Der Müll, den wir täglich in der normalen Hausmülltonne entsorgen, wird in den meisten Fällen auf einer Deponie gelagert und nach und nach verbrannt. So können gefährliche Stoffe in den Boden, das Grundwasser oder die Luft entweichen. Müll, der auf diesem Wege die Umwelt besonders schädigt, muss gesondert entsorgt werden, um Schlimmeres zu verhindern. Sondermüll sind somit alle Gegenstände, die, wenn sie im normalen Hausmüll landen, unter Umständen negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Lack und Co - was ist Sondermüll?

Dazu zählen beispielsweise giftige Stoffe, die beim Auslaufen oder durch die Müllverbrennung in der Deponie gefährliche Dämpfe freigeben. Altöl, Lack oder Reste von Holzschutzmitteln können dazu gehören. Aber auch wenn die weggeworfenen Gegenstände brennbar oder gar explosiv sind, dürfen sie nicht in den normalen Müll geworfen werden, weil sonst Gefahr für die Mitmenschen besteht. Das sind beispielsweise Spraydosen, die bei hoher Hitze explodieren können. Auch Müll, der Krankheitserreger enthält, darf nicht normal entsorgt werden. Das betrifft beispielsweise Krankenhäuser. Kaputte Elektrogeräte, vom Computerbildschirm bis hin zum Backofen, zählen ebenfalls als Sondermüll. Sie können erstens Umwelt schädigende Stoffe wie Blei oder Arsen enthalten. Und zweitens sind in Elektrogeräten oft wertvolle Materialien verarbeitet, die bei einer passenden Entsorgung nicht auf der Deponie versauern, sondern wiedergewonnen und weiter verarbeitet werden können.

Wo sich Lack und Gift versteckt

Dass Batterien und alte Handys nicht einfach in die Tonne gehören, das dürfte jedem klar sein. Batterien wurden beispielsweise bis 2001 mit dem giftigen Quecksilber hergestellt. Inzwischen ist dies zwar verboten, doch auch heute noch sind viele Batterien mit dem umweltschädlichen Schwermetall im Umlauf und landen unbedacht in der Mülltonne. Es gibt aber auch viele Gegenstände, in denen sich Schadstoffe verstecken und dadurch oft im Hausmüll landen. Lack beispielsweise ist nicht nur in alten Dosen vom letzten Fensteranstrich zu finden. Auch in den kleinen Nagellackfläschchen befinden sich Reste von Lack und sind damit chemische Abfälle. Sie sollten im Wertstoffhof abgegeben werden. Auch andere Hausmittelchen, wie beispielsweise chemische Reiniger, sind im Hausmüll fehl am Platze. Wer im Glauben, richtig zu handeln, die Behälter von chemischen Reinigern ausspült und dann im Glascontainer oder in der Plastiktonne entsorgt, der leistet der Umwelt einen Bärendienst, da das Gift so im Abwasser landet. Sollten von chemischen Reinigungsmitteln oder starken Desinfektionsmitteln Reste übrig bleiben, sollte man sie daher mitsamt dem Behälter beim Wertstoffhof abgeben. Nur so lässt sich verhindern, dass giftige Stoffe ins Grundwasser gelangen. Über die Entsorgung von alten Arzneimitteln sind sich Experten nicht ganz einig. Generell ist es erlaubt, Medizinreste in den Hausmüll zu werfen. Allerdings wurden im Grundwasser jetzt schon geringe Mengen von medikamentösen Wirkstoffen nachgewiesen. Noch sind diese Verunreinigungen verschwindend gering, aber um sicher zu gehen, sollte man alte Medikamente nicht in den Müll werfen oder in die Toilette kippen, sondern bei den Apotheken abgeben. Drei Viertel aller Apotheken nehmen alte Medikamente zurück und entsorgen sie fachgerecht.

Wohin mit Sondermüll?

Für normalen Sondermüll wie kaputte Elektrogeräte, alte Handys oder Lack gilt: Die Entsorgung sollte über den Wertstoffhof erfolgen. Je nachdem, wie viel und welchen Sondermüll man entsorgen muss, gibt es verschiedene Anlaufstationen. Kleinere Sondermüllmengen, beispielsweise kaputte Handys, Dosen mit Resten von Lack oder Akkus kann man einfach zum nächsten Wertstoffhof bringen. Im Mülleimer sollten solche Hinterlassenschaften auf keinen Fall landen. Batterien, egal ob einmal oder mehrrfach verwendbar, können in vielen Batterieboxen eingeworfen werden, die in den Läden stehen. Für kleineren Sondermüll wird in der Regel keine Gebühr fällig. Häufig kann man auch große Gegenstände wie alte Kühlschränke kostenlos abgeben oder sogar vom örtlichen Abfallbetrieb abholen lassen. Bei giftigen Stoffen wie beispielsweise Altöl oder Lack kann es sein, dass Gebühren erhoben werden. 

Autorin: Julia Heilig, Platinnetz-Redaktion

Datum: 24. Dezember 2009