auf Käfigeier und folgen damit dem Motto der Kampagne des Deutschen Tierschutzbundes "Kein Ei mit 3". Achten Sie also beim Einkauf auf die Kennzeichnung der Eier und greifen Sie am Besten zu Bioeiern (Kennzeichnung: 0) oder solchen aus Freilandhaltung (Kennzeichnung: 1).

In Versuchslabors müssen immer noch Tiere für die Herstellung von Kosmetikprodukten leiden. Es gibt aber auch natürliche Kosmetika und Pflegemittel, die ohne eine Form der Tierquälerei entstanden sind. Solche Produkte sind in der Regel gekennzeichnet mit einem Warenzeichen für tierversuchsfreie Produkte ("Häschen-Emblem"). Außerdem können Sie über den Deutschen Tierschutzbund eine Kosmetik-Positivliste beziehen, aus der Sie die Hersteller und Läden mit tierversuchsfreien Produkten ersehen können.

Kaufen Sie kein "Billigfleisch". Greifen Sie lieber auf Fleischprodukte von Landwirten in Ihrer Region oder Mitgliedern der Verbände des ökologischen Landbaus zurück. Im Zweifel kann auch hier der Deutsche Tierschutzbund mit Listen und Namen weiterhelfen. Worauf Sie komplett verzichten sollten, sind Gänse- oder Entenfettleberprodukte. Für die Gewinnung dieser Nahrungsmittel werden die Tiere über lange Zeiträume hinweg durch das Stopfen gequält.

Aktiv im Tierschutz helfen

Wenn Sie noch mehr für Tiere in Not tun wollen, gibt es viele Möglichkeiten, sich aktiv für den Tierschutz zu engagieren. Eine Möglichkeit ist natürlich die Spende an eine Tierschutzorganisation. Egal, welches Projekt Sie unterstützen, ob Tierheim, Gnadenhof, eine Stelle für gequälte Tiere, die ehrenamtliche Versorgung durch freiwillige Tierärzte oder den Kampf in der Politik - die Auswahl ist riesig. Überlegen Sie sich gut, welcher Bereich Ihnen persönlich am meisten am Herzen liegt.

Wollen Sie dem Tierschutz mehr Gehör verschaffen, werden Sie Mitglied in einem Tierschutzverein. Die Organisationen können jede Hilfe für die Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen und Kampagnen, Vertretungen in Beratungs- und Entscheidungsgremien und die Soforthilfe für Tierheime gebrauchen.

Ganz konkrete Hilfe können Sie auch durch eine Patenschaft leisten. Viele Einrichtungen und Organisationen bieten Ihnen die Möglichkeit, durch eine Patenschaft für ein bestimmtes Tier, großen Anteil an dessen Wohlergehen zu haben. Je nach Tier und Einrichtung können Sie es besuchen und ihm Ihre Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe schenken.

Sie können sich auch als Aktivist an Veranstaltungen von Tierschutzorganisationen beteiligen, Petitionen unterschreiben, Tierquälerei melden oder erste Hilfe bei Unfällen mit Tieren leisten. Jedesmal, wenn Sie Tieren helfen, und sei es nur einem Einzelnen, tun Sie etwas Gutes für den Tierschutz. Sie können schon viel bewegen, wenn Sie einfach mit einem Bewusstsein für den Tierschutz durch den Alltag gehen. Machen Sie andere darauf aufmerksam, was Sie beim Einkaufen beachten sollten. Schauen Sie nicht weg, wenn ein Tier gequält wird. Je mehr Menschen dieser Einstellung folgen, desto besser wird es allen Tieren gehen.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion

Datum: 03. Juni 2009