Aber im Laufe der letzten Jahre hat sich das Image von Zoos und auch ihr Selbstverständnis sehr gewandelt. Einige Tierarten hätten in freier Wildbahn keine Chance gehabt zu überleben und es gibt sie nur noch dank der Unterbringung in einem Zoo. Natürlich wäre so manche Wildkatze in ihrem natürlichen Umfeld besser aufgehoben, doch leider gibt es dieses oftmals gar nicht mehr. Zerstörungen durch den Menschen, Rodungen von Wäldern oder Verstädterung großer Flächen machen es manchem Tier unmöglich, noch einen Platz in der Natur zu finden. In einem Zoo versucht man mittlerweile, den Tieren eine möglichst artgerechte Umgebung zu gestalten und überlegt sich abwechslungsreiche Spiele, damit es den Tieren nicht an Herausforderungen fehlt. So wird zum Beispiel das Füttern oft mit einer kleinen Aufgabe verbunden, die es zu meistern gilt, um an das Futter zu gelangen. Natürlich kann das nicht ganz das Jagen einer Beute ersetzen, aber es ist auf jeden Fall näher an den Bedürfnissen, als das Fressen einfach vorgesetzt zu bekommen.

Zoo und Tierpatenschaften

Da die Kosten des Unterhalts sehr hoch sind, ist fast jeder Zoo auf Spenden angewiesen. Seit einiger Zeit sind Zoos verstärkt dazu übergegangen, eine so genannte Tierpatenschaft anzubieten. Eine Patenschaft ist je nach Größe eines Tieres schon ab dreißig Euro im Jahr zu haben. Für einen Pinguin muss man zum Beispiel fünfzig Euro bezahlen, ein Zebra würde hundert Euro kosten und wer etwa das Familienoberhaupt der Tiger sein "Patenkind" nennen möchte, ist mit tausend Euro dabei. Also selbst mit einem überschaubaren Betrag von dreißig Euro kann man schon stolzer Pate in einem Zoo werden. Das Geld geht vollständig an den Zoo und wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird sich mit Sicherheit nach Ablauf der einjährigen Patenschaft, um eine Verlängerung bemühen. Der Pate bekommt vom jeweiligen Zoo eine Urkunde zugeschickt, auf der der Name des Tiers samt Foto zu finden ist. In vielen Zoos findet dann einmal im Jahr ein Patentag statt, an dem sich Pate und Schützling ganz nah sein können und Informationen über die Tiere weitergegeben werden. Außerdem gibt es eine Tafel im Zoo, auf der sämtliche Paten vermerkt sind. Der einzelne Pate hat somit nicht nur ganz konkret den Zoo vor Ort unterstützt, sondern etwas für den Natur- und Artenschutz getan. Viele Arten, die vom Aussterben bedroht sind, überleben in Zoos und das auch dank der Spenden durch eine Tierpatenschaft. So mancher Tiergarten bedankt sich bei den Paten je nach Höhe der Spende mit einer Tages- oder Jahreskarte, so kann der glückliche Pate, sich immer wieder vom Wohlergehen seines Schützlings überzeugen.

Wie bekommt man eine Tierpatenschaft im Zoo?

Wer sich für eine Tierpatenschaft interessiert, kann sich ganz bequem von zu Hause aus darum kümmern und muss nicht persönlich einen Tiergarten besuchen. Dazu geht man auf die jeweilige Online-Seite eines Zoos, wo sich so genannte "Preislisten" der einzelnen Tiere finden. Das mag im ersten Moment befremdlich klingen, doch es hat keinen Zusammenhang mit einem Verkauf der Tiere. Stattdessen sind Tiger und Co nach Größe und Imposanz eingeordnet: Mit Sicherheit ist ein potentieller Pate eher bereit, mehr für die Patenschaft eines Gorillas als für einen Esel auszugeben. Wer sich dann für ein Tier entschieden hat, füllt ein Formular aus, schickt es zurück, überweist den Betrag und schon ist er nach Erhalt der Urkunde Pate eines Zootiers.

Tierpatenschaft als Geschenk

Das persönliche Engagement einer Tierpatenschaft eignet sich auch als ein sehr persönliches Geschenk: Ganz individuell verschenkt man die Patenschaft und wenn dann noch das Lieblingstier als Schützling "vergeben" wird, ist die Freude sicher groß. Ein positiver Nebeneffekt: Wer einmal mit einer Patenschaft beschenkt wurde, ist sicher bereit, im nächsten Jahr selbst in die Tasche zu greifen und Pate zu werden.

So erging es auch Sigrid (42) und Volker (44): Während eines gemütlichen Fernsehabends schauen sie sich eine Dokumentation über Tiere an, dabei schwärmt Sigrid immer wieder von diesen so unglaublich süßen Erdmännchen. Ein paar Tage später entdeckt Volker durch Zufall im Internet die Möglichkeit einer Tierpatenschaft. Schnell schaut er nach, ob es auch eine Tierpatenschaft für Erdmännchen gibt und er wird tatsächlich fündig. Mit 200 Euro ist sie allerdings nicht billig, aber eine Tageskarte ist mit dabei und er ist so begeistert von seiner Idee, dass er sofort das Formular ausfüllt und wegschickt. Sigrid denkt schon fast, dass Volker ihren Geburtstag vergessen hat, denn sonst versucht er doch immer möglichst unauffällig, eine Geschenkidee aus ihr heraus zu bekommen. Sie staunt nicht schlecht, als sie dann von ihm einen Umschlag überreicht bekommt, doch so langsam versteht sie, was dahinter steckt und die Überraschung ist doch sehr gelungen. Am nächsten Wochenende besuchen sie dann gemeinsam den Zoo, dabei ist es natürlich nicht möglich, ihr persönliches Erdmännchen herauszufinden, aber Sigrid sucht sich einfach das Süßeste aus und beschließt, dass das ihr Schützling ist. Ein gelungener Ausflug und Sigrid ist sich sicher, dass sie für die Zukunft etwas entdeckt hat, für das sich ein langfristiges Engagement lohnt. Vielleicht reicht es auch im einen oder anderen Jahr nur für einen kleineren Beitrag, aber sie ist davon überzeugt, dass sie dabei bleiben wird.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion

Datum: 11. September 2009